James Bond und Dom Toretto zwischen Wüstenplanet, Nomadland und der Matrix - diese Filme retteten uns durch das Jahr 2021.
Timothée Chalamet (li.) auf dem Wüstenplaneten und Daniel Craig bei seinem letzten Einsatz als James Bond.
Timothée Chalamet (li.) auf dem Wüstenplaneten und Daniel Craig bei seinem letzten Einsatz als James Bond. - © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. / imago images/Prod.DB

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch die Pandemie haben auch die Kinos stark gelitten.
  • Doch einige Filme konnten auch im Jahr 2021 grossartige Erfolge feiern.

Das Kino gehört zu den Branchen, die mit am meisten unter der nicht enden wollenden Corona-Pandemie leiden. Bald zwei Jahre ist es her, dass Filmfans ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen die neuesten Blockbuster im Kinosessel geniessen konnten. Von der langen Zeit, in der die Leinwände gänzlich blank bleiben mussten, ganz zu schweigen.

Ein normaler Betrieb ist ab Sommer 2021 möglich gewesen - und zeigte, wie das Kino hilft dem Alltag zu entkommen. Diese Filme machten die Corona-Krise 2021 zumindest für kurze Zeit vergessen und verhalfen dem Popcorn-Feeling zu neuem Leben.

Ein letzter Martini

Ab Ende September befand sich Daniel Craig (53) in seinem letzten Kino-Einsatz als James Bond. Weit über fünf Millionen Zuschauer lockte «Keine Zeit zu sterben» allein in Deutschland ins Kino. Trotz Corona fuhr 007 rund 775 Millionen Dollar ein und das, obwohl sich durchaus die Geister am Film scheiden.

Den einen gefällt die Weiterentwicklung des Titelhelden weg von überholten Klischees. Andere vermissen die klassische Darstellung von 007. Denn seinen Wodka Martini wollte Bond weiterhin geschüttelt trinken. Er selbst rührte nun aber, manche gar zu Tränen.

Die Comic-Offensive

Auch 2021 stand ganz im Zeichen der Comic-Verfilmungen. Mit «Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings» bekam der erste asiatische Superheld aus dem Marvel-Universum seinen eigenen Solofilm.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärte Hauptdarsteller Simu Liu (32) die Bedeutung des Films: «Ich hoffe, dass (asiatisch-stämmige) Kinder den Glauben daran entwickeln, dass auch sie Superhelden sein können.»

Einen der bislang besten US-Starts seit der Corona-Pandemie legte Sonys «Venom 2: Let There Be Carnage» hin. Einmal mehr befindet sich darin Eddie Brock (Tom Hardy, 44) im Zwist mit sich selbst und der ausserirdischen Lebensform Venom. Diese hat sich Brocks Körper als Wirt ausgesucht.

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Eine Szene aus dem Film "Venom 2: Let There Be Carnage". Foto: -/Sony Pictures Entertainment Deutschland Gmb/dpa - dpa-infocom GmbH

Am 3. November haben es auch die «Eternals» in die deutschen Kinos geschafft. Die Gruppe von übernatürlichen Heldinnen und Helden aus den Tiefen des Universums beschützen die Erde seit Anbeginn der Menschheit. Eine von ihnen wird von Hollywoodstar Angelina Jolie (46) verkörpert.

Ein Umstand, den ihre Kinder kaum glauben konnten, wie sie spot on news im Interview verriet: «Meine Kinder sehen mich immer als Mama. Ich denke, für die meisten Kinder, die herausfinden, dass ihre Mutter ein Teil des Marvel-Universums ist, ist es natürlich aufregend.»

Scarlett Johansson vs. Disney

Für Aufsehen sorgte auch Scarlett Johansson (37) als «Black Widow». Zum einen, weil sie mit dem Film endlich ihr eigenes Soloabenteuer erhielt. Zum anderen, weil sie sich deswegen mit Disney anlegte.

Der Film wurde zeitgleich im Kino und auf dem Streamingdienst Disney+ gezeigt. Deswegen fühlte sich Johansson um ihren vertraglich zugesicherten Anteil an den Kinoeinnahmen betrogen. Und auch zahlreiche Kinos in Deutschland boykottierten den Streifen. Erfolgreich war «Black Widow» dennoch an den weltweiten Kinokassen.

Von der Schwarzen Witwe zur freundlichen Spinne von nebenan. Seit dem 16. Dezember sorgt Peter Parker (Tom Holland, 25) in «Spider-Man: No Way Home» wieder für Recht und Ordnung.

Marvel Cinematic Universe
Tom Holland in «Spider-Man: No Way Home». - ©2021 CTMG. All Rights Reserved. MARVEL and all related character names: © & ™ 2021 MARVEL

Wobei er in seinem dritten Streifen mit freundlicher Unterstützung von Dr. Strange (Benedict Cumberbatch, 45) eher für Chaos im Multiversum sorgt.

Die Kinogänger freut's, sie kommen so in den Genuss, längst besiegte Schurken aus anderen «Spider-Man»-Filmen noch einmal zu sehen. Das Ergebnis: Keine zwei Wochen nach Kinostart fuhr der Streifen bereits über eine Milliarde US-Dollar an den internationalen Kinokassen ein. Es handelt sich um den ersten Film während der Pandemie, dem dieser Meilenstein gelang.

