Der Kanton Luzern soll künftig weniger, die Stadt mehr an die grossen Kulturbetriebe zahlen. Der Kantonsrat hat am Montag in Sursee LU dem neuen Verteilschlüssel zugestimmt, zuvor aber ausführlich über das geplante neue Theater diskutiert.
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Das Luzerner Theater an der Reuss. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Das Luzerner Theater, das Sinfonieorchester, das Kunstmuseum, das Verkehrshaus und Lucerne Festival erhalten vom Kanton und der Stadt Luzern Beiträge an die Betriebskosten. Heute übernimmt der Kanton von diesen Subventionen 70 Prozent, der Anteil der Stadt beträgt 30 Prozent. Das Verhältnis soll bis 2025 auf 60 zu 40 verschoben werden.

Der Kantonsrat stimmt einer entsprechenden Änderung des Kulturförderungsgesetzes nach erster Lesung mit 69 zu 26 Stimmen bei 17 Enthaltungen zu. Der Kanton spart mit dem neuen Verteilschlüssel jährlich 2,9 Millionen Franken. Das Stadtparlament hat dem neuen Schlüssel bereits zugestimmt.

Der neue Verteilschlüssel war im Parlament trotz der Gegenstimmen kaum bestritten. Nein-Stimmen gab es wegen des Luzerner Theaters, an das heute 20 der 28 Millionen Franken gehen, welche Stadt und Kanton an die grossen Kulturbetriebe ausrichten. Die Subventionen an das Theater dürften mittelfristig steigen, denn dieses soll in den nächsten Jahren ein neues Gebäude und ein neues Betriebskonzept erhalten.

Das neue Theater soll nach den Plänen der Trägerstiftung im Ganzjahresbetrieb funktionieren, auf eine Sommerpause, wie sie die Theater in der Schweiz haben, soll verzichtet werden. Besonderes Gewicht soll die Oper haben.

Das Budget des Theaters soll sich um einen Drittel auf 32 Millionen Franken erhöhen, gleichzeitig soll sich aber auch die Wirtschaftlichkeit der Kulturinstitution verbessern. Der Kanton sei bereit, die Subventionen um bis zu zehn Prozent zu erhöhen, sagte Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos).

Lisa Zanolla (SVP) befürchtete aber, dass das Kostenrisiko für den Kanton grösser sein könnte und forderte eine Rückweisung der Vorlage. Es müsse eine Kostenbremse eingebaut werden, sagte sie.

Für Rückweisung war auch Gaudenz Zemp (FDP). Trotz horrenden Subvention verkaufe das Luzerner Theater immer weniger Abos, sagte er. Es müssten deswegen Alternativen zum überholten Stadttheatermodell aus dem 19. Jahrhundert diskutiert werden. Zemp forderte, dass das Parlament beim Leistungsauftrag für das neue Theater mitreden könne.

Die Ratsmehrheit von CVP, SP, Grünen und GLP lehnte die Rückweisungsanträge aber mit 69 zu 43 Stimmen ab. Es gehe nicht an, dass sich der Kantonsrat ins operative Geschäft des Theaters einmische, sagte Angelina Spörri (GLP).

Christine Kaufmann (Mitte) sagte, das neues Theater solle von Kulturfachleuten gestaltet werden. Es wäre falsch, jetzt mit der Rückweisung das Projekt zu verzögern. Es gehe bei der Anpassung des Kostenteilers, den der Kantonsrat zu beschliessen habe, nicht darum, ein neues Theater zu bestellen, sagte Adrian Nussbaum (Mitte).

Durch den neuen Kostenteiler spart der Kanton 2,8 Millionen Franken. Er will diese freiwerdenden Mittel zur Finanzierung der erwarteten höheren Betriebskosten des Theaters verwenden. Diese Absicht stiess im Kantonsrat auf Kritik.

Urban Sager (SP) sagte, die freiwerdenden Mittel müssten im kulturellen Bereich verbleiben, der Kanton dürfe bei der Kultur nicht sparen. Ähnlich äusserte sich Jonas Heeb (Grüne). Das gesparte Geld solle etwa für die Filmförderung oder die regionale Projektförderung verwendet werden und nicht zurück in den Zweckverband fliessen.

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