Köniz BE: Dreissig Jahre Unterstützung für die Spielgruppen

    Gemeinde Köniz
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    In Köniz BE gehören 13 Spielgruppen zum Trägerverein, den die Gemeinde seit rund 30 Jahren unterstützt. Das hält die Preise für die Familien tief.

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    Die Gemeindeverwaltung Köniz von vorne fotografiert (Symbolbild) - Nau.ch

    Ein erster Schritt von zuhause weg: Spielgruppen begleiten ein Kind behutsam in eine Gemeinschaft ausserhalb des Elternhauses. Seit dreissig Jahren unterstützt die Gemeinde Könizer Spielgruppen und stärkt damit die frühkindliche Integration und Bildung.

    Seit rund 20 Jahren leitet Jacqueline Engel Spielgruppen. Sie ist die Präsidentin des Spielgruppenvereins Köniz und leitet die Spielgruppe «Chinderschlössli» an geradezu märchenhafter Lage in der ehemaligen Schreinerei im Schloss Köniz. Zusammen mit Angelina Morgenthaler und Alexandra Messerli betreut sie an fünf Vormittagen jeweils acht bis zwölf Kinder im Alter zwischen zweieinhalb und vier Jahren.

    Freies Spielen

    «In der Spielgruppe geht es darum, dass Kleinkinder beginnen, selbständig zu spielen. Das heisst: Sich allmählich mit sich selbst oder anderen Kindern zu beschäftigen», erklärt Jacqueline Engel. Natürlich hätten sie ein Rahmenprogramm mit Morgenritual, einem gesunden Znüni, Geschichtenerzählen und einem Draussenspielen. Der Raum sei aber so vorbereitet, dass die Kinder dazwischen frei verschiedene Spielangebote nutzen können.

    Spielerisch fördern

    Das freie Spiel sei das Herzstück in einer Spielgruppe. Bis Kleinkinder das zusammen können, brauche es Zeit und natürlich Ideen. Jacqueline Engel legt viel Wert auf qualitative Spielangebote.

    Sie mag Spielzeug nach der Montessori-Methode: Gläser mit Bohnen zum Beispiel, um zu sortieren, zu greifen, zu zählen. Beliebte Spielsachen – die Top drei: ein Handy, ein Schwert oder eine Pistole – sollen sich Kinder selber basteln können. Spielen und Basteln gehören zum frühkindlichen Lernprozess.

    Die Spielgruppenleiterinnen geben Impulse oder stellen Fragen, damit die Kinder möglichst selbständig etwas ausprobieren.

    Kuschelbüffel Kuno hilft

    In der Spielgruppe finden Kleinkinder ein anderes Setting vor als zuhause. Sie kommen mit anderen Kindern zusammen, die sie noch nicht kennen. Kuschelbüffel Kuno, eine Handpuppe, begrüsst und verabschiedet die Kinder jeweils gewitzt und hilft den Kindern, den Einstieg in die andere Umgebung zu finden.

    Ganz im Sinne der frühkindlichen Bildung geht es auch um eine behutsame Vorbereitung für den Kindergarten.

    Die Spielgruppe begleitet den frühen Ablösungsprozess von zuhause. Oft ist hier der erste Ort, wo das Kind Erfahrungen in einer Gruppe macht.

    In Kontakt kommen

    Häufig werde die Spielgruppe ergänzend zur Kita gewählt, berichtet Jacqueline Engel. Ein Vormittag sei für kleine Kinder meistens ideal, auch für die Eltern zum Erledigen von Haushalt oder Homeoffice.

    Während sie zu Beginn des Spielgruppenjahres noch einzeln spielen, lernen die Kinder mit der Zeit, mit anderen Kindern Kontakt aufzunehmen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. An einem Morgen im September ist das zu beobachten: Ein Junge spielt am Fenster ruhig für sich mit Sand. Ein Mädchen baut Klotztürme und beobachtet, was die anderen tun.

    Im munteren Selbstgespräch schiebt ein Bub sein Duplo-Allinclusive-Piratenschiff über den Boden.

    Eltern zusammenbringen

    Jacqueline Engel bezieht aber auch die Erziehungsberechtigten bewusst mit ein: Sie organisiert im Jahr fünf Elternmorgen. Dort sollen sich auch die Eltern kennenlernen und austauschen können. Ein Angebot, das gerade für Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger hilfreich sein kann.

