Thurgauer EDU-Kantonsrat Sigrist zu «Keine 10-Millionen-Schweiz»
Am 14. Juni sagt der Thurgauer EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist Ja zur Nachhaltigkeits-Initiative. Ein Gastbeitrag.

Wer die Natur beobachtet, sieht ein wichtiges Prinzip: Wachstum ist begrenzt, und ein Organismus, dessen Zellen unkontrolliert wachsen, ist krank.
Warum sollte dieses Gesetz nicht auch für unser Land gelten? Die Vorstellung, wir könnten oder müssten unendlich wachsen, ist jedenfalls verführerisch gefährlich.
Die Folgen der massiven Zuwanderung – allein im Jahr 2023 über 180'000 Personen – sind überall spürbar: Wir stehen länger im Stau, die Züge sind überfüllt, die Mieten steigen rasant, und unsere wertvolle Kulturlandschaft verschwindet zunehmend unter Beton.

Echte Nachhaltigkeit bedeutet jedoch, die Schöpfung so zu verwalten, dass ihre Ressourcen auch für künftige Generationen reichen.
Auch der Fachkräftemangel wird durch stetige Zuwanderung nicht gelöst, sondern oft erst befeuert. Jeder neue Einwohner benötigt Infrastruktur und Dienstleistungen, was wiederum neuen Bedarf an Arbeitskräften schafft – ein Teufelskreis.
Zudem stellt sich die ethische Frage, was die Menschen in jenen Ländern sagen, die die Ausbildung dieser Fachkräfte finanziert haben und denen diese Menschen nun fehlen? Eigentlich ist es ziemlich unsolidarisch, anderen Nationen ihr Potenzial zu entziehen.
Die Nachhaltigkeits-Initiative ist eine notwendige Notbremse. Wir stehen vor der Wahl: Uferloses Wachstum oder gesunde Selbstbeschränkung?
Mit der nächsten Generation vor Augen lege ich am 14. Juni ein Ja in die Urne.
Zum Autor
Andreas Sigrist (*1962) ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. Der Landwirt und Theologe ist verheiratet, hat drei Söhne und lebt in Guntershausen.






