Freiburg: 10'600 Studierende starten ins Herbstsemester
An der Universität Freiburg beginnt das Semester mit rund 10'600 Studierenden – etwas mehr als im Vorjahr. Zwei Forschende erhalten je 1,5 Millionen Euro.

Das Herbstsemester 2026 beginnt mit rund 10'600 Studierenden auf dem Campus Freiburg, eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Erfolge kann die Universität bei Innovationsprojekten und bei Fördergeldern zu Gunsten von mehreren Forschungsprojekten vorweisen. Während der Eishockey-WM im Frühling befragten Forschende das Publikum zu seinen Erfahrungen mit der Veranstaltung sowie zur Wahrnehmung des Kantons als Tourismusdestination – mit für Freiburg erfreulichen Ergebnissen.
Die leichte Zunahme insgesamt dürfte das Resultat einer positiven Entwicklung in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Medizinischen sowie der Rechtwissenschaftlichen Fakultät sein. Die kürzlich eingeführte Passerelle mit 30 Kreditpunkten erlaubt es Studierenden einer Fachhochschule einen Master of Law an der Unifr zu machen und ist einer der Erfolgsfaktoren. Erfreulich ist auch, dass das vor einem Jahr angekündigte und heuer eingeführte Bachelorprogramm in «Politikwissenschaft» auf Anhieb fast 30 Studierende begeistern konnte.
Innovative Fakultäten
Die sechs Fakultäten sind von Gesetzes wegen zuständig für Lehre und Forschung. In einem schnelllebigen Umfeld passen sie ihr Lehrangebot laufend an die den wechselnden Anforderungen an.
So bietet beispielsweise die Theologische Fakultät ab diesem Studienjahr einen vollständigen Online-Bachelor-Studiengang in Theologie an. Dieses zum Präsenzstudium komplementäre Angebot wurde entwickelt, um den Studierenden die Vereinbarkeit mit einer beruflichen Tätigkeit, dem Familienleben oder anderen Verpflichtungen zu erleichtern.
Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche sowie die Rechtswissenschaftliche Fakultät bieten ab dem Herbstsemester 2027 gemeinsam einen neuen Bachelor of Science in Legal Tech an. Dabei handelt sich um ein interdisziplinäres Fach an der Schnittstelle von Rechtswissenschaften und Informatik. Es befasst sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Methoden der Informatik in der juristischen Praxis der öffentlichen Verwaltung und von Unternehmen.
Die Neue Fakultät ist sehr gut unterwegs
Bei der am 1. August 2025 gegründeten Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften verlief das akademische Jahr insgesamt reibungslos und konstruktiv, auch wenn einige punktuelle Anpassungen erforderlich waren. Im Juni 2026 wurden die ersten Bachelor-, Master-, Lehr- und Doktoratsdiplome verliehen. Die Veröffentlichung der ersten Doktorarbeiten der Fakultät markiert eine weitere wichtige Etappe.
Diese Meilensteine sind der sichtbarste Teil des Erfolgs der institutionellen Zusammenführung der ehemaligen Pädagogischen Hochschule mit der Universität.
Innovation für dereinst bezahlbarere Therapien
Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, fördert an Hochschulen vor allem Innovationsprojekte, die gemeinsam mit Unternehmen oder anderen Umsetzungspartnern umgesetzt werden. Das im Bereich der medizinischen Bildgebung führende Pharmaunternehmen Bracco Imaging, die auf die Automatisierung von Zelltherapien spezialisierte Firma Limula und Nicola Vannini, Professor in der Abteilung Medizin an der Universität Freiburg, arbeiten nun zusammen, um die für Krebspatientinnen und Krebspatienten vielversprechenden Zelltherapien erschwinglicher zu machen. Dazu sollen Herstellungsprotokolle vollautomatisiert werden, um die Zelltherapien besser und kosteneffizienter zu produzieren.
