Stadtrechnung 2025 übertrifft budgetierten Gewinn deutlich
Die Stadtrechnung 2025 der Stadt Frauenfeld erzielt ein Plus von 12,67 Millionen Franken. Hohe Steuererträge und tiefere Ausgaben prägen das positive Resultat.

Wie die Stadt Frauenfeld mitteilt, budgetierte sie für das Jahr 2025 einen Gewinn von 3,45 Millionen Franken. Erzielt wurden 12,67 Millionen Franken, was einer Verbesserung um 9,22 Millionen Franken entspricht. Von den geplanten Nettoinvestitionen von 11,63 Millionen Franken konnten nur 8,14 Millionen Franken umgesetzt werden.
Bei Strassen- und Kanalisationsprojekten ist es üblich, dass Zeitpunkt und Höhe der effektiv anfallenden Kosten vom Budget abweichen. Zu viele Einflussfaktoren lassen sich nicht verlässlich abschätzen, sodass Abweichungen vorprogrammiert sind. Geplant waren Nettoinvestitionen von 7,40 Millionen Franken (nach Abzug der Budgetkorrektur von 20 Prozent). Umgesetzt wurden 4,67 Millionen Franken.
Auch in anderen Bereichen konnten nicht alle geplanten Vorhaben im gewünschten Umfang realisiert werden. So ist etwa der Wechsel der städtischen IT langsamer vorangeschritten als erhofft. Zudem konnten verschiedene Planungen für die städtische Raumentwicklung nicht angegangen beziehungsweise nicht im geplanten Masse umgesetzt werden.
Mehrere Faktoren verbessern die Erfolgsrechnung
Die Verbesserungen in der Erfolgsrechnung zeigen sich in mehreren Bereichen. Dazu zählen höhere Steuererträge, noch nicht erfolgte Unterhaltsarbeiten bei Liegenschaften, tiefere Kosten und höhere Erträge in der Schlossbadi Frauenfeld sowie die Aufhebung der Überbrückungsrente von Alt Stadtrat Andreas Elliker.
Die vorzeitige Aufhebung war möglich dank konstruktiver Gespräche der beiden Parteien. Die Stadt Frauenfeld wurde durch Stadtpräsident Claudio Bernold und Alt Stadtpräsident Anders Stokholm zur jeweiligen Amtszeit vertreten.
Höhere Steuererträge
Die hohen Steuererträge im Rechnungsjahr 2024 deuteten bereits darauf hin, dass auch im Jahr 2025 mit höheren Erträgen zu rechnen ist. Diese Erwartung hat sich bestätigt. Die Steuererträge überstiegen die Erwartungen um rund 3,04 Millionen Franken.
Mit über 2 Millionen Franken im Plus trugen insbesondere die Steuern Natürlicher Personen dazu bei. Auch die Juristischen Personen verzeichneten erneut ein Wachstum und übertrafen die budgetierten Erträge um rund 646'000 Franken.
Übertroffen wurden zudem die Erwartungen betreffend Grundstückgewinnsteuern. Budgetiert wurde ein Mehrjahresdurchschnitt von rund 1,6 Millionen Franken, erzielt wurden 2,19 Millionen Franken.
Folgebewertungen der Finanzliegenschaften
Bei den städtischen Liegenschaften waren Wertsteigerungen von 6,53 Millionen Franken budgetiert, die im Bereich ordentliches Finanzvermögen erzielt werden sollten. Tatsächlich konnten nur 4,64 Millionen Franken verbucht werden.
Zusätzliche 1,78 Millionen Franken entfielen auf die Liegenschaften des Landkreditkonto. Insgesamt wurden 6,42 Millionen Franken erreicht und das Budget nahezu erfüllt. Die Liegenschaftenschätzungen werden durch externe Dritte vorgenommen.
Die Verwaltungsliegenschaften sind in die Jahre gekommen. Die Abteilung Liegenschaften plante entsprechende Unterhaltsarbeiten. Die vorhandenen personellen Ressourcen reichten jedoch nicht aus, die vorgesehenen grösseren Arbeiten umzusetzen. Dadurch reduzierte sich der Unterhaltsaufwand um über 700'000 Franken.
Schlossbadi weiterhin sehr beliebt
Der Effekt des Neuen hält an. Die Einnahmen der Schlossbadi konnten gegenüber dem Vorjahr um rund 200'000 Franken gesteigert werden. Im Budget war noch von einem leichten Rückgang ausgegangen worden.
Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Budget um rund 476'000 Franken. Gleichzeitig konnte der Betrieb weiter optimiert werden, was sich in niedrigeren Betriebskosten niederschlug. Diese reduzierten sich sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem Budget 2025 um über 165'000 Franken.
Die Nettokosten der Schlossbadi sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 146'000 Franken, gegenüber dem Budget beträgt die Verbesserung sogar 863'000 Franken.
Prämienverbilligungen steigen weiter
Obwohl die Budgetpositionen stetig nach oben korrigiert werden, übersteigen die effektiven Zahlen jeweils die Erwartungen – so auch im Rechnungsjahr 2025. Für Prämienverbilligungen und die Übernahme von Prämienausständen wurden 3,33 Millionen Franken budgetiert, effektiv mussten jedoch 3,59 Millionen Franken verbucht werden.
Auch die Kosten der Ambulanten Betreuung Krankheit und Alter stiegen: Statt der budgetierten 2,10 Millionen Franken netto fielen 2,23 Millionen Franken an.
Die Zunahme erscheint auf den ersten Blick moderat. Betrachtet man jedoch die Entwicklung der letzten fünf Jahre (2021–2025), zeigt sich bei den Prämienverbilligungen und den Kosten für die ambulante und stationäre Betreuung Krankheit und Alter ein Anstieg von rund 1,54 Millionen Franken, was knapp zwei Steuerprozenten entspricht.
Geringere Sozialhilfekosten
Die Unterstützungen im Bereich Soziale Dienste lagen 2025 insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Die Annahmen im Budget 2025 gingen von rund 1,35 Millionen Franken höheren Kosten aus. Auch im Vergleich zum Vorjahr sind die Gesamtkosten von 6,87 Millionen Franken auf 6,48 Millionen Franken gesunken.
Die gute Steuersituation setzt den Trend des Vorjahres fort und wirkt sich entsprechend auf den Finanzausgleich aus. Für den Ressourcenausgleich wurden Abgaben von 600'000 Franken erwartet, effektiv waren es 959'000 Franken.
Gleichzeitig führten die tieferen Sozialhilfekosten zu geringeren Beiträgen des Kantons: Im Soziallastenausgleich erhielt die Stadt 2,18 Millionen Franken statt der erwarteten 2,40 Millionen Franken. Insgesamt erhielt die Stadt damit rund 579'000 Franken weniger aus dem innerkantonalen Finanzausgleich.










