Goldau SZ: Tierpark-Kindergarten weckt internationales Interesse

Tierpark Goldau
Tierpark Goldau

Schwyz,

Anfang September haben Forschende aus sieben Ländern den Tierpark-Kindergarten in Goldau SZ besucht. Sie erhielten Einblick in das Lernen mitten in der Natur.

Goldau SZ
Natur- und Tierpark Goldau (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat Anfang September den Tierpark-Kindergarten im Natur- und Tierpark Goldau besucht. Der Besuch fand im Rahmen einer Scientific Week zum Thema «Advancing Outdoor Education» statt. Das in der Schweiz einzigartige Bildungsmodell zeigt, wie Lernen in und mit der Natur die Entwicklung von Kindern ganzheitlich unterstützen kann. Wissenschaftler aus aller Welt besuchten den Kindergarten im Natur- und Tierpark Goldau.

Seit Beginn des Schuljahres 2023 verbringt eine Gruppe von Kindergartenkindern der Schule Lauerz ihren Lernalltag mehrheitlich im Natur- und Tierpark Goldau. An vier Tagen pro Woche werden die Kinder in der vielfältigen Umgebung des Parks nach dem Lehrplan 21 unterrichtet, einen Tag verbringen sie gemeinsam mit den anderen Kindergartenkindern in der Schule. Der Tierpark-Kindergarten ist eine Kooperation der Schule Lauerz, der Pädagogischen Hochschule Schwyz und des Natur- und Tierparks Goldau.

Natur als vielseitiger Lernraum

Im Zentrum des Konzepts stehen das unmittelbare Entdecken, Erleben und Erfahren, das Lernen mit allen Sinnen sowie die Förderung des Umweltbewusstseins. Die Kinder beobachten Tiere, arbeiten mit Naturmaterialien, bewegen sich meist im Freien und erkunden ihre Umgebung selbständig. Dadurch werden kognitive, emotionale, soziale und motorische Fähigkeiten miteinander verbunden.

«Die naturnahe Umgebung bietet vielfältige Lerngelegenheiten. Kinder können hier Zusammenhänge begreifen und erleben sie unmittelbar, statt sie nur aus Büchern vermittelt zu bekommen», erklärt Prof. Dr. Dr. Jürgen Kühnis, Dozent für Umweltbildung an der Pädagogischen Hochschule Schwyz.

Erfahrungen international teilen

Im Rahmen der von der PH Zürich organisierten Scientific Week erhielten die Gäste aus Norwegen, Schweden, Luxemburg, Deutschland, Italien, den USA und der Schweiz Einblick in den Alltag des Tierpark-Kindergartens sowie in weitere Bildungsformate des Natur- und Tierparks Goldau. Anschliessend wurden die Erfahrungen gemeinsam reflektiert und mit Ansätzen und Rahmenbedingungen aus verschiedenen Ländern verglichen.

Der Besuch hinterliess Eindruck: «Es war grossartig zu sehen, wie sehr die Kinder des Tierpark-Kindergartens in der Natur zu Hause sind. Besonders beeindruckt hat mich auch die Zusammenarbeit zwischen Schule, Tierpark und Hochschule. Einen solchen Kindergarten hätte ich selbst gerne besucht», meint Dr. Gabriele Lauterbach vom Norwegian Centre for Learning Environment and Behavioural Research in Education der University of Stavanger (Norwegen).

Auch für Juri Vonwyl, Leiter Umweltbildung des Natur- und Tierparks Goldau, ist der internationale Austausch wertvoll: «Wir freuen uns, dass der Tierpark-Kindergarten über die Region hinaus Interesse weckt. Gleichzeitig bietet uns der Austausch die wichtige Möglichkeit, unsere Erfahrungen weiterzugeben und neue Impulse für unsere Bildungsarbeit mitzunehmen.» Das Ziel ist klar. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen langfristig auch in weitere Kindergärten und Schulstufen sowie in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen einfliessen.

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