Droht der Lauerzersee über die Ufer zu treten, soll auch künftig nicht mehr Wasser aus dem See abgelassen werden.
Aussicht auf Lauerzersee - Schwyz
Aussicht auf Lauerzersee - Schwyz - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Geprüft wurde ein Ausbau der Seeweren oder ein Stollen, um die Abflusskapazität zu erhöhen. Die Varianten seien aber mit der Umweltverträglichkeit nicht vereinbar, teilte die Schwyzer Umweltdirektion am Donnerstag, 28. April 2022, mit. Eine solche Seeregulierung hat die Schwyzer Regierung nach einer Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz aus Umweltschutz- und Kostengründen verworfen.

Am Lauerzersee befindet sich eine Moorlandschaft, die Teil des Bundesinventars der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) ist. Die Schutzziele für solche Gebiete seien 2017 verschärft worden.

Gegen die Seeregulierung hätten auch die hohen Kosten gesprochen. Diese werden für einen Totalausbau der Seeweren auf rund 28 Millionen Franken geschätzt. Ein Stollen würde je nach Länge gut 30 Millionen Franken kosten.

Massnahmenpaket zur Hochwassersituation entschärfen

Der Regierungsrat hält in der Mitteilung fest, dass die wiederkehrenden Hochwasser am Lauerzersee keine Menschenleben gefährden, aber immer wieder Sachschaden verursachen würden. Mit einem Bündel von anderen Massnahmen wolle er die Hochwassersituation spürbar und langfristig entschärfen.

So sollen etwa die Grundeigentümer direkt am Objekt selber vorsorgen aber auch durch den Kanton beraten werden. Die Seeweren soll an neuralgischen Stellen ausgebaut werden, insbesondere zwischen Ausfluss und Restaurant Bauernhof und im Einmündungsbereich in die Muota.

Die im Gefährdungsgebiet des Hochwassers liegenden Gebäude könnten mit einem Gesamtaufwand von rund 1,5 Millionen Franken vor den direkten Folgen des Hochwassers geschützt werden.

Mehr zum Thema:

Sachschaden Hochwasser Franken Regierung Wasser