Tod

Dolly Parton vier Tage vor Tod: «Will noch so viel erreichen»

Cheri Reinhardt
Cheri Reinhardt

USA,

Vier Tage vor ihrem Tod hat Dolly Parton noch über ihre Zukunft gesprochen. Trotz gesundheitlicher Probleme wollte die Country-Legende weiterarbeiten.

Dolly Parton
Dolly Parton wollte bis zuletzt nicht kürzertreten. Vier Tage vor ihrem Tod sprach die Country-Legende noch über ihre grossen Pläne. - getty images

Das Wichtigste in Kürze

  • Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben.
  • Vier Tage zuvor sprach sie noch über ihre Zukunftspläne.
  • Trotz gesundheitlicher Probleme wollte sie weiterarbeiten.
  • Ihre Karriere dauerte rund sieben Jahrzehnte.

Es sind Worte, die nach ihrem Tod besonders berühren. Nur vier Tage vor ihrem Tod sprach Dolly Parton (†80) noch voller Tatendrang über ihre Zukunft.

Gegenüber dem US-Magazin «People» erklärte die Country-Legende, dass sie trotz gesundheitlicher Probleme längst nicht ans Aufhören dachte. «Ich will noch so viele Dinge erreichen», sagte sie.

Dolly Parton wollte weiterarbeiten

Parton räumte im Gespräch offen ein, gesundheitlich schwierige Zeiten erlebt zu haben. Sie sei zwar noch immer dabei, sich zu erholen. Vom Arbeiten hielt sie das aber nicht ab.

«Ihr kennt mich», sagte Parton. Sie habe sich mit ihren Träumen gewissermassen selbst in eine Ecke manövriert. Deshalb wolle sie so lange wie möglich weiterarbeiten und ihre Ideen noch Wirklichkeit werden lassen.

Dolly Parton
Dolly Parton im Jahr 2002: Zusammen mit einem Kirchenchor performt sie den Song «Hello God» bei den Country Music Association Awards in Nashville. - Keystone

Dass es der Musikerin gesundheitlich nicht gut ging, war bereits seit Monaten bekannt. Mehrfach musste Parton Auftritte absagen. Offiziell hatte sie mit Nierenproblemen und einer Autoimmunerkrankung zu kämpfen.

Unter anderem verschob sie ihre geplante Konzertreihe in Las Vegas. Auch bei einer Veranstaltung in ihrem Freizeitpark Dollywood konnte sie zuletzt nicht persönlich dabei sein.

Ihr Arzt habe ihr das Reisen verboten, erklärte sie damals in einer Videobotschaft. Parton nahm Medikamente und berichtete zeitweise von Schwindel.

Dass sie an Krebs erkrankt war, wurde erst nach ihrem Tod bekannt. «Sie starb im Vanderbilt-Ingram Cancer Center im Kreise ihrer Angehörigen», teilte ihr Pressesprecher Marcel Pariseau am Dienstag mit.

Sie stellte sich selbst hinten an

Im letzten Interview erklärte Parton auch, warum sie ihre eigenen gesundheitlichen Probleme teilweise vernachlässigt hatte.

Sie habe sich lange um ihren Ehemann Carl Dean gekümmert und dabei nicht genügend auf sich selbst geachtet. Dean starb im März 2025. Parton und er waren fast 60 Jahre verheiratet.

Kennengelernt hatten sich die beiden bereits 1964 in Nashville. Dolly war damals gerade einmal 18 Jahre alt. Zwei Jahre später heirateten sie.

Dean hielt sich während der gesamten Karriere seiner berühmten Frau weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.

Nach seinem Tod schrieb Parton über die vielen wunderbaren gemeinsamen Jahre und die grosse Liebe zwischen ihnen.

Dolly Parton hatte noch grosse Pläne

Trotz Trauer und gesundheitlicher Probleme arbeitete Parton weiter.

Zu ihren Projekten gehörte das geplante Museum «Life of Many Colors» in Nashville. Es sollte Erinnerungsstücke aus ihrem Leben und ihrer jahrzehntelangen Karriere zeigen.

