Abnehmspritze macht schlaff: Jetzt nehmen Brust-OPs zu
Die Schweiz führt die internationale Rangliste an: Abnehmspritzen wie Ozempic oder Wegovy boomen bei uns. Das hat auch einen Einfluss auf Schönheits-OPs.

Das Wichtigste in Kürze
- Abnehmspritzen boomen in der Schweiz. Rund 4 Prozent nahmen oder nehmen ein GLP-1-Medikament.
- Eine Praxis stellt fest, dass sich immer mehr Frauen nach der Gewichtsabnahme für eine Brust-OP melden.
- Denn: Ein grosser Gewichtsverlust kann zu schlaffer Haut führen. Damit fühlen sich einige offenbar unwohl.
Abnehmspritzen boomen in der Schweiz: Obwohl der Anteil Übergewichtiger geringer ist als in den USA und Deutschland, werden sie pro Kopf bei uns mehr eingesetzt.
2024 wurden diese GLP-1-Medikamente erstmals als Mittel zum Abnehmen von der Krankenkasse übernommen. Wenig später wurde bekannt, dass wir die Rangliste anführen.

Eine repräsentative Umfrage von 2026 zeigte, dass rund vier Prozent der Bevölkerung GLP-1-Spritzen nahmen oder nehmen. Die Hälfte davon hat sie bereits wieder abgesetzt.
Es ist bekannt: Wer viel Gewicht verliert, hat danach oftmals mit überschüssiger, schlaffer Haut zu kämpfen.
Unter anderem die Brust, die bei Frauen zu grossen Teilen aus Fettgewebe besteht, kann betroffen sein. Und das zeigt sich bereits im OP-Saal.
Nachfrage dürfte weiter steigen
Praxismanagerin Yannick Amos vom Breast Atelier, einer Spezialklinik für Brustoperationen in Zürich, sagt zu Nau.ch: «Wir stellen eine leicht zunehmende Nachfrage fest.»
Viele, die sich für eine Brust-OP entscheiden, haben zuvor mit der Spritze abgenommen.
Amos berichtet: «Wir sehen mittlerweile immer wieder Patientinnen, die mit GLP-1-Medikamenten deutlich Gewicht verloren haben.»
Diese Frauen würden sich nach dem Gewichtsverlust wegen eines Volumenverlusts oder einer erschlafften Brust in der Klinik melden.
Die Entwicklung dürfte gerade erst begonnen haben. «Ich gehe davon aus, dass wir solche Patientinnen in Zukunft häufiger sehen werden», sagt die Praxismanagerin.
Schweizweit gibt es keine Zahlen. Der Branchenverband der Schönheitschirurginnen und -chirurgen, Swiss Plastic Surgery, meldet keine eindeutige Brust-OP-Zunahme nach Gewichtsverlusten.
Dass das nicht bekannt ist, kann laut einer Sprecherin aber auch daran liegen, dass es keine separate Statistik gibt. Daher seien die Zahlen schwer zu ermitteln.
Nur Straffung oder auch Implantat?
Verschiedene Eingriffe seien möglich, wenn man nach der Gewichtsabnahme mit der neuen Form der Brüste unzufrieden ist.
Was empfohlen wird, hängt von der Ausgangslage ab, erklärt Amos bei Nau.ch. «Manchmal reicht eine Bruststraffung aus. Wenn gleichzeitig viel Volumen verloren gegangen ist, kann eine Straffung auch mit einem Implantat kombiniert werden», sagt sie.

Bei einer Bruststraffung wird die Brust angehoben und neu geformt. Dabei wird überschüssige Haut entfernt, oft mit einem Schnitt unterhalb der Brustwarze.
Die Praxismanagerin betont: «Wichtig ist, dass das Zielgewicht vor einer Operation möglichst erreicht und über eine gewisse Zeit stabil ist.»
Bei wem sich die Brust am meisten verändert
Eine konkrete Kilogrammzahl – ab wie viel Gewichtsverlust es zu überschüssiger Haut an der Brust kommt – gebe es nicht.
«Wie stark sich die Brust verändert, hängt vom Ausmass der Gewichtsabnahme ab», sagt Amos. «Aber auch vom Alter, der Hautqualität und dem ursprünglichen Brustvolumen.»
Grundsätzlich gelte: Je grösser und schneller der Gewichtsverlust, desto wahrscheinlicher sind sichtbare Veränderungen.













