Am 13. Februar 2022 kommt die letzte Tranche der Steffisburger Ortsplanungsrevision zur Abstimmung. Das «Ortsplanung-Nein»-Komitee macht mobil gegen die Pläne.
Steffisburg
Die Oberdorfstrasse in Steffisburg. - nau.ch / Ueli Hiltpold

Am 13. Februar 2022 kommt die letzte Tranche der Steffisburger Ortsplanungsrevision zur Abstimmung. Ein «Ortsplanungs-Nein»-Komitee, bestehend aus den Grünen, dem Natur- und Vogelschutzverein sowie parteiunabhängigen Bürger/innen, macht mobil gegen diese Vorlage. Es wehrt sich vor allem gegen die geplante Überbauung der Pfrundmatte.

Grünfläche statt Luxuswohnungen

«Diese 8500m² grosse Wiese mit unzähligen Obstbäumen und einheimischen Sträuchern neben der Dorfkirche ist eine ökologisch wertvolle Biodiversitätsoase und grüne Lunge im verkehrsgeplagten Oberdorf», heisst es in einer Mitteilung des Komitees. Es gehe nicht an, dass auch noch diese letzte grüne Fläche im bereits jetzt dicht bebauten Oberdorf geopfert werden solle. Das Komitee fordert, dass die Pfrundmatte statt in eine Zone mit Planungspflicht (ZPP) in eine Grünfläche umgezont wird.

«Gegen eine moderate Erweiterung des Altersheims der Esther Schüpbach Stiftung ist nichts einzuwenden», heisst es weiter. Aber dessen Abriss und Neubau neben der Kirche und der Bau von Luxuswohnungen an seiner Stelle müsse unbedingt verhindert werden. Die neuen Gebäude dürfen bis 16 Meter hoch gebaut werden. Damit würden sie, inklusive Dachaufbauten, die Höhe des Kirchendachs erreichen und das historisch wertvolle Ortsbild definitiv verschandeln.

Enormes Bevölkerungswachstum - Komitee befürchtet Verkehrskollaps

In Steffisburg gab es von 2006 bis Januar 2021 ein Bevölkerungswachstum von 764 Personen. Das sind 5 Prozent in 15 Jahren. «Mit den im Bau befindlichen und bereits eingezonten Baufeldern sowie der Ortsplanungsrevision würde sich dieses rapide beschleunigen», so das «Ortsplanung-Nein»-Komitee. Sollten sämtliche Projekte realisiert werden, gebe es in den nächsten 15 Jahren zusätzlichen Platz für mehr als 2500 Personen.

«Verglichen mit der Vorperiode entspricht das einer Zunahme um mehr als das Dreifache. Dadurch verschlimmert sich die zeitweise überlastete Verkehrssituation im Dorf noch mehr», führen die Gegner der Ortsplanungsrevision aus.

Ein weiteres grosses Bauprojekt betrifft den Dorfkern Nord «Klosternhang» gegenüber der Dorfkirche. Auf diesem ca. 9500m² grossen Grundstück, welches sich bereits in einer ZPP befindet, sollen Wohnungen im Hochpreissegment mit Gebäudehöhen bis zu 12 Metern entstehen. Wie mit dem Pfrundmatteprojekt würde das Oberdorf nochmals mit mehr Verkehr belastet. Damit sei der Verkehrskollaps im Dorf vorprogrammiert.

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