SP LU fordert kommunale Entscheidungskompetenz für Hitzefrei
Bei ausserordentlicher Hitze sollen Luzerner Gemeinden künftig eigenständig Hitzefrei an den Volksschulen anordnen können. Das verlangt die SP per Postulat.

Aufgrund des Klimawandels werden Hitzeperioden häufiger, länger und intensiver. Dies stellt die Schulen zunehmend vor grosse Herausforderungen.
SP-Kantonsrat André Renggli verlangt in einem Postulat, dass Gemeinden im Kanton Luzern die Möglichkeit erhalten, bei ausserordentlicher Hitzebelastung an den Volksschulen eigenständig Hitzefrei oder eine befristete Anpassung des Präsenzunterrichts anzuordnen.
Viele Schulräume können bei hohen Temperaturen nur ungenügend gekühlt werden. Insbesondere ältere Schulhäuser verfügen oft nicht über ausreichende bauliche oder technische Möglichkeiten, um über längere Zeit angenehme Lernbedingungen sicherzustellen.
Handlungsmöglichkeiten reichen nicht mehr aus
Hohe Temperaturen in Schulzimmern erschweren die Konzentration, beeinträchtigen das Lernen und belasten Schüler und Lehrpersonen körperlich. Besonders jüngere Kinder und vulnerable Personen sind bei anhaltender Hitze stärker betroffen.
Wenn Hitzetage nicht nur einzeln auftreten, sondern sich über mehrere Tage oder gar Wochen hinziehen, reichen die bisherigen Handlungsmöglichkeiten der Schulen teilweise nicht mehr aus.
Das Postulat verlangt vom Regierungsrat, einen Vorschlag auszuarbeiten, wie den Gemeinden ein klarer rechtlicher Handlungsspielraum geschaffen werden kann. Dabei soll geprüft werden, ob kantonale Mindestkriterien sinnvoll sind, etwa aufgrund von Hitzewarnungen, Raumtemperaturen, der Dauer einer Hitzewelle oder der konkreten Situation in einzelnen Schulhäusern.
Praxistaugliche Lösungen gefragt
Zentral ist dabei, dass der Betreuungsauftrag der Volksschule weiterhin gewährleistet bleibt. Es geht nicht darum, Unterricht leichtfertig ausfallen zu lassen. Vielmehr sollen Gemeinden und Schulen die Möglichkeit erhalten, bei ausserordentlicher Hitze rasch, verantwortungsvoll und angepasst an die lokalen Verhältnisse zu reagieren.
Denkbar sind neben vollständigem Hitzefrei auch verkürzte Unterrichtszeiten, früherer Unterrichtsbeginn, Unterricht an kühleren Orten oder besondere Schutzmassnahmen.
«Die Gemeinden kennen ihre Schulhäuser, ihre Infrastruktur und die lokalen Verhältnisse am besten. Wenn Schulzimmer über längere Zeit zu heiss werden, braucht es klare Möglichkeiten, um Kinder, Lehrpersonen und den Schulbetrieb zu schützen», sagt SP-Kantonsrat und Gemeinderat (Ebikon) André Renggli.
Mit dem Vorstoss soll der Regierungsrat aufzeigen, wie eine praxistaugliche und rechtlich klare Lösung für den Kanton Luzern ausgestaltet werden kann.










