Wie die Gemeinde Wetzikon mitteilt, sind die Energiekosten stark angestiegen. Aufgrund dessen müssen die Stadtwerke die Stromtarife ab 2023 erneut anheben.
Stadthaus Wetzikon (ZH).
Stadthaus Wetzikon (ZH). - Nau.ch / Simone Imhof
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Der Strompreis setzt sich aus den drei Komponenten Energie- und Netznutzungskosten sowie Abgaben zusammen, welche mit einer unterschiedlichen Gewichtung den Strompreis bilden.

Zudem unterliegen die einzelnen Komponenten jeweils externen Einflüssen. Der Energietarif deckt die Kosten für die Strombeschaffung, den Stromvertrieb und den Kundenservice ab.

Der Netznutzungstarif deckt die Kosten für den Betrieb, Unterhalt und Ausbau des eigenen Stadtnetzes, die Kosten für die Nutzung der vorgelagerten Netze der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), Axpo und Swissgrid sowie die Dienstleistungen für den Betrieb und die Stabilität des gesamten Netzsystems der Schweiz, die durch die Swissgrid erbracht werden, ab.

Die Abgaben wiederum umfassen die gesetzlichen Beiträge zur Förderung der erneuerbaren Energien, zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft sowie die Abgaben an das Gemeinwesen.

Steigende Energietarife in der Grundversorgung

Die Energiepreise an internationalen Grosshandelsmärkten zeigen seit August 2021 einen historisch einmaligen Anstieg.

Bedeutende Treiber für die aktuell sehr hohen Strompreise in Europa und damit auch in der Schweiz sind die zunehmende Nachfrage, das geringere Angebot ausgelöst unter anderem durch tiefe Wasserstände der Stauseen und die unterdurchschnittliche Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke, die zunehmende Ökologisierung sowie die aktuell angespannte geopolitische Lage in Europa.

Dank eines umsichtigen Energieeinkaufs, gestaffelt über mehrere Jahre, ist der effektive Anstieg der Energietarife in Wetzikon für 2023 nur teilweise durchgedrungen.

Dennoch müssen die Stadtwerke Wetzikon die Tarife für das kommende Jahr über alle Kundensegmente durchschnittlich um rund 97 Prozent erhöhen. Künftige Erhöhungen sind aufgrund der weiter steigenden Energiepreise nicht auszuschliessen.

Steigende Netznutzungstarife mit gleichbleibenden Abgaben

Gestiegene Kosten für die Nutzung der vorgelagerten Netze der EKZ, Axpo und Swissgrid um rund zehn Prozent, die laufende Modernisierung und Stärkung des eigenen Stadtnetzes, die Erhöhung der Systemdienstleistungen SDL von Swissgrid um 188 Prozent mit den gleichbleibenden Abgaben an Bund und an die Stadt Wetzikon führen zu einer durchschnittlichen Erhöhung der Netznutzungskosten für das folgende Jahr um rund 17 Prozent.

Nach Kombination aller Tarifbestandteile (Energie, Netznutzung und Abgaben) entsprechend ihrem Anteil resultiert eine durchschnittliche Erhöhung über alle Segmente der Grundversorgung von rund 46 Prozent.

Die neuen Tarife wurden genehmigt

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 4500 Kilowattstunden zahlt damit knapp neun Rappen pro Kilowattstunde beziehungsweise rund 34 Franken pro Monat mehr.

Die neuen Tarife hat der Stadtrat am 13. Juli 2022 genehmigt.

Die Stadtwerke Wetzikon halten weiterhin die Qualität des Stroms im Standard-Mix mit rund 95 Prozent Wasserkraft, drei Prozent Solarstrom und zwei Prozent Windenergie auf einem hohen Nachhaltigkeitsniveau.

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