«Golden Twenties»: Kluges Frauenporträt

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    Deutschland,

    Es ist ein Generationenporträt der klugen Art. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die nach dem Studium zurück nach Hause zieht und sich mit einer Hospitanz durchschlägt. Der Film erinnert an eine US-Komödie aus dem Jahr 2012.

    Ava (Henriette Confurius) lässt ihre Beziehung mit Jonas (Max Krause) so dahinplätschern. Foto: Twentieth Century Fox
    Ava (Henriette Confurius) lässt ihre Beziehung mit Jonas (Max Krause) so dahinplätschern. Foto: Twentieth Century Fox - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Man könnte den Film von Sophie Kluge als Antwort auf einen der grossen amerikanischen Frauenfilme der vergangenen Jahre sehen: Ihre Komödie «Golden Twenties» erzählt von einer Frau, die nach dem Studium zurück nach Hause zieht, sich mit einer Hospitanz durchschlägt und Liebeleien so laufen lässt.

    Das Generationenporträt erinnert an die US-Komödie «Frances Ha». Anders als in der amerikanischen Produktion sieht man nicht Greta Gerwig in Schwarz-Weiss-Bildern aus New York, sondern Schauspielerin Henriette Confurius im Altbau einer deutschen Grossstadt. Sie spielt Ava - eine Mittzwanzigerin mit zu weiten Pullovern und lachsfarbenen Nägeln, die freiwillig lieber in der zweiten Reihe sitzt.

    Im Film scheint es erstmal um Belanglosigkeiten zu gehen. Im Grunde aber erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Kluge etwas sehr Grundlegendes über das Erwachsenwerden: Wie finde ich meinen Platz in der Welt? Und eine Stimme für meine Bedürfnisse?

    Regisseurin Kluge schafft fein beobachtete Szenen. Etwa wenn Ava bei ihrer Mutter anruft und sich beschwert, dass im alten Jugendzimmer ein Hometrainer den Weg versperrt. Dann trifft ihre Stimme den Tonfall, wie man ihn von Menschen kennt, die noch nicht recht wissen, wohin im Leben. Ein bisschen zickig, ein bisschen verzweifelt.

    Oder wenn Ava bei einem Vorstellungsgespräch hört, dass es für sie eigentlich gar keinen Job gibt. «Warum haben Sie mich dann überhaupt eingeladen?», fragt Ava. «Ich sag das den Bewerbern immer gerne selbst», entgegnet ihre Gesprächspartnerin, «ist persönlicher».

    Kluge fängt den Zeitgeist einer Generation ein, die noch vor vielen offenen Fragen steht. Sie macht das unterhaltsam und feinfühlig, mit gut ausgesuchter Musik. Ava muss sich zurechtfinden zwischen Bohème-Eltern, Theaterszene und einer dahinplätschernden Liebschaft. «Golden Twenties» wurde unter anderem in Berlin gedreht und auf dem Filmfest München gezeigt - davon habe sie geträumt, sagte Kluge dort.

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