Zwei europäische Anschubfinanzierungen
Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) hat soeben die Unterstützungsempfänger für die sogenannten Starting Grants 2026 veröffentlicht. Diese fünfjährigen Stipendien sind mit 1,5 Millionen Euro dotiert. Dieses Mal profitieren zwei Freiburger Forschende von der prestigeträchtigen Förderung.
Das ist zum einen ein Projekt des Departements für Chemie und des Zentrums für Lebensmittelwissenschaften (Food Research and Innovation Center, FRIC) namens «Gastrointestinal Biocorona». Forschende der Unifr unter der Leitung von Dr. Pascal Bertsch untersuchen im geförderten Projekt erstmals, was mit Medikamenten passiert, die in Fett eingekapselt sind. Manche Medikamente können heute nur gespritzt verabreicht werden.
Nun möchten die Forschenden die orale Aufnahme verbessern. Letztlich geht es auch ganz allgemein um ein verbessertes Verständnis von Fettverdauung.
Das andere Forschungsprojekt, Imago Caeli (lateinisch für Bild des Himmels), geht der Frage nach, wie Menschen in der Antike die Sterne am Himmel deuteten. Was wir heute als Sternbilder kennen, wurde von verschiedenen Kulturen unterschiedlich interpretiert und mit Geschichten, Helden, Tieren oder mythologischen Wesen verbunden. Die Forschenden um Dr. Fabio Spadini untersuchen, wie diese Himmelsbilder in Mesopotamien, Griechenland und Rom entstanden, sich verbreiteten und im Laufe der Zeit veränderten.
Forschende und Studierende brillieren
Die Universität Freiburg freut sich zudem über weitere Förderzuschüsse und Auszeichnungen. So haben beispielsweise vier Forschende der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät eine europäische Marie Skłodowska-Curie-Förderung erhalten. Insgesamt fliesst damit ein Betrag von über einer Million Euro nach Freiburg.
Damit wird unter anderem an einer Methode für das Ablösen von Klebstoffen durch UV-Bestrahlung oder gegen altersbedingte Sehschwächen vertieft geforscht.
Auch die Studierenden haben erfreuliche Erfolge aufzuweisen. So gewann ein Team der Rechtswissenschaftlichen Fakultät beim international renommierten Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot in Wien den ersten Platz im Memorandum für die Beklagtenseite und wurde mit dem prestigeträchtigen Werner Melis Award ausgezeichnet.
Eishockey-WM bringt zu Tage: Freiburg wird sehr geschätzt
Anlässlich der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in Freiburg hat der Lehrstuhl für Marketing ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Das Team von Prof. Silke Bambauer-Sachse befragte die Besucherinnen und Besucher der BCF-Arena in Freiburg, um ihre Erfahrungen mit der Veranstaltung und ihre Wahrnehmung des Kantons als Tourismusdestination zu erfassen.
Die Ergebnisse zeichnen ein sehr positives Bild. Sowohl das Schweizer als auch das internationale Publikum bewertete die Atmosphäre, den Unterhaltungswert, die Gastfreundschaft, die Sicherheit und die Erreichbarkeit der Veranstaltung sehr positiv. Bemerkenswert ist, dass sich die Bewertungen der beiden Gruppen kaum unterschieden.
Über die Veranstaltung hinaus wurde auch der Kanton Freiburg aufgrund seiner Natur, seiner Landschaften, seines kulturellen Angebots und der Freundlichkeit seiner Einwohnerinnen und Einwohner sehr positiv wahrgenommen. Die Matchbesuchenden zeigten sich zudem bereit, das Reiseziel weiterzuempfehlen und wiederzukommen.
Nun tritt das Projekt in seine zweite Phase. Prof. Martin Hubers Team vom Lehrstuhl für Angewandte Ökonometrie und Politikevaluation wird die Bewertung ihrer Auswirkungen auf den Kanton untersuchen in den Bereichen Tourismus, Mobilität und Beschäftigung.






