Chur: Neues Tool zeigt Gemeinden Lücken in der Sportförderung

Fachhochschule Graubünden
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Die FH Graubünden in Chur macht mit «PROMO Sport» die kommunale Sportförderung vergleichbar. 65 Prozent der befragten Gemeinden halten diese für wichtig.

Chur
Chur: Sport- und Kongresszentrum Arosa (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Eine effektive Sport- und Bewegungsförderung ist ein wichtiger Standortfaktor für Gemeinden. Wie sie umgesetzt wird, unterscheidet sich jedoch teilweise deutlich. Das Forschungsprojekt «PROMO Sport» der Fachhochschule Graubünden macht die kommunale Sportförderung vergleichbar und zeigt auf, wo Entwicklungspotenzial besteht und wie dieses genutzt werden kann.

Wer im Fussballverein trainiert, im Turnverein aktiv ist oder regelmässig eine lokale Sportanlage nutzt, kommt mit kommunaler Sportförderung in Berührung – oft, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn Gemeinden schaffen wichtige Rahmenbedingungen dafür, dass sich Menschen bewegen und Sport treiben können: Sie stellen Sportanlagen zur Verfügung, unterstützen Vereine oder koordinieren lokale Sportangebote. Wie sie diese Aufgaben wahrnehmen und welche Schwerpunkte sie dabei setzen, ist jedoch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Im Rahmen des Projekts «PROMO Sport» haben sich Forschende des Zentrums für Verwaltungsmanagement der FH Graubünden diesem Thema angenommen. Gemäss ihren Erkenntnissen ist sich eine Mehrheit der Gemeinden der Relevanz der Thematik bewusst: So geben rund 65 Prozent der in der Studie befragten Gemeinden an, dass Sportförderung für sie wichtig oder sehr wichtig ist. «Wir verfolgen das Ziel Transparenz über die kommunale Sportförderung zu schaffen. Wir wollten eine Grundlage erarbeiten, die es Gemeinden ermöglicht ihre Sportförderung zu vergleichen und gezielt weiterzuentwickeln», sagt Projektleiter Curdin Derungs.

Neues Tool: Sportförderung erfassen, einordnen und anpassen

Herzstück des Projekts sei der sogenannte «PROMO Sport – Gemeinde-Check». Anhand eines Fragebogens erhalten Gemeinden eine automatisierte Auswertung ihres Ist-Zustands und erfahren, welchem Sportfördertyp sie entsprechen. Laut Studie gelten 30 Prozent der Gemeinden als «Impulsgeberinnen».

Sie setzen in der Sportförderung vor allem auf Kommunikation, Information sowie Anerkennung und fördern den Sport eher über Aktivierung und Sichtbarkeit als über formale oder angebotsbezogene Instrumente. Weitere 26 Prozent zählen zu den Gemeinden als «Multiplikatorinnen», die den Sport primär über Vereine, Schulsport und bewegungsfreundliche Rahmenbedingungen unterstützen. Lediglich 15 Prozent der Gemeinden sind «Programmstrateginnen» und verfolgen einen konzeptionellprogrammatischen Förderansatz mit vergleichsweise starken Akzenten bei eigenen Angeboten, Sportkoordination und formalen Grundlage.

Daneben gibt es Gemeinden als «Systemmanagerinnen» (20 Prozent) und «Eventmacherinnen» (9 Prozent).

«Der ‹PROMO Sport Gemeinde-Check› kann ein wichtiger Baustein der kommunalen Sport- und Bewegungsförderung sein. Dank seines niederschwelligen Zugangs unterstützt er Gemeinden mit unterschiedlichen Voraussetzungen dabei, Entwicklungspotenziale zu erkennen und die Sportförderung systematisch und auch räumlich weiterzuentwickeln», sagt Maximilian Schubiger. Er ist Leiter Raum und Infrastruktur beim Bundesamt für Sport BASPO. Das Bundesamt hat zusammen mit den Gemeinden Aarau, Chur und Rüti sowie den Kantonen Aargau und Graubünden in einer Begleitgruppe am Projekt mitgewirkt.

Damit entstehen sowohl Grundlagen für einen schweizweiten Vergleich der kommunalen Sportförderung als auch ein praxisnahes Instrument, mit dem Gemeinden ihre eigene Situation einordnen und ihre Sportförderung optimieren können. Der PROMO Sport Gemeinde-Check wird mittelfristig auch auf Französisch verfügbar sein.

Wirkungsorientierte Verwaltungsführung und Gemeindemanagement

Das Zentrum für Verwaltungsmanagement der FH Graubünden fördert das unternehmerische Handeln in der öffentlichen Verwaltung und in Non-Profit-Organisationen (NPO) mit dem Ziel, die Effizienz und Effektivität zu steigern. Dazu vermittelt es angewandtes Wissen, entwickelt praxisfähige Lösungen für die wirkungsorientierte Verwaltungsführung und forscht in ausgewählten Schwerpunkten – insbesondere zum Gemeindemanagement. Das Zentrum für Verwaltungsmanagement ist in der Weiterbildung, Beratung und angewandten Forschung tätig und versteht sich als Anlaufstelle und Drehscheibe für kleine und mittlere Gemeinden.

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