Die Mitte Hinterland AR setzt sich derzeit mit der Mobilitäts-Lebensqualität in Herisau auseinander. Zudem ist beim politischen Nachwuchs Schwung aufgekommen.
Die Mitte Hinterland AR
«!-? Aktion» im Jahr 2019 der Mitte Hinterland AR in Herisau. - z.V.g.

Zur Regionalpartei «Die Mitte Hinterland AR» gehören die Gemeinden Herisau, Hundwil, Schönengrund, Schwellbrunn, Stein, Urnäsch und Waldstatt. Nau hat mit Parteipräsident Stefan Ries unter anderem über aktuelle Themen, welche die Partei beschäftigten, sowie den politischen Nachwuchs gesprochen.

Nau.ch: Wofür setzt sich die Die Mitte Hinterland AR im Allgemeinen ein?

Stefan Ries: Die Mitte Hinterland AR wie auch die anderen Parteisektionen setzen sich für eine Ausgewogenheit von Freiheit, Solidarität und Verantwortung ein. Im Zentrum steht bei uns der Mensch – einerseits als Mitglied der Gemeinschaft, aber genauso auch als Individuum in einer guten Balance. Wichtig sind für uns Familie in allen Formen, eine gesunde Wirtschaft, gute Bildung mit Chancengleichheit und soziale Verantwortung.

Nau.ch: Welche Themen beschäftigen Ihre Partei aktuell?

Stefan Ries: Unsere Partei ist hauptsächlich auf zwei Ebenen aktiv. Zum einen die klassische politische Arbeit mit unserer Fraktion im Einwohnerrat und unsere Vertretung im Gemeinderat. In diesem Bereich beschäftigt uns derzeit vor allem die finanzielle Lage, in der sich Herisau gegenwärtig befindet.

Zum anderen widmen wir uns im Parteivorstand Themen, die die Lebensqualität in Herisau ganz explizit betreffen. Das bekannteste Beispiel daraus dürfte wohl die Initiative zum Generationenplatz Kreckel sein, der dann vom Verein Spielinsel (www.vereinspielinsel.ch) realisiert wurde. Einem Verein, der nicht zur Mitte gehört, aber aus engagierten Herisauern besteht, wozu natürlich auch einige unsrer Mitglieder gehören.

Die Mitte Hinterland AR
Stefan Ries, Präsident Die Mitte Hinterland AR. - z.V.g.

Gegenwärtig erörtern wir hier Themen der Mobilitäts-Lebensqualität in Herisau, wie zum Beispiel Abstimmung der Busfahrpläne für Pendler, P+R als Schnittstelle zu Öffentlichen Verkehr oder den Bedenken des möglichen Verkehrskollapses infolge der Rosenbergsanierung-Verkehrssteuerung. Je nachdem, wie wir die Situation beurteilen, machen wir einen Vorstoss in geeigneter Form. Dieser kann vom klärenden Gespräch bis zu parlamentarischen Mitteln reichen.

Nau.ch: Was gefällt Ihnen an der Region Herisau besonders?

Stefan Ries: Spontan würde ich am heutigen Tag sagen, dass es über der Nebelgrenze liegt. Tatsächlich gefällt mir an Herisau die Lage in der herrlichen Appenzeller-Landschaft mit den wunderbaren Aussichten, die man auf den zahlreichen Wanderwegen geniessen kann.

Herisau selbst hat für mich die optimale Grösse. Es ist gross genug, um das meiste, was man zum Leben braucht, zu bieten – inklusive Einkaufsmöglichkeiten, Kultur, unterschiedliche Arbeitsplätze etc. Herisau ist aber auch klein genug, sodass man sich noch kennt.

Nau.ch: Wie steht es um den Nachwuchs in Ihrer Partei? Wie motivieren Sie den Nachwuchs für die Politik?

Stefan Ries: Wie viele andere Parteien hatten wir lange das Problem, dass der Altersdurchschnitt unsere Mitglieder eher im Steigen begriffen war. Gelegentlich konnten wir «Alten» zwar jüngere Neumitglieder gewinnen – nicht selten die Kinder von Mitgliedern. Aber so richtig verjüngt hat sich die Partei dadurch nicht.

Seit nun aber unsere jungen Mitglieder diesen Aspekt in die Hand genommen haben, ist so richtig Schwung in das Thema gekommen. Heute dürfen wir auf etliche engagierte junge Parteimitglieder zählen. So konnte auch am 18. Juni dieses Jahres die Junge Mitte Appenzell Ausserrhoden gegründet werden, die sehr viel Beachtung erhält.

Die Junge Mitte AR
Vorstand Die Junge Mitte AR. - z.V.g.

Nau.ch: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Partei?

Stefan Ries: Wir als Die Mitte Hinterland AR, aber auch Die Mitte AR, Die Mitte Vorderland AR sowie die beiden neu gegründeten Parteien Die Mitte Mittelland AR und Die Junge Mitte AR haben in den vergangenen beiden Jahren viele Änderungen, Anpassungen und Neuerungen in die Wege geleitet. Ich wünsche mir, dass diese sich weithin so positiv entwickeln, wie sie gestartet sind und dass das dadurch initiierte Wachstum unserer Partei weiterhin so anhält.

Für die Politlandschaft, in der wir aktiv sind, wünsche ich mir eine Entwicklung des politischen Selbstbewusstseins, weg vom politischen «Egalsein», das heute leider sehr verbreitet ist. Konkret heisst das zum Beispiel, dass die Wähler nicht Politikern ihre Stimme geben, deren Werte-Kompass sie nicht kennen (können) und bei denen sie keine Ahnung haben, ob sie ihre Interessen tatsächlich vertreten.

Das kann dann der Fall sein, wenn Personen oder Gruppierungen zur Wahl antreten, die nur ein einziges Thema haben oder gar einen kommerziellen Interessenverband vertreten. Auch wenn das immer wieder zu beobachten ist, stimmt mich die Diskussion mit unseren neuen Jungmitgliedern zuversichtlich, dass eine Generation heranwächst, die sich vermehrt wieder dafür interessiert, was ihre Vertreter in Parlament und Regierung machen.

Zur Person

Stefan Ries ist 58-jährig und wohnhaft in Herisau. Der Präsident der Mitte Hinterland AR ist ehemaliger Einwohnerrat Herisau und ehemaliger Präsident der FIKO Herisau. Stefan Ries ist verheiratet, Vater von drei Töchtern sowie Opa von drei Enkelkindern. Zu seinen Hobbys zählen das Velofahren und Lesen.

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