Köniz BE: Ein Viertel der Buchen erholt sich nicht mehr

    Gemeinde Köniz
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    Der Hitzesommer hat den Wäldern in Köniz BE stark zugesetzt. Beim Trinkwasser blieb die Versorgung dagegen jederzeit sichergestellt.

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    Die Gemeindeverwaltung Köniz ist hinter dem Zentrumskreisel und dem Migros-Einkaufszentrum zu sehen (Symbolbild) - Nau.ch

    Wie geht es der Landschaft in Köniz nach einem Sommer wie diesem? Aus der Bevölkerung kamen Anfragen, wie es um die Bäume steht und ob die Gemeinde genügend Trinkwasser hat. Der Revierförster und der Leiter der Könizer Wasserversorgung ordnen ein.

    «Wir werden es nächsten Frühling sehen, wie die Bäume sich nach diesem Hitzesommer erholt haben.» Revierförster Simon Salzmann betreut die Waldgebiete in Köniz, die mehrheitlich Privatwälder sind. Für eine Bilanz sei es zu früh, aber ja, viele Bäume litten.

    Schutzreaktion der Bäume

    Drei Monate früher als üblich habe sich das Laub verfärbt. «Im Sommer war es Herbst.» Das betraf vor allem sonnenexponierte Stellen und ist zuerst als Schutzreaktion der Bäume zu erklären.

    «Wenn der Baum zu wenig Wasser hat, um es über die Blätter zu verdunsten, stösst er die Blätter ab. Er muss das Wasser sparen.»

    Die Krone treibt nicht aus

    Die Buche und die Birke haben stark gelitten. Das sehe man in den Wäldern bereits von weitem. Aber auch die Weisstannen sind betroffen: «Der Waldboden ist voller Nadeln.» Gewöhnlicherweise fallen sie nicht aus.

    Man gehe davon aus, dass ein Viertel der betroffenen Buchen sich nicht mehr erhole. «Sie sterben teilweise oder ganz. Die oberen Kronenbereiche treiben dann im Frühjahr nicht mehr aus.»

    Robuste Eiche Simon Salzmann berät die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer unter anderem im Bereich der Schutzwaldplanung und Wiederaufforstung. Hinsichtlich des Klimawandels, sagt er, sei der Waldumbau seit sehr vielen Jahren bereits ein Thema. Je nach Höhenlage setze man andere Baumarten.

    Im Raum der Gemeinde Köniz setze man grosse Hoffnung in die Eiche. Sie sei sehr wetterrobust.

    Der Wasserfilter

    Ein gesunder Wald hat auch für den Wasserkreislauf eine wichtige Bedeutung. Zum Beispiel als Wasserbremse: Das Blätterdach schützt den Boden bei Starkniederschlägen. Es staffelt und verzögert den Abfluss.

    Der durchwurzelte Waldboden speichert Wasser wie ein Schwamm. Und er filtert es. Ein erster Schritt in der Trinkwasserreinigung.

    Hat Köniz genügend Trinkwasser? Einige Gemeinden rund um Köniz haben diesen Sommer aufgrund von Wasserknappheit Verbote zu gewissem Wasserverbrauch herausgegeben. Köniz hat dies nicht getan.

    Empfohlen wurde allerdings ein sparsamer Umgang mit Wasser. «Köniz liegt zwischen der Aare und der Sense», erklärt der Leiter der Wasserversorgung Köniz, Fabio Nuozzi. Diese versorgten den Untergrund laufend mit Grundwasser.

    Vorausschauende Planung

    Die Könizer Wasserversorgung ist 1911 entstanden und hat zehn Reservoirs über alle Ortsteile platziert, so dass immer genügend Trinkwasser im Gebiet ist. Wenn ein Reservoir ausfällt, liefert ein anderes das Trinkwasser. Früh wurde die Problematik erkannt, dass Quellen bei Wärme als erste austrocknen.

    Bis eine Quelle nach einem Regen nachgespiesen wird, könne es Monaten dauern. Je nach dem wo die Quelle gespiesen werde. Das könne sehr weit entfernt sein.

    Eine solch vorausschauende Planung ist auch heute zentral. Netze verbinden Für die langjährige Planung des Wasserbezugs spiele auch die Netz-Verbindung mit umliegenden Gemeinden eine Rolle. So steht Köniz in Verbindung mit Bern, Neuenegg und Gemeinden am Längenberg.

    Mit Bern und dem Wasserverbund Region Bern (WVRB) ist ein gegenseitiger Austausch möglich. Köniz kann Neuenegg und die Gemeinden am Längenberg bei Bedarf mit Wasser unterstützen. Umgekehrt ist die Versorgung nur beschränkt möglich.

    Wertvolles Trinkwasser

    In Köniz ist die Trinkwasserversorgung aktuell sichergestellt. «Ein bewusster Umgang mit Wasser ist dennoch sinnvoll», sagt der Leiter der Wasserversorgung. Auch die Gemeinde reduzierte die Bewässerung der Sportplätze auf das nötige Minimum während den frühen Morgenstunden. Wenig Wasser in der Landschaft

    «Die anhaltende Trockenheit hat sich unterschiedlich auf unsere Bäche ausgewirkt.» Urs Pulver, Landwirt und unter anderem für den Gewässerunterhalt zuständig, berichtet: «Einige Bäche führten noch Wasser, andere trockneten fast vollständig aus.» Besonders wichtig sei es daher, die natürlichen Wasserspeicher in unserer Landschaft zu erhalten.

    Dazu gehören intakte Bäche, humusreiche Böden sowie Hecken und Wälder.

    Fische im Überlebenskampf Beschattung durch Ufervegetation und naturnahe Gestaltung sollen insbesondere die Bäche widerstandsfähiger machen. Das unterstützt auch die Fische, die diesen Sommer im Überlebenskampf waren und es immer noch sind. Das kantonale Fischereiinspektorat rettete mit Fischereivereinen und Pächterinnen und Pächter Fische aus austrocknenden Gewässern mit Notabfischungen.

    In Köniz waren die Fischbestände der Sense und des Schwarzwassers stark betroffen. Für das Schwarzwasser gilt ein Fischereiverbot noch bis Ende September. Bis in den September gelten die Probleme für Fische durch Hitze und Trockenheit in Köniz und in vielen Teilen des Kantons als erheblich. Wie Köniz den klimatischen Herausforderungen begegnet

    Die Gemeinde Köniz setzt in ihrem Legislaturplan 2026–2029 klare Ziele, um Köniz klimaresilient zu gestalten. Dafür hat sie auch konkrete Massnahmen definiert. Darunter fällt die Idee der Schwammstadt: Überschüssiges Wasser kann direkt vor Ort gespeichert werden, damit es bei Hitze wieder verdunstet und so die Umgebung abkühlt.

    Auch sollen versiegelte Flächen minimiert und bei eigenen Projekten vermieden werden. Strassen sollen klimaangepasst gestaltet werden. In der Landwirtschaft sind Pilotprojekte für eine klimaresilientere Agrarbewirtschaftung in Vorbereitung.

    Das Erreichen von «Netto Null» bis 2045 bei den CO2-Emissionen ist ein zentrales Ziel beim Umgang mit den Ressourcen.

    Pflanzen Sie einen Klimabaum Sie planen auf Ihrem Grundstück einen Baum zu pflanzen in der Nähe eines Fussdwegs, einer Strasse oder eines öffentlichen Aufenthaltsorts? Wenn ein Baum der Öffentlichkeit zugute kommt, können Sie die Gemeinde Köniz um einen Zustupf bis zu 500 CHF pro Baum anfragen. Dabei wird eine Vereinbarung mit der Gemeinde abgeschlossen und als künftiger Klimabaum im Schutzplan der Gemeinde aufgenommen.

    Fische schützen Beachten Sie die Informationstafeln und respektieren Sie die Rückzugs- und Ruhezonen der Fische. Waten Sie nicht durch betroffene Gewässer. Melden Sie tote Fische in Fliessgewässern dem Fischereiinspektorat oder der Polizei.

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