«Bundeshaus Aktuell»: Luzerner FDP-Politiker ziehen Bilanz
Mit über 80 Gästen fand am 26. März 2026 die Veranstaltungsreihe «Bundeshaus Aktuell» der Luzerner FDP-Bundesparlamentarier statt. Diesmal in der Messe Luzern.

Am 26. März 2026 luden die Luzerner FDP-Bundesparlamentarier Damian Müller und Peter Schilliger zur Veranstaltungsreihe «Bundeshaus Aktuell» nach Luzern ein.
Über 80 Gäste folgten der Einladung in die Messe Luzern und informierten sich aus erster Hand über Aktuelles aus dem Bundeshaus.
Zu Gast waren FDP-Kantonsrätin Jacqueline Theiler sowie FDP-Fraktionspräsident Patrick Hauser. Sie berichteten aus dem Kantonsrat.
Messe Luzern als perfekter Austausch-Treffpunkt
Fabienne Meyerhans, Leiterin Bereich Messe und Geschäftsleitungsmitglied präsentierte den Betrieb der Messe Luzern.
Mit ihren flexiblen Hallen, modernen Forenräumen und einer Ausstellungsfläche von rund 15'000 Quadratmeter ist die Messe Luzern die Nummer sechs der Messeplätze der Schweiz und bietet Raum für Veranstaltungen unterschiedlichster Art.
Als beliebter Treffpunkt für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik bringt die Messe Luzern jährlich Zehntausende Menschen zusammen und schafft genau jenen Austausch, der auch für Formate wie «Bundeshaus Aktuell» zentral ist.
Im politischen Teil der Veranstaltung führte FDP-Vizepräsident und Kantonsrat Andreas Bärtschi das Gespräch mit den beiden Bundesparlamentariern.
Damian Müller: «Bundesrecht muss überall gelten»
Die Diskussion zur Stromversorgung habe gezeigt, wie gross der Handlungsdruck ist. Versorgungssicherheit und Finanzierung müssten endlich zusammen gedacht werden.
«Wir müssen ehrlich sagen, wer den Strom von morgen bezahlt. Es kann nicht sein, dass am Ende die Allgemeinheit für Einzelinteressen aufkommt», betonte Ständerat Damian Müller. Gleichzeitig müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent vorangetrieben werden, kombiniert mit Technologieoffenheit.
Ein wichtiger Erfolg der Session ist für Müller die Annahme seiner Motion zum Vollzug von Wegweisungen. Heute werde Bundesrecht je nach Kanton unterschiedlich umgesetzt, das untergrabe die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats.
Neu soll ein anderer Kanton einspringen können, wenn der zuständige Kanton nicht handelt. «Bundesrecht muss überall gelten. Es geht nicht um Zentralisierung, sondern um Verlässlichkeit und Fairness.»
«Neutralität war nie ein starres Konzept»
Klar positionierte sich Müller auch zur Neutralitätsinitiative. Eine starre Verankerung lehnt er entschieden ab: «Neutralität war nie ein starres Konzept. Sie war immer ein Instrument, um die Schweiz zu schützen.» Eine fixe Verfassungsregel würde den Handlungsspielraum massiv einschränken und die Schweiz in Krisen politisch blockieren. «Gerade für ein exportorientiertes Land wäre das ein Risiko.»
Deutlich widersprach Müller zudem Forderungen nach höheren Lohnabgaben zur Finanzierung der 13. AHV-Rente. «Wer Arbeit verteuert, schwächt den Standort. Das trifft Arbeitnehmende, KMU und die junge Generation.» Es brauche eine solide und ehrliche Finanzierung statt zusätzlicher Belastungen.
Abschliessend unterstrich Müller den Reformbedarf bei der Wohnungsknappheit sowie beim Vollzug des Dublin-Systems. «Wir haben kein Erkenntnisproblem – wir haben ein Umsetzungsproblem. Jetzt braucht es den Mut, bestehende Blockaden zu lösen.»
Peter Schilliger: Finanzen, Asyl und Infrastruktur
Nationalrat Peter Schilliger stellte in seinen Ausführungen die Bundesfinanzen ins Zentrum. Das Entlastungspaket 2027 sei im parlamentarischen Prozess deutlich abgeschwächt worden. Nach Streichung zentraler Elemente durch die Mitte und der linken Seite sei ein deutlich reduziertes Paket übriggeblieben, welches seinem ursprünglichen Ziel kaum noch gerecht werde.
«Mit Ausnahme der FDP ist offensichtlich keine der Parteien bereit, jetzt endlich Prioritäten zu setzten» stellte er fest. Das Geldverteilen in Bundesbern auf Kosten der Steuerzahler gehe somit munter weiter.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Mobilität. Die Verbindung Luzern–Bern sei seit Jahren überlastet, ein Halbstundentakt lasse jedoch weiter auf sich warten: «Diese Verbindung braucht endlich die Kapazität, die sie verdient.» Auch Grossprojekte wie der Durchgangsbahnhof Luzern seien entscheidend für die Zukunft der Region.
Mit Blick auf die langfristige Energieversorgung brachte Schilliger zudem die Diskussion rund um die Blackout-Initiative ein. Für ihn ist klar, eine gesetzliche Korrektur zu Gunsten der Kerntechnologie ist zwingend.
Apéro-Austausch in offener Gesprächsatmosphäre
Im Anschluss kamen auch die kantonalen Vertretenden zu Wort. Die Stadt-Luzerner FDP-Kantonsrätin Jacqueline Theiler sowie Fraktionspräsident Patrick Hauser berichteten aus erster Hand über die aktuellen Geschäfte im Luzerner Kantonsrat und gaben Einblicke in die politischen Schwerpunkte der Region.
Der direkte Austausch zwischen Kantons- und Bundespolitik wurde von den Gästen sehr geschätzt.
Beim abschliessenden Apéro entstand eine offene Gesprächsatmosphäre, in der sich die Teilnehmenden rege mit den Parlamentariern austauschten. Damit bestätigte sich einmal mehr der Wert von «Bundeshaus Aktuell»: Politik wird nahbar und diskutiert wird dort, wo die Meinungen entstehen.
Das nächste «Bundeshaus Aktuell» findet am Montag, 29. Juni 2026, im Wahlkreis Willisau statt.










