Prix Velo 2026: Burgdorf ist die velofreundlichste Stadt
Burgdorf verteidigt seinen Spitzenplatz: Bei der nationalen Umfrage von Pro Velo erzielt die Stadt die schweizweit beste Note und gewinnt erneut den Prix Velo.

Winterthur, Burgdorf und Köniz sind die Gewinner der Ausgabe 2026 des «Prix Velo Städte» von Pro Velo Schweiz, berichtet die Stadt Burgdorf. Besorgniserregend ist, dass die Durchschnittsnote für das ganze Land weiterhin ungenügend bleibt.
«Das ist ein hartes Urteil der Velofahrenden über die unzureichende Veloinfrastruktur», meint dazu die Präsidentin von Pro Velo Schweiz, Nationalrätin Delphine