Auch ein neues Hotel und ihr Broadway-Musical gehörten zu den Projekten, die Parton noch verwirklichen wollte.

Und selbst ein Traum, den sie schon seit Jahrzehnten mit sich herumtrug, sollte endlich Realität werden. Gemeinsam mit Community Coffee plante sie eine eigene Kaffee-Linie namens «Cup of Ambition Coffee».

Der Name spielt auf ihren Welthit «9 to 5» an. Bereits beim Schreiben des Songs vor mehr als 40 Jahren sei die Idee entstanden, erzählte Parton.

«Manche Träume brauchen länger, bis sie Wirklichkeit werden», sagte sie.

Von bitterer Armut zum Weltstar

Träume begleiteten Dolly Parton ihr ganzes Leben.

Sie wuchs als eines von zwölf Kindern in einfachen Verhältnissen in Tennessee auf. Schon als Kind sang sie in der Kirche, später zog sie nach Nashville, um Musikerin zu werden.

Ende der 1960er-Jahre gelang ihr als Partnerin von Country-Star Porter Wagoner der Durchbruch.

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Danach wurde Parton selbst zu einem der grössten Stars der Country-Musik.

Songs wie «Jolene», «9 to 5» und «I Will Always Love You» machten sie weltweit berühmt.

Letzteren schrieb sie Anfang der 1970er-Jahre. Fast zwei Jahrzehnte später machte Whitney Houston den Song mit ihrer Version für den Film «The Bodyguard» noch einmal zu einem Welthit.

Partons Karriere erstreckte sich über rund sieben Jahrzehnte. Sie verkaufte mehr als 100 Millionen Tonträger und gewann elf Grammys.

Sie spielte auch in Hollywood mit

Dolly Parton beschränkte sich nie nur aufs Singen.

1980 spielte sie neben Jane Fonda und Lily Tomlin in der Komödie «9 to 5». Später stand sie unter anderem für «Magnolien aus Stahl» vor der Kamera.

Dolly Parton
Dolly Parton (l.) spielte 1980 gemeinsam mit Jane Fonda (M.) und Lily Tomlin in der Kultkomödie «Nine to Five». - getty images

Auch als Unternehmerin baute sich Parton ein Imperium auf. Ihr Name ist bis heute eng mit dem Freizeitpark Dollywood in Tennessee verbunden.

Dollywood
Vor dem Eingang von Dolly Partons Freizeitpark Dollywood erinnern Kerzen und Blumen an die verstorbene Country-Legende. - getty images

Dabei blieb ihr Image unverwechselbar: blonde Perücken, Glitzer, hohe Absätze und eine gehörige Portion Selbstironie.

Parton machte sich über ihr Äusseres oft selbst lustig. Hinter der schrillen Fassade steckte jedoch eine erfolgreiche Geschäftsfrau und eine der produktivsten Songwriterinnen der US-Musikgeschichte.

Millionen Bücher für Kinder

Besonders wichtig war Parton auch ihr soziales Engagement.

1995 gründete sie die «Imagination Library». Der Hintergrund war persönlich: Ihr Vater konnte weder richtig lesen noch schreiben.

Das Projekt verschickt kostenlos Bücher an kleine Kinder. Was zunächst in Partons Heimatregion in Tennessee begann, entwickelte sich zu einem internationalen Programm.

Hunderte Millionen Bücher wurden inzwischen über die Initiative verteilt.

Auch selbst griff Parton zur Feder. Sie veröffentlichte mehrere Bücher – darunter Kinderbücher, autobiografische Werke und gemeinsam mit Bestsellerautor James Patterson den Roman «Run, Rose, Run».

Dolly Parton
Dolly Parton setzte sich mit ihrer «Imagination Library» für die Leseförderung ein. Das Programm schenkt kleinen Kindern kostenlos Bücher. - getty images

Für Parton gehörten Musik, Geschäft und Wohltätigkeit zusammen. Ihr Vermögen wollte sie nicht einfach nur für sich behalten.

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