Die Oscar-Filme

Auch das ruhige Kino kehrte 2021 eindrucksvoll zurück. So das Drama «Nomadland», für den Regisseurin Chloé Zhao (39) und Hauptdarstellerin Frances McDormand (64) Oscars einstreichen durften. Mit ihrem Film haben sie eine bittere wie süsse Geschichte erschaffen.

Auf sehr gemächliche Weise erzählte er von den Strapazen und den philosophischen Erkenntnissen, die als moderner Nomade einhergehen können. Etwa, dass der schönste Fleck auf Erden immer jener hinter der nächsten Kurve ist.

Der Oscar für den «Besten Hauptdarsteller» ging 2021 an Anthony Hopkins (83) für «The Father». Seine Darbietung als demenzkranker Anthony, dessen Perspektive der Zuschauer einnimmt, ging gleichermassen an die Nieren und ans Herz. Seinen Oscar-Triumph als bislang ältester Darsteller, der je in der Hauptkategorie gewann, verschlief Hopkins am Abend der Academy Awards glatt.

Oscarwürdige Männerjagd

Wenige Tage vor «The Father» war ebenfalls im August 2021 der Film «Promising Young Woman» in die Kinos gekommen. Als der etwas andere Racheengel machte darin Carey Mulligan (36) oscarwürdig Jagd auf Männer. Diese wollen sich an besinnungslosen Frauen vergehen.

Zwar ging Mulligan leer aus und musste den Goldjungen McDormand überlassen. Der Preis für den stärksten Schlag in die Magengrube ging angesichts des heftigen Endes 2021 aber definitiv an «Promising Young Woman».

Ob «House of Gucci», der seit 2. Dezember in den Kinos läuft, zu den grossen Oscar-Filmen 2022 zählen wird, muss sich noch zeigen. Zumindest Lady Gaga (35) wird für ihre Darbietung als durchtriebene Patrizia Reggiani aber bereits als Anwärterin für den Goldjungen gehandelt.

Action und Bildgewalt

«Dune» von Denis Villeneuve (54) ist der vielleicht schönste Film von 2021 gewesen. Selbst Regie-Kollege Christopher Nolan (51) pries «Dune» als «Geschenk» für alle Cineasten an. Der Film ist nicht das hyperaktive, zuweilen arg effektheischende Action-Kino der vergangenen Jahre.

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Rebecca Ferguson (l-r), Zendaya, Javier Bardem und Timothée Chalamet gehören zur hochkarätigen Besetzung von «Dune». Foto: Chia Bella James/Warner Bros/dpa - dpa-infocom GmbH

Vielmehr warf er existenzialistische und sozialkritische Fragen auf und sorgte gar für Shakespeare-Vibes auf dem fernen Wüstenplaneten Arrakis. Die beste Nachricht: Teil zwei der Saga wurde inzwischen bestätigt.

Wenn der Titel eines Films den Kampf zweier Giganten verheisst, will der Zuschauer meistens auch genau das zu sehen bekommen.

In dieser Hinsicht lieferte «Godzilla vs. Kong», der am 1. Juli den Bombast zurück in die deutschen Kinos brachte, sehenswert ab. Dass bei einem Film dieser Gangart kein neuer «Citizen Kane» erwartet werden durfte, sollte klar gewesen sein.

Noch mehr Action in «Fast & Furious»

Als Telenovela mit hoher Oktanzahl entpuppte sich derweil der verrückte Bombast von «Fast & Furious 9». Mehr Action, mehr Oneliner, mehr Quatsch und mehr Kitsch bot Teil neun. Somit war er alles, wofür die Reihe seit jeher geliebt und belächelt wird. Selbst der Weltraum war darin für Dom Toretto (Vin Diesel, 54) und Konsorten nicht mehr die finale Grenze.

Die etwas andere Bildgewalt lieferte «The French Dispatch» von Wes Anderson (52). Einmal mehr versammelte er in der skurrilen Geschichte über die Mitarbeiter eines Revolverblatts halb Hollywood. Und einmal mehr war die fast sklavische Symmetrie in jeder Einstellung und das bonbonbunte Farbdesign bezeichnend für seine Arbeit. Ein spielzeughaftes Bühnenbild verlieh dem Film zudem eine infantile Märchenhaftigkeit.

Mit «The Matrix Resurrections» wartet seit dem 23. Dezember 2021 noch ein finales Kino-Highlight auf die Filmfans.18 Jahre nach «Matrix Revolutions» begeben sich Neo (Keanu Reeves, 57), Trinity (Carrie-Anne Moss, 54) und Co. einmal mehr in die Scheinwelt, die 1999 Filmgeschichte schrieb.

The Matrix Resurrections
Ein Ausschnitt aus dem vierten Teil der Matrix-Trilogie. - keystone

«The Matrix Resurrections» besinnt sich auf viele Tugenden des Erstlings. Erstmals lag dies Entscheidung in der alleinigen Hand von Lana Wachowski (56). Diese drehte Teil vier ohne ihre Schwester Lilly Wachowski (53).

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