GNTM

    «GNTM»-Model gab 55'000 Fr. für Kinderwunsch aus

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    Deutschland,

    Für ihr Familienglück musste Anna Adamyan tief ins Portemonnaie greifen. Nun kämpft die Ex-«GNTM»-Kandidatin um gerechtere Kostenübernahmen für andere Paare.

    Anna Adamyan
    «GNTM»-Model Anna Adamyan wird zum zweiten Mal Mami. - Instagram / @annaadamyan

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anna Adamyan investierte rund 60’000 Euro in Kinderwunschbehandlungen.
    • Nun hat sie beim Deutschen Bundestag eine Petition für gerechtere Kostenübernahmen eingereicht.
    • Die 30-Jährige ist sich bewusst, dass nicht jedes Paar über genügend finanzielle Mittel verfügt.

    Zehntausende Euro für den Traum vom eigenen Kind: Für Ex-«Germany's Next Topmodel»-Kandidatin Anna Adamyan (30) war der Weg zum Familienglück nicht nur emotional, sondern auch finanziell eine grosse Herausforderung.

    Nach Fehlgeburten, mehreren künstlichen Befruchtungen und unzähligen Rückschlägen wurde sie 2023 endlich Mama von Sohn Levi. Inzwischen erwartet sie ihr zweites Kind – und macht sich nun für Paare stark, die sich ihren Kinderwunsch nicht leisten können.

    Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein eigenes Kind. Doch dieser Traum bleibt für viele unerfüllt. In der Schweiz beginnen laut Bundesamt für Statistik jährlich rund 3200 Paare mit einer fortpflanzungsmedizinischen Behandlung.

    «GNTM»-Star fordert faire Kostenübernahme

    Anna Adamyan weiss aus eigener Erfahrung, wie belastend dieser Weg sein kann. Für ihre erste und ihre jetzige zweite Schwangerschaft investierte sie nach eigenen Angaben rund 60'000 Euro (rund 55’000 Franken) in Kinderwunschbehandlungen. Eine Summe, die sich längst nicht jeder leisten kann.

    Anna Adamyan
    Anna Adamyan setzt sich für gerechtere Kostenübernahme bei Kinderwunschbehandlungen ein. - Instagram / @annaadamyan

    Die 30-Jährige empfindet es im Gespräch mit «Bunte» als «ein grosses Privileg», weiss aber auch, dass sich diese Summe nicht jeder leisten kann. Genau das möchte sie ändern. Aus ihrer Sicht sollte der Kinderwunsch nicht vom Kontostand abhängen.

    Gemeinsam mit Ärztin und Bloggerin Sarah Plack hat Anna deshalb die Petition #KiwuFürAlle ins Leben gerufen.

    Ihr Ziel: Die Kostenübernahme für Kinderwunschbehandlungen soll gerechter werden. Derzeit übernehmen gesetzliche Krankenkassen in Deutschland nur einen Teil der Kosten – und das auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

    «Ganz aufgeregt» auf zweites Baby

    Dass sie und ihr Ehemann, Fussballprofi Sargis Adamyan (33), sich die teuren Behandlungen leisten konnten, sei alles andere als selbstverständlich. «Ich bin unglaublich dankbar», betont Anna.

    Nach mehreren Fehlgeburten, Ausschabungen und künstlichen Befruchtungen konnten sie zwei Jahre später endlich ihr erstes Kind in die Arme schliessen. Nun freuen sie sich auf Baby Nummer zwei.

    Anna Adamyan
    Der Weg, schwanger zu werden, war für die 30-Jährige kein leichter. - Instagram / @annaadamyan

    Ganz unkompliziert verlief die Schwangerschaft allerdings nicht. «Nachdem ich aufgrund der Hyperemesis gravidarum unzählige Wochen mit einer sehr starken Übelkeit und Erbrechen zu tun hatte, hat sich das zum Glück gelegt», erzählt Adamyan.

    Jetzt könne sie die Schwangerschaft endlich geniessen und sei «ganz aufgeregt», ihr «zweites Wunder kennenzulernen».

    Petition eingereicht

    Die Petition liegt ihr besonders am Herzen. «Wir kämpfen bereits seit 2022 für den #KiwuFürAlle, haben immer wieder etliche Politiker*innen kontaktiert, sind immer laut geblieben und werden dies auch weiterhin», erklärt sie.

    Gemeinsam mit Sarah Plack hat sie die Petition inzwischen beim Bundestag eingereicht. Das Ziel: Mindestens 30'000 Unterschriften innerhalb von sechs Wochen. Dann könnte das Anliegen vor dem Petitionsausschuss beraten werden.

    Anna Adamyan
    Der «GNTM»-Star fordert politische Massnahmen zu dem Thema, mit dem sie selbst zu kämpfen hatte. - Instagram / @annaadamyan

    Für Anna steht fest: «Die Kostenübernahme muss fair werden. Das Leid ist einfach viel zu gross und die aktuellen Regelungen veraltet und unfair.»

    Hast du Kinder?

    Auch Sarah Plack verbindet mit dem Thema eine sehr persönliche Geschichte. Die Ärztin erlitt ebenfalls mehrere Fehlgeburten, bevor ihre Tochter Luisa im Juni 2022 geboren wurde.

    «Meine Tochter wird diese Woche vier Jahre alt und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht dafür dankbar bin, dass ich das erleben darf», sagt sie. Gleichzeitig denke sie täglich an all die Frauen, deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt – nicht, weil die Medizin keine Möglichkeiten bietet, sondern weil ihnen schlicht das Geld für die Behandlung fehlt.

    Kommentare

    User #4393 (nicht angemeldet)

    Ich leide unter den Krankheiten Riesenohrigkeit, Schiefzahnigkeit und Kleinbrüstigkeit und keiner zahlt mir die Behandlungen, um es zu beheben. Das Leben ist schon grausam, nicht wahr?

    User #5442 (nicht angemeldet)

    ich habe 980 Euro bezahlt für meine Tubensterilisation als Kinderfrei Frau ohne Kinderwunsch.

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