SRG streicht jeden fünften Chefposten
Die SRG streicht einen Fünftel ihrer obersten Kaderstellen und muss bis 2029 rund 270 Millionen Franken sparen. Auch beim Programm gibt es Einschnitte.

Das Wichtigste in Kürze
- Über 20 Prozent der Chefposten bei der SRG fallen in Zukunft weg.
- Bis 2029 muss das Unternehmen rund 270 Millionen Franken einsparen.
- Auch das Programm ist betroffen: Die SRG kürzt bestehende Formate, streicht aber keine ganzen Sendungen.
Die SRG stellt sich grundlegend neu auf. Mit dem Transformationsprojekt «Enavant» will die SRG digitaler, effizienter und flexibler werden. Bis 2029 muss das Unternehmen insgesamt rund 270 Millionen Franken einsparen. Das berichtet die SRG in einer Medienmitteilung.
Der Grund für den Sparkurs liegt unter anderem in der Reduktion der Medienabgabe, die der Bundesrat beschlossen hat. Als erstes Etappenziel sollen bis 2027 bereits 80 Millionen Franken eingespart werden. Diese Summe ist nun auf die einzelnen Regionen und Unternehmensbereiche verteilt worden.

Die SRG hat dabei einen klaren Grundsatz festgelegt: Das Programm soll so weit wie möglich geschützt werden. Rund 95 Prozent der Einsparungen für 2027 werden laut SRG in Strukturen, Prozessen und Herstellungsweisen erzielt.
Die SRG verändert ihre Führungsstruktur
«Auf den obersten Führungsebenen bauen wir über 20 Prozent der Führungspositionen ab», sagt SRG-Generaldirektorin Susanne Wille. Gleichzeitig schütze die SRG das Programm, wo immer es geht.
Die neuen Führungspositionen sind mittlerweile fast vollständig besetzt. Der Frauenanteil auf diesen Ebenen liegt bei über 40 Prozent. Das entspricht in etwa dem Geschlechterverhältnis im Gesamtunternehmen.
Die definitiven Zahlen zur neuen Führungsorganisation werden nach Abschluss des Stellenbesetzungsprozesses veröffentlicht.

Wille und hält fest: «Diese Veränderungen sind anspruchsvoll für das Unternehmen und insbesondere für die betroffenen Mitarbeitenden. Sie sind aber notwendig, um die SRG digitaler, effizienter und beweglicher zu machen. Und auch künftig einen starken Service public für die Schweiz zu leisten.»
Das Programm verändert sich trotzdem spürbar
Trotz des Fokus auf strukturelle Einsparungen wird auch das Programmangebot nicht unberührt bleiben. Die SRG will aber keine ganzen Sendungen streichen, sondern Einsparungen innerhalb bestehender Formate vornehmen.
Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen den vier Sprachregionen ausgebaut werden.
Im technischen und betrieblichen Bereich stehen auch Einsparungen an. Die internen Supportbereiche wie Finanzen, HR und Kommunikation sollen überproportional zum Sparziel beitragen.
SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina betont dabei die regionale Verankerung: «Die notwendigen Einsparungen verlangen von der gesamten SRG grosse Veränderungen. Entscheidend ist, dass wir diese jetzt verantwortungsvoll umsetzen.»
Dazu stärke das Unternehmen die Zusammenarbeit über die Sprachregionen hinweg. Gleichzeitig bleibe die regionale Verankerung für die SRG zentral. «Wir bleiben auch in Zukunft in allen Sprachregionen mit unseren Studios nahe bei unserem Publikum», so Cina.
Stellenabbau trifft auch das Personal
Die Sparmassnahmen werden auch Auswirkungen auf die Mitarbeitenden haben. Ein Teil des Stellenabbaus soll durch natürliche Fluktuation und Pensionierungen aufgefangen werden.
In den nächsten Tagen informieren die vier Sprachregionen über die konkreten Auswirkungen auf ihr Programm. SRF startet am 14. September 2026 mit der Kommunikation für die Deutschschweiz.
RTS folgt am 15. September für die Westschweiz, RSI am 16. September für die italienischsprachige Schweiz.
Den Abschluss macht RTR am 17. September für die rätoromanische Schweiz.












