Wirbelnder Penis im TV hat für Stefan Raab keine Konsequenzen
Nach dem Auftritt eines Penis-Akrobaten in Stefan Raabs RTL-Show schaltete sich der Jugendschutz ein. Jetzt wurde das Verfahren der Überprüfung eingestellt.

Das Wichtigste in Kürze
- Stefan Raab liess im September 2025 im TV unverpixelt einen Penis-Aktobaten auftreten.
- Eine Landesmedienanstalt überprüfte die Ausstrahlung, nun wurde das Verfahren eingestellt.
- Für den Entertainer wie auch für den Sender RTL bleibt der Auftritt ohne Konsequenzen.
Im September letzten Jahres ging Stefan Raab (59) mit seiner neuen Late-Night-Show bei RTL an den Start. Das Interesse an den ersten Ausgaben war gross. Ein Grund dafür dürfte die Gästewahl gewesen sein.
Damals begrüsste der Entertainer unter anderem einen Penis-Akrobaten, der mit seinem besten Stück vor Live-Publikum verschiedene Figuren nachformte. Auch die Zuschauenden vor den Bildschirmen konnten den Auftritt unverpixelt verfolgen.
Unter dem Titel «The Puppetry of Penis» ist der Mann mit seinen bizarren Einlagen schon seit vielen Jahren unterwegs. Einst stattete er Raab, damals noch bei «TV total» bereits einen Besuch ab. Der Show-Act letzten Herbst löste ein grosses Medienecho aus, auch Kritik machte sich breit – jedoch über die Zuschauenden hinaus.
Jugendschutz schaltete sich ein
Kurz nach der Ausstrahlung kündigte die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) eine Prüfung des Auftritts an.
Dabei ging es um einen möglichen Verstoss gegen die Bestimmungen zum Schutz der Menschenwürde sowie den Jugendschutz beim Rundfunk.
Auch wurde infrage gestellt, ob es sich bei dem Show-Act um «entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte» handle, hiess es damals in einer Erklärung.
Verfahren wurde eingestellt
Nun steht fest: Der Auftritt des Penis-Akrobaten hat weder für Stefan Raab noch für RTL Konsequenzen. Die Niederländische Landesmedienanstalt erklärt auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Das Verfahren eingestellt zu haben.

Die Behörde verwies gegenüber der KNA auf die gesetzlich verbrieften «eingeräumten Grenzen des Beurteilungsspielraums» der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. Gegenstand der Überprüfung war lediglich die Ausstrahlung bei RTL im linearen Fernsehen.
Auf dem Streamingportal RTL+ gilt eine Altersfreigabe ab 18 Jahren. Im linearen Programm müssen Inhalte dagegen für Zuschauende ab zwölf Jahren angemessen sein. Da jene Sendung mit dem Penis-Akrobaten um 20.15 Uhr ausgestrahlt worden war, ordnete die NLM daraufhin eine Überprüfung an.
Quoten-Tief für «Die Stefan Raab Show»
Geholfen hat der bizarre Show-Auftritt den Einschaltquoten aber nur kurzfristig. Nach den ersten Ausgaben sackten die Marktanteile in den tiefen einstelligen Bereich. Mitte Februar schalteten zeitweise nur noch rund 380'000 Zuschauende ein und bescherten Raab damit ein Allzeit-Tief.
Dennoch hält RTL an Raab fest. Nach einer ausgedehnten Sommerpause startet seine Late-Night-Show im September mit einer neuen Staffel.

Trotz überschaubarer Quoten glaubt Programmgeschäftsführerin Inga Leschek (48) an Raabs Qualitäten.
Ende 2025 erklärte die Medienfrau im «Spiegel»-Interview: «Man braucht Menschen wie ihn, die für Gesprächsstoff sorgen. Besonders jetzt, da der Fernseh- und Streamingmarkt so fragmentiert ist wie noch nie. Wir müssen auffallen – und was Raab sich auch einfallen lässt, es löst Reaktionen aus.»


















