SP Frauen Luzern: Gesundheit ist eine Gleichstellungsfrage

SP Luzern
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Am 14. Juni ist Feministischer Streiktag. Die SP LU fordert mit drei Vorstössen: Gleichstellung muss sich in der Finanz- und Gesundheitspolitik widerspiegeln.

Luzerner Kantonsspital
Das Luzerner Kantonsspital. - Keystone

Zum Feministischen Streiktag vom 14. Juni erinnern die SP Frauen Luzern daran, dass Gleichstellung weit über gleiche Löhne hinausgeht.

Sie betrifft die Verteilung von Care-Arbeit ebenso wie die Frage, ob öffentliche Mittel, Forschung und Gesundheitsversorgung die Lebensrealitäten von Frauen ausreichend berücksichtigen.

Gleichstellung muss sich auch in der Finanz- und Gesundheitspolitik widerspiegeln

Frauen leisten nach wie vor den grössten Teil der unbezahlten Betreuungs-, Pflege- und Sorgearbeit.

Gleichzeitig wird bei staatlichen Ausgaben und Investitionen nur selten systematisch untersucht, wie Frauen und Männer von öffentlichen Leistungen profitieren.

Und auch im Gesundheitswesen zeigen sich nach wie vor strukturelle Ungleichheiten: Krankheiten und Beschwerden von Frauen werden oft später erkannt, weniger erforscht oder nicht ausreichend ernst genommen. Die Folgen tragen die Betroffenen, ihre Angehörigen und letztlich die gesamte Gesellschaft.

Anlässlich des feministischen Streiktags reicht die SP Luzern deshalb drei Vorstösse im Kantonsrat ein, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Gleichstellung muss sich auch in der Finanz- und Gesundheitspolitik widerspiegeln.

Gender Budgeting

Mit einem Vorstoss fordert Kantonsrätin Simone Brunner die Einführung von Gender Budgeting.

Damit soll untersucht werden, wie öffentliche Ausgaben und Einnahmen auf Frauen und Männer wirken und ob bestehende Ungleichheiten durch staatliche Investitionen unbeabsichtigt verstärkt werden.

«Öffentliche Budgets sind nicht automatisch geschlechtsneutral. Gender Budgeting macht sichtbar, wer von staatlichen Leistungen profitiert und wo Versorgungslücken oder Benachteiligungen bestehen», sagt Simone Brunner. «Nur wenn wir diese Unterschiede kennen, können wir öffentliche Mittel fair und wirksam einsetzen.»

Fokus Frauengesundheit

Zwei weitere Vorstösse von Kantonsrätin Sara Muff richten den Fokus auf die Frauengesundheit. Einerseits soll geprüft werden, wie Menschen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko frühzeitig erkannt und gezielt in die Früherkennung einbezogen werden können.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Früh erkannt, bestehen oft sehr gute Behandlungschancen. Trotzdem hängt der Zugang zu Vorsorge, Information und Früherkennung noch immer stark von individuellen Ressourcen, Wissen und Wohnort ab.

«Gerade junge Frauen werden bei der Brustkrebsvorsorge noch zu oft übersehen. Dabei kann eine frühe Diagnose entscheidend sein», sagt SP-Kantonsrätin und Pflegefachfrau Sara Muff.

Viele Betroffene, wenig Sichtbarkeit

Ein weiterer Vorstoss setzt bei Endometriose an. Obwohl schätzungsweise jede zehnte Frau betroffen ist, dauert es oft viele Jahre bis zu einer Diagnose.

Betroffene erleben häufig, dass starke Schmerzen normalisiert oder psychologisiert werden. Viele kämpfen sich jahrelang durch Alltag, Ausbildung oder Beruf, ohne ernst genommen zu werden oder Zugang zu spezialisierter Behandlung zu erhalten.

«Wenn Frauen jahrelang mit starken Schmerzen leben und nicht ernst genommen werden, dann ist das nicht einfach ein individuelles Schicksal, sondern ein strukturelles Problem unseres Gesundheitssystems», so Sara Muff.

Dass eine so verbreitete Krankheit gesellschaftlich und medizinisch noch immer so wenig Sichtbarkeit erhält, ist kein Zufall. Medizinische Forschung orientierte sich historisch lange am männlichen Körper als Norm. Die Folgen davon wirken bis heute nach – in Forschung, Diagnostik, Therapie und Versorgung.

Öffentliche Mittel geschlechtergerecht einsetzen

Für die SP Frauen Luzern ist klar: Gleichstellungspolitik, Finanzpolitik und Gesundheitspolitik gehören zusammen.

Wer Gleichstellung ernst nimmt, muss sicherstellen, dass öffentliche Mittel geschlechtergerecht eingesetzt und ausreichend in Prävention, Forschung und Versorgung im Bereich der Frauengesundheit investiert werden.

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