Goldau SZ: Suhlen, hecheln, Siesta – so trotzen Wildtiere der Hitze
Im Natur- und Tierpark Goldau SZ sind keine besonderen Kühlmassnahmen nötig: Die Tiere regulieren ihre Körpertemperatur selbst – Futter-Glaces dienen vor allem der Beschäftigung.

Wildtiere hecheln, suhlen sich, geben Wärme ab oder werden in kühleren Stunden aktiv. ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ Steigen die Temperaturen, passen auch Tiere ihr Verhalten an. Während Menschen ihren Körper vor allem durch Schwitzen kühlen, nutzen Wildtiere unterschiedliche Strategien: Sie hecheln, suhlen sich im Schlamm, geben Wärme über gut durchblutete Körperregionen ab oder verlegen ihre Aktivitäten in die kühleren Tageszeiten. Im Natur- und Tierpark Goldau können sie diese natürlichen Mechanismen in naturnah gestalteten Anlagen optimal nutzen.
Warme Sommertage gehören für viele Tierarten zu ihrem natürlichen Jahresverlauf. Im Laufe der Evolution haben sie deshalb unterschiedliche physiologische und verhaltensbezogene Mechanismen zur Regulation ihrer Körpertemperatur entwickelt. Auch für die Tiere des Natur- und Tierparks Goldau sind keine besonderen Kühlmassnahmen nötig.
«Unsere Tiere sind an sommerliche Temperaturen generell gut angepasst. In den naturnah gestalteten Anlagen können sie selbst wählen, wo sie sich aufhalten und ihre Aktivitäten in die kühleren Tageszeiten verlegen. Wichtig ist, dass ihnen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung steht», erklärt Dr. Pascal Marty, Leiter Zoologie des Natur- und Tierparks Goldau.
Von Schlammbad bis Siesta: Jede Tierart kühlt anders
Welche Strategie ein Tier nutzt, hängt von seinen Anpassungen an den natürlichen Lebensraum ab.
Wildschweine besitzen kaum funktionstüchtige Schweissdrüsen und können überschüssige Wärme nur sehr begrenzt über die Haut abgeben. Deshalb suhlen sie sich regelmässig im Schlamm. Das verdunstende Wasser entzieht dem Körper Wärme; zugleich schützt die Schlammschicht vor intensiver Sonneneinstrahlung und lästigen Insekten.
Wölfe und Luchse kühlen ihren Körper vor allem durch Hecheln. Dabei verdunstet Wasser über die Schleimhäute der Zunge, Maulhöhle und oberen Atemwege und führt so Wärme ab. Zwar besitzen Wölfe und Luchse auch Schweissdrüsen an den Fussballen, für die Regulierung der Körpertemperatur spielen diese jedoch wegen ihrer kleinen Oberfläche kaum eine Rolle.
Huftiere wie Rothirsche, Sikahirsche, Steinböcke oder Mufflons können Wärme auch über Schweiss abgeben. Die Effizienz unterscheidet sich aber von Art zu Art. An heissen Tagen reduzieren Huftiere ihre Aktivität während der Mittagszeit und verlegen das Äsen in die Nacht oder die kühleren Morgen- und Abendstunden. Zusätzlich geben sie Wärme über die Haut und durch Verdunstung über die Atemwege ab.
Auch Syrische Braunbären vermeiden grosse Hitze vorwiegend durch ihr Verhalten: Tagsüber ruhen sie in kühleren Bereichen und nutzen Wasserstellen zur Abkühlung. Ihr dichtes Fell schützt nicht nur im Winter vor Kälte, sondern wirkt auch im Sommer isolierend und kann dadurch verhindern, dass sich der Körper bei direkter Sonneneinstrahlung zu schnell aufheizt.
Futter-Glaces: Abwechslung mit kühlendem Nebeneffekt
An besonders heissen Tagen erhalten einzelne Tierarten des Natur- und Tierparks Goldau – beispielsweise Wildschweine, Hausschweine, Fischotter oder Syrische Braunbären – Futter-Glaces. Die mit Früchten, Gemüse oder anderen geeigneten Futtermitteln gefüllten Eisblöcke dienen in erster Linie der Beschäftigung, dem sogenannten Enrichment. «Die Tiere müssen sich ihr Futter erarbeiten, wie dies auch in der Natur der Fall ist», sagt Dr. Pascal Marty.
«Die Abkühlung ist ein willkommener, aber sehr geringer Nebeneffekt – wichtiger ist, dass die Tiere ihre bewährten und natürlichen Strategien zur Abkühlung selbstständig einsetzen können.»
Parkstrasse 38 Attachments
Wildschweine suhlen sich gerne im Schlamm,
NTPG_Wildschweine.jpg
… während Wölfe ihren Körper vor allem durch Hecheln kühlen.
NTPG_Wolf_2.jpg
Mufflons geniessen frisches Wasser …
NTPG_Mufflon.JPG
… und Syrische Braunbären halten sich bei hohen Temperaturen gerne im Wasser auf.










