In Vordemwald wurde Ende 2020 das Hochwasserschutzprojekt «Pfaffnern» abgeschlossen.
Hochwasser
Hochwasser - Nau

Die Schutzbauten im Siedlungsgebiet wurden nach kantonalen Vorgaben auf ein Hochwasser HQ 100 (Abflussmenge eines Gewässers, welche im statistischen Mittel alle 100 Jahre einmal erreicht oder überschritten wird) ausgelegt – einzelne Streusiedlungen ausserhalb des Siedlungsgebietes sind für ein HQ 30 geschützt. Für den Hochwasserschutz in Vordemwald sind bauliche Massnahmen vollzogen worden, damit die Liegenschaften entlang der Pfaffnern geschützt sind – das Landwirtschaftsland aber geflutet werden darf. Die Planung der Hochwasserschutzprojekte «Geissbach» und «Krummbach» wurde bereits gestartet.

Die Starkregenereignisse der letzten Tage und Wochen führten zu Hochwasser, welche die Schutzbauten überströmten. Im Moment können noch keine detaillierten Aussagen gemacht werden, wie diese Ereignisse einzuordnen sind. Die eingerichteten Messstationen wurden in Mitleidenschaft gezogen und fielen aus. Die letzten gelieferten Daten waren höher als alle zuvor gemessenen Pegelstände. Eine Ereignisanalyse wird durch die kantonalen Stellen anhand von verschiedensten Parametern (Wassermenge / Fliessgeschwindigkeiten / Regenmenge im erweiterten Einzugsgebiet / Schadenbilder etc.) erstellt. Diese wird aber nicht sofort zur Verfügung stehen, da auf Grund von vorliegenden und erweitert eingeholten Daten die Situation rekonstruiert werden muss. Dies ist ein sehr aufwändiges Verfahren.

Die Ereignisse hat das Dorf mit einer noch nie dagewesenen Heftigkeit überrascht und getroffen

An den neu erstellten Schutzbauten sind bereits erhebliche Schäden sichtbar. Auch Verbauungen, welche schon vielen Ereignissen standgehalten haben, wurden in Mitleidenschaft gezogen. Bereits wurden die Schadstellen von Fachleuten beurteilt und Sofortmassnahmen eingeleitet. Die Bauunternehmung Kästli AG (Spezialfirma im Wasserbau) wird, sobald die Wettersituation Arbeiten am Gewässer erlaubt, mit der Reparatur der Schäden beginnen. Die Kästli AG hat aber auch noch mit Personal- und Geräteressourcen zu kämpfen, da schweizweit Unwetterschäden zu beklagen sind und ihr Einsatz gefragt ist.

Im Moment sind verschiedene Fusswege und Strassenzüge nicht begeh- oder befahrbar

Die Bevölkerung wird gebeten, Absperrungen zu respektieren und Gefahrenstellen mit grösster Vorsicht zu passieren. Die Wege werden umgehend repariert. Die Brücke Leimstrasse wurde stark um- und unterspült. Ob diese repariert werden kann oder neu gebaut werden muss, kann erst nach einer eingehenden Untersuchung bei Tiefwasserstand beurteilt werden. Mit der Sperrung dieser Brücke muss bis mindestens Ende Jahr gerechnet werden. Die örtliche Behörde ist sehr betroffen über die enormen Schäden bei Privatliegenschaften im Dorf. Auch die Gemeindeliegenschaften sind arg in Mitleidenschaft geraten und können nur mit grossem Aufwand instand gestellt werden. Es wird alles unternommen, damit in Vordemwald bald wieder Normalität herrscht.

Mit Solidarität und Unterstützung durch das Hochwasserereignis

Dem Gemeinderat ist es ein grosses Anliegen, der Bevölkerung für das Verständnis zu danken, dass in einem solchen Ereignisfall alle gefordert sind. In Vordemwald durfte eine grosse Solidarität festgestellt werden, und auch Nicht-Betroffene leisteten eine wichtige und grosse Unterstützung. Ein grosses Dankeschön gebührt der örtlichen Feuerwehr, welche unermüdlich im Einsatz steht. Auch die Zivilschützer der Zivilschutzorganisation Region Zofingen leisteten wertvolle Dienste. Die Behörde unternimmt weiterhin alles, um der Bevölkerung einen grösstmöglichen Schutz bei Naturereignissen zu bieten.

Mehr zum Thema:

Feuerwehr Daten Hochwasser