Thalwil ZH: Gemeinde will 33-Millionen-Garantie für neue Pflegeplätze
In Thalwil ZH stimmt die Bevölkerung am 27. September 2026 über einen Baurechtsvertrag mit der Stiftung Serata ab.

Zur Umsetzung dieser Vorhaben beantragt der Gemeinderat der Stimmbevölkerung die Genehmigung eines Baurechtsvertrags mit der Stiftung Serata sowie eine Garantie von maximal 33 Millionen Franken zur Sicherung des Baukredits für einen Neubau mitsamt Pflegeabteilung. Als zweite Vorlage kommt ein Baukredit von 6,41 Millionen Franken für den Teilneubau des Horts und Mittagstischs am Hortweg 7 an die Urne.
Seine Zeit ist abgelaufen: Das bestehende und durch die Stiftung Serata betriebene Alterswohnheim Oeggisbüel, das sich auf einem Areal (Kat.-Nr. 8513) der Gemeinde Thalwil befindet, hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Das weit über 40-jährige Gebäude weist einen hohen Sanierungs- und Erneuerungsbedarf auf und wurde einst nicht für den Zweck eines Pflegeheims geplant und realisiert. Daher kann die Pflege von älteren Menschen im Alterswohnheim Oeggisbüel aktuell nur mit Mehraufwand und unter erschwerten Bedingungen stattfinden.
Umfassende fachliche Abklärungen haben ergeben, dass eine Sanierung des bestehenden Gebäudes nicht zweckmässig wäre. Nun sollen die heutigen Pflegeplätze auf das benachbarte Areal der Stiftung Serata (Kat.-Nr. 9525) verlegt werden. Zusammen mit den bereits bestehenden Einrichtungen der Stiftung können die Gemeinde und die Stiftung Serata so gemeinsam die Grundlage schaffen, den künftigen Bedarf an Pflege- und Demenzplätzen in Thalwil langfristig zu sichern.
Denn: Die Gemeinde Thalwil ist gesetzlich verpflichtet, für ihre Bevölkerung eine ausreichende Pflegeversorgung sicherzustellen.
Auf dem eigenen Areal Serata (Kat.-Nr. 9525) möchte die Stiftung einen Neubau (Serata 5) realisieren, der auch eine neue Pflegeeinrichtung mit 60 Plätzen beinhaltet – davon 36 für Menschen mit Demenz. Die räumliche Konzentration der Pflegeangebote ermöglicht eine effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur und schafft betriebliche Synergien. Nach Inbetriebnahme der neuen Pflegeplätze soll das heutige Alterswohnheim auf dem gemeindeeigenen Areal Oeggisbüel zurückgebaut werden.
Danach plant die Stiftung Serata auf dem gleichen Areal eine neue Überbauung mit hindernisfreien, altersgerechten Wohnungen. Das Grundstück bleibt jedoch im Eigentum der Gemeinde und wird der Stiftung im Baurecht überlassen. Die Stiftung finanziert Planung, Bau und Betrieb der Wohnüberbauung selbst und die Gemeinde erhält dafür einen jährlichen Baurechtszins.
Sicherheit für Baukredit
Für den Neubau Serata 5 auf dem Areal Serata rechnet die Stiftung derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund 60 bis 70 Millionen Franken. Die Stiftung Serata beabsichtigt, diesen Betrag überwiegend mit Fremdkapital zu finanzieren. Bei Investitionen in Pflegeplätze verlangen Banken jedoch zusätzliche Sicherheiten zur Absicherung des Kreditrisikos.
Die Gemeinde soll dafür gegenüber der kreditgebenden Bank eine Garantie von maximal 33 Millionen Franken für die Erstellung der Pflegeplätze gewähren. Diese dient als Sicherheit für den Baukredit. Solange kein Garantiefall eintritt, entstehen der Gemeinde daraus keine direkten Ausgaben.
An der Urnenabstimmung vom 27. September 2026 können die Thalwiler Stimmberechtigten sowohl über den Baurechtsvertrag zwischen der Gemeinde Thalwil und der Stiftung Serata als auch über die Ermächtigung des Gemeinderates, einen Garantievertrag mit der künftigen Kreditgeberin zur Sicherung des Fremdkapitalbedarfs abzuschliessen, befinden.
Nach einem Ja zur Vorlage «Pflege und Wohnen – Entwicklung Areale Oeggisbüel und Serata» starten die Planungen für beide Areale unverzüglich. Für beide Bauvorhaben sind qualifizierte städtebauliche Verfahren vorgesehen. Die Stiftung Serata ist verpflichtet, die 60 neuen Pflegeplätze bis spätestens Ende Dezember 2032 zu realisieren und zu betreiben.
Das bestehende Alterswohnheim Oeggisbüel darf zudem erst zurückgebaut werden, wenn die neuen Pflegeplätze auf dem Areal Serata in Betrieb sind. Damit ist sichergestellt, dass die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner nicht für eine Übergangslösung in ein Provisorium umziehen müssen.
Bei einer Ablehnung des Geschäfts durch die Thalwiler Stimmberechtigten müsste die Gemeinde selbst einen Ersatzbau für die Pflegeplätze planen und finanzieren. Dies würde weitere Projektierungs- und Abstimmungsverfahren erfordern und die Umsetzung voraussichtlich um mehrere Jahre verzögern.










