Goldau SZ: Tierpark schliesst Jubiläumsjahr mit Gewinn ab

Tierpark Goldau
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Schwyz,

Der Natur- und Tierpark Goldau SZ zog an seiner 100. Generalversammlung Bilanz: Das Jubiläumsjahr 2025/26 schloss trotz Investitionen positiv ab.

Goldau SZ
Goldau SZ: Natur- und Tierpark Goldau (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Gleichzeitig präsentierte er ein positives finanzielles Ergebnis und zeigte auf, wohin die Reise in den kommenden Jahren führt.

Mit rund 130 Gästen war die 100. GV des Natur- und Tierparks Goldau am 29. August 2026 im Park-Restaurant «Grüne Gans» sehr gut besucht. Im Zentrum stand der Rückblick auf ein Geschäftsjahr, das ganz im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums stand. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Spezialangeboten und kommunikativen Massnahmen feierte der Park sein hundertjähriges Bestehen – und richtete gleichzeitig den Blick nach vorne.

«Nachdem wir im vergangenen Jahr auf 100 Jahre Park-Geschichte zurückgeblickt haben, möchten wir heute vor allem zeigen, wo wir stehen, was wir im vergangenen Jahr erreicht haben und wie wir den Park weiterentwickeln», erklärte Präsidentin Regula Straub an der GV.

Positives Ergebnis im Jubiläumsjahr

Finanziell zeigte sich das Berichtsjahr vielschichtig. Trotz zusätzlicher Investitionen im Jubiläumsjahr schloss der Natur- und Tierpark Goldau das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis ab. Der Betriebsertrag erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von CHF 13.82 Mio. auf CHF 14.68 Mio. Das Betriebsergebnis betrug rund CHF 697'000, das Jahresergebnis CHF 222'000.

Erfreulich entwickelten sich insbesondere die Einnahmen aus Spenden, Beiträgen und Patenschaften sowie dem Tierpark-Shop. Gleichzeitig zeigte die konsequente Prozessoptimierung und Kostensteuerung Wirkung: Die Energieaufwendungen konnten um 15 Prozent, die IT- und Verwaltungskosten um 21 Prozent gesenkt werden. «Wir haben im Geschäftsjahr unsere Kosten und Strukturen genau analysiert und wichtige Grundlagen geschaffen. Das gibt uns die nötige Stabilität, um die Weiterentwicklung des Parks gezielt und gewissenhaft anzugehen», erläuterte Katrina Wenger, Direktorin des Natur- und Tierparks Goldau.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgten im Berichtsjahr die tierischen Höhepunkte. Im Januar 2026 kamen erstmals seit 18 Jahren wieder Syrische Braunbären im Park zur Welt. Die beiden Jungtiere sind nicht nur Publikumslieblinge, sondern auch ein wichtiges Zeichen für die erfolgreiche Haltung und Zucht dieser gefährdeten Unterart.

Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung der neuen Wildschwein-Anlage im März 2026.

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit entstand ein moderner, naturnaher Lebensraum mit strukturiertem Waldboden, Rückzugsmöglichkeiten, Wasserstellen und verschiedenen Elementen zur Nahrungssuche für die Tiere. Die neue Anlage verbindet Tierwohl und natürliche Verhaltensweisen mit Wissensvermittlung und einem attraktiven Gästeerlebnis.

Bereits im Mai 2025 durfte sich der Park nach mehr als einem Vierteljahrhundert erstmals wieder über Luchsnachwuchs freuen. Die Jungtiere Janka und Katinka leisten einen wichtigen Beitrag zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. «Worauf ich persönlich sehr stolz bin, ist die Entwicklung, die wir bei den Tieren bereits erreicht haben», betonte Regula Straub.

«Nachwuchs ist nicht nur eine Attraktion für unsere Gäste. Er ermöglicht den Tieren auch, artspezifische Verhaltensweisen und einen natürlichen Lebenszyklus auszuleben, und spielt bei bedrohten Tieren eine wichtige Rolle im Artenschutz.»

Artenschutz über die Parkgrenzen hinaus

Auch ausserhalb des Parks engagierte sich der Natur- und Tierpark Goldau für bedrohte Tierarten. Das in Tschechien geschlüpfte und in Goldau von Bartgeiern aufgezogene Jungtier «Generl» wurde im Frühling 2025 ausgewildert. Ebenfalls ausgewildert wurden ein Steinkauz in Deutschland und drei Habichtskäuze in Österreich.

In einem spannenden Kurzreferat vermittelte Dr. Pascal Marty, Leiter Zoologie und Kurator des Natur- und Tierparks Goldau, an der GV zudem Einblicke in die Entwicklung des Populationsmanagements und dessen heutige und zukünftige Bedeutung für wissenschaftlich geführte Zoos und Tierparks. Dabei ging er auf die verschiedenen Möglichkeiten des Populationsmanagements ein und erläuterte die ethischen und biologischen Konsequenzen der verschiedenen Methoden.

Bildung als wichtiger Pfeiler

Die Bildungsarbeit nimmt im Park weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Mit Angeboten für unterschiedliche Altersgruppen – von den Mini Rangern über unterschiedlichste Schulprogramme bis zu Führungen für Kinder und Erwachsene – vermittelt der Natur- und Tierpark Goldau Wissen über Natur- und Artenschutz und schafft unmittelbare Naturerlebnisse.

Dass Bildungsarbeit enorm wichtig ist, unterstreicht auch die finanzielle Unterstützung der Kantone Schwyz und Zug für die nächsten fünf Jahre – ein wichtiges Signal, das auch Katrina Wenger betonte: «Bildung gehört zu unseren zentralen Aufgaben. Wer Tiere und ihre Lebensräume kennt und versteht, entwickelt auch eine höhere Bereitschaft, sich für deren Schutz einzusetzen.»

Im Anschluss sprach Katrina Wenger über die Zukunft des Parks. Dieser befindet sich in einer Transformations-, Aufbau- und Investitionsphase. Im Zentrum der Unternehmensstrategie steht die Frage, wie die Anforderungen an einen modernen, wissenschaftlich geführten Zoo mit einem attraktiven Naturerlebnis und einer wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung verbunden werden können.

Schwerpunkte liegen auf modernen Tieranlagen, einer hohen veterinärmedizinischen Qualität, zeitgemässen Gästeangeboten sowie der Digitalisierung interner Prozesse.

Verabschiedungen und neue Ehrenmitglieder

Mit Erwin Suter und Werner Schibig wurden an der GV zwei langjährige Mitglieder der Verwaltungskommission verabschiedet. Erwin Suter engagierte sich während acht Jahren im Vorstand, unter anderem als Vizepräsident und Vorsitzender des Finanzausschusses. Werner Schibig gehörte dem Gremium neun Jahre an und wirkte als Aktuar sowie im Projekt- und Findungsausschuss mit.

Präsidentin Regula Straub würdigte ihren ausserordentlichen Einsatz, ihre Verlässlichkeit und ihr langjähriges Engagement für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Natur- und Tierparks Goldau. Zu neuen Kommissionsmitgliedern wurden Othmar Stöckli und Prof. Dr. Marta Manser gewählt.

Rund 130 Personen nahmen an der diesjährigen GV des Natur- und Tierparks Goldau teil.

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