Darum lispelt RTL-Moderatorin Katja Burkard
Ihr Makel wurde zu einer Marke: Jetzt spricht Katja Burkard über ihr ikonisches Lispeln und verrät, warum ein Sprachtraining erfolglos blieb.

Das Wichtigste in Kürze
- RTL-Moderatorin Katja Burkard ist seit vielen Jahren für ihr Lispeln bekannt.
- Dieses entstand nach einem Autounfall, bei dem sie einen Tinnitus erlitt.
- Ein Training konnte den Sprachfehler nicht korrigieren – denn sie selbst hört ihn nicht.
Seit bald 30 Jahren führt Katja Burkard stets souverän durch das RTL-Mittagsmagazin «Punkt 12». Nebst der blonden Lockenpracht ist auch ihr charakteristisches Lispeln zu einem unverkennbaren Markenzeichen geworden. Jetzt klärt die Moderatorin über ihren oftmals diskutierten Sprachfehler auf.
«Ich habe irgendwann mit Mitte 20 einen Autounfall gehabt. Und habe einen Tinnitus davon bekommen», erzählt die heute 60-Jährige der «Bild»-Zeitung. Beim Italien-Trip mit ihrem damaligen Freund geriet der Wagen aufgrund einer nassen Fahrbahn offenbar ins Schleudern. «Ganz schlimm», wie Burkard betont.

Zwar hätten die beiden keine Verletzungen davongetragen, doch bei Katja war plötzlich dieses anhaltende Störgeräusch im Ohr. Sie erinnert sich: «Ich bin im Schock draussen rumgelaufen, habe die Trümmerteile eingesammelt. Zum Glück war mein Ex Arzt und hat mir Valium gespritzt, weil ich mich nicht beruhigen konnte, da der Tinnitus nicht wegging.»
Sprachtraining gegen Lispeln brachte nichts
Infolgedessen entwickelte das RTL-Aushängeschild ein Lispeln. Das sei «eigentlich auch erst aufgefallen, als ich moderiert habe, durch das Mikrofon», erklärt sie. Doch: Während Kollegen und Zuschauern die Zischlaut-Störung auffiel, bekam Burkard selbst davon nichts mit.

Mithilfe eines Sprachtrainings habe sie versucht, den Fehler zu behandeln – «aber ich habe es nicht gehört». Schliesslich kapitulierte die Trainerin: «Katja, du stresst dich so sehr damit und du hörst es ja nicht. Ich weiss nicht, wie wir da arbeiten sollen.»
Auch für ihre Chefs war das Thema anschliessend gegessen – «und dann war es so».
Tinnitus als «innere Alarmanlage»
Der Tinnitus verfolgt die Moderatorin bis heute, doch sie nimmt es gelassen: «Ich gehe wunderbar damit um, weil ich damals einen tollen Arzt hatte.» Dieser habe ihr direkt die Wahrheit gesagt: «Der wird nie weggehen, versöhnen Sie sich mit dem Tinnitus, das muss Ihr Freund werden.»

Doch für Katja ist es mehr als nur ein Akzeptieren. Heute zieht sie einen Nutzen aus dem permanenten Störgeräusch und beschreibt es «als eine Art innere Alarmanlage».
Das Pfeifen diene ihr als Indikator für den Stresspegel. Wenn es lauter wird, dann weiss sie genau: «Jetzt muss ich vielleicht doch noch ein Stündchen länger schlafen und mal einen Gang herunterfahren.» Burkard, die heute «fein» mit dem Thema ist, hat es damit geschafft, ihren Makel in eine Marke umzuwandeln.