    Einerseits funktionieren die Kontakte unter Kindern im Kleinkindalter nur über die Eltern, andererseits lernen Erwachsene häufig über ihre Kinder andere Erwachsene kennen.

    Für Chancengerechtigkeit

    Spielgruppen sollen auch Familien ansprechen, die aufgrund ihrer sozialen oder sprachlichen Situation isolierter leben. Das Spielgruppenangebot wird daher auch von der Sozial- oder Mütter-und-Väter-Beratung oder dem Frühförderprogramm schritt:weise empfohlen. Fremdsprachige Kinder profitieren bereits vor der Einschulung vom Kontakt mit deutschsprachigen Kindern und Betreuerinnen und Betreuer. Das erleichtert den Start in den Kindergarten.

    «Spielgruppen leisten einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit, indem sie Kindern unabhängig von ihrer sozialen, sprachlichen oder familiären Ausgangslage einen gelungenen Start ins Leben ermöglichen», erklärt Dominique Bühler, Direktionsvorsteherin Bildung und Soziales.

    Frühe Sprachförderung

    Die Sprachentwicklung ist ein wichtiger Aspekt in jeder Spielgruppe. Ein spezifisches Angebot gibt es in der Spielgruppe «Stärnli» im Familientreff Liebefeld. Neben Spielgruppenleiterin Elena Boos wirkt die Logopädin Bettina Nyffeler mit.

    Mit ihrem Knowhow kann sie die Kinder beim Spracherwerb unterstützen. «Ganz spielerisch und nicht schulisch», betont sie. Und schmunzelt: «Logopädie im stillen Kämmerlein haben sie dann später in der Schule.» Das Spiel sei das Allerwichtigste.

    Sie zeigt einen Stapel Spiele, mit denen die Kinder die Begriffe für Gegenstände und Tätigkeiten lernen können.

    Glückliche Kinder

    Geübt werde aber vor allem beim Miteinandersprechen. So wiederhole sie Sätze zum Beispiel korrekt oder beginne ganz bewusst eine Konversation: «Was willst du heute machen?»

    Die Kinder lernten rasch und fühlten sich dadurch sicherer. Sie lernen sich in der Gruppe auszudrücken und spüren, dass sie dazugehören.

    Die Eltern wünschten sich letztendlich glückliche Kinder, sagt Elena Boos. In der Spielgruppe können sie mit anderen Kindern spielen, drinnen oder im Garten, und nach Lust und Laune auch etwas lernen.

    «Weiterbildung ist das A&O»

    Qualität ist für die Präsidentin des Spielgruppenvereins Köniz «das A und O»: «Ich setze stark auf Weiterbildung, denn das bringt uns weiter und öffnet den Blick. Als Spielgruppenleiterinnen und Spielgruppenleiter können wir nicht stehenbleiben.» Die Unterstützung durch die Gemeinde sei diesbezüglich sehr wichtig. Die Welt verändere sich, die familiären Verhältnisse und auch die Bedürfnisse der Kinder.

    Die Gemeinde unterstützt Qualität und niedrige Preise

    Die Gemeinde Köniz unterstützt den Spielgruppenverein Köniz seit rund 30 Jahren über eine Leistungsvereinbarung. Der Trägerverein zählt aktuell 13 Spielgruppen als Mitgliedsvereine. Spielgruppen sind privatwirtschaftlich organisiert.

    Der jährliche Beitrag an den Trägerverein kommt diesen 13 Spielgruppen als Pro-Kopf-Beitrag pro Kind und als Beitrag an die Infrastruktur zugute. Damit sorgt die Gemeinde auch dafür, dass die Preise für dieses wichtige vorschulische Angebot niedrig gehalten werden können. Für Spielgruppen gibt es keine Betreuungsgutscheine.

    Die Gemeinde unterstützt zudem die Weiterbildungen, um die Qualität der Frühen Förderung zu stärken.

    Qualitätslabel SSLV

    Mehrere Könizer Spielgruppen sind mit dem Qualitätslabel des Schweizerischen Spielgruppen-Leiterinnen und Leiter-Verbands ausgezeichnet. Das Zertifikat ist für die Spielgruppen freiwillig und beruht auf pädagogischen Konzepten.

    Könizer Spielgruppen

    Ob im Spielzimmer, auf dem Spielplatz oder im Wald oder in der Natur – das Angebot ist breit.

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