Arbon mit deutlichem Jahresplus

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Bodensee,

Die Stadt Arbon schliesst 2025 mit 9,6 Millionen Franken Gewinn statt mit erwartetem Defizit ab. Höhere Steuern und Aufwertungen prägen das Resultat.

Sicht Richtung Arbon Altstadt vom Bodensee aus.
Sicht Richtung Arbon Altstadt vom Bodensee aus. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Wie die Stadt Arbon mitteilt, schliesst die Erfolgsrechnung 2025 der Stadt bei 76,077 Millionen Franken Ertrag und 66,466 Millionen Franken Aufwand mit einem Ertragsüberschuss von 9'611'123,80 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 200'041 Franken.

Das erfreuliche Ergebnis 2025 ähnelt stark dem Abschluss des Vorjahres. Dominante Treiber waren einerseits betriebsbedingte Abweichungen und höhere Steuereinnahmen sowie hohe Aufwertungen der Finanzwerte von Liegenschaften im Finanzvermögen (Wertberichtigung).

Wie bereits im Vorjahr erläutert, sieht der Gesetzgeber vor, dass die Vermögenswerte der öffentlichen Körperschaften regelmässig überprüft werden und den tatsächlichen Werten entsprechend in die Vermögensdarstellung einfliessen. Das harmonisierte Rechnungsmodell 2 (HRM2) sieht vor, dass dies mindestens alle zehn Jahre geschieht oder sobald sich die effektiven Werte massgeblich verändern.

Im Jahr 2025 wurden für die Parzelle Rietli, Niederfeld 35/37, Arbon, sowie die neu ins Finanzvermögen geführte Parzelle Bahnhofstrasse 24, Arbon, Steuerwertschätzungen durchgeführt. Dies führt zu einer ausserordentlichen Ergebnisverbesserung von plus 6'038'481,25 Franken.

Geringe Budgetabweichung

Bei den betriebsbedingten Abweichungen liegt die Budgetabweichung in einem tiefen einstelligen Prozentsatz des Haushaltvolumens, was im Bereich der Planungsunsicherheit liegt.

Der betriebsbedingte Anteil des Ertragsüberschusses von 1'856'279,92 Franken ist im Wesentlichen in den Bereichen Sport und Freizeit sowie Finanzen und Steuern zu finden. Die Details zur Jahresrechnung können auf der städtischen Website im Detail eingesehen werden.

Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung 2025 schliesst mit Nettoinvestitionen in der Höhe von 4,955 Millionen Franken ab; budgetiert waren 11,248 Millionen Franken. Investitionen, die entgegen dem Budget die Aktivierungsgrenze von 100’000 Franken nicht erreichen, werden über die Erfolgsrechnung gebucht.

Zu den erheblichen Budgetabweichungen kam es vor allem deshalb, weil viele Investitionen aufgrund von Verzögerungen (Lieferanten, politische und rechtliche Verfahren, interne Prozesse und Einsprachen Dritter) bis zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen beziehungsweise nicht nach Plan bearbeitet werden konnten. Die Projekte Sportplatz, Pumptrack, Schloss, Rathausgasse 3, Friedhofskapelle, Hauptstrasse und weitere sind im Bau oder reif für die Umsetzung.

Solide Finanzlage

Bei der Beurteilung der finanziellen Lage der Stadt Arbon gilt es, sämtliche globalen und lokalen Entwicklungen zu berücksichtigen. Derzeit verfügt die Stadt Arbon über ein angemessenes und solides Mass an Eigenkapital.

Die vergangenen Jahre waren geprägt von positiven Rechnungsabschlüssen. Schulden konnten leicht abgebaut werden. Verschiedene Effekte wie Steuern früherer Jahre, Sondererträge aus dem Liegenschaftshandel, ausserordentliche Erträge, positive Effekte aus dem Finanzausgleich sowie Aufwertungen von Vermögenswerten begünstigten die positiven Rechnungsabschlüsse.

Es besteht eine solide Finanzbasis. Aufgrund dieser Ausgangslage sind die dringenden Investitionen zur Erhaltung der Werte und Gebrauchstauglichkeit der öffentlichen Infrastruktur aus heutiger Sicht tragbar.

Zahlreiche Projekte abgeschlossen

Alles in allem konnte im Jahr 2025 die Entwicklung von Arbon weiter vorangetrieben werden. Einige Früchte aus den Bemühungen der vergangenen Jahre konnten geerntet werden und werden allmählich sicht- und spürbar.

In den letzten Monaten konnten diverse Projekte und Vorhaben im Bereich der Infrastruktur und Raumplanung weitergebracht oder sogar abgeschlossen werden.

Dabei ging es um den Erhalt der Gebrauchstauglichkeit (zum Beispiel Seeparksaal, Schiessanlage Tälisberg, Strassensanierungen, Schwimmbecken, Voliere), den Werterhalt (zum Beispiel Schlossturm, Rathaus) und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität (zum Beispiel Haupt-/Promenadenstrasse, Seeufer, Badi) oder um die Erfüllung eines gesetzlichen Auftrages (Ortsplanungsrevision, Gewässerraumausscheidung, Überprüfung Sondernutzungspläne, Kauf Strausswiese).

Zudem konnten und können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Jahr 2026, nach zweijähriger Vorbereitung, über die weiteren grösseren Kreditprojekte (Aufwertung Altstadt im März, Revitalisierung Seeufer im September) abstimmen.

Verwaltung wird weiterentwickelt

In der Verwaltung wurde parallel zum ordentlichen Tagesgeschäft intensiv an der Analyse und der Weiterentwicklung von bestehenden Verwaltungsabläufen und -strukturen gearbeitet. Wo es sinnvoll erschien, wurden Arbeiten digitalisiert.

Ein bedeutender Meilenstein war der Start des Projekts zur Einführung eines Prozessmanagements. Im Ressort Soziales/Gesellschaft wurde nebst der gesetzlich definierten Arbeit die Erarbeitung eines Nachfolgeprojekts für das bestehende Frühförderprogramm forciert, und es konnten wichtige Realisierungsschritte im Rahmen der Pilotphase Jugendkulturraum erzielt werden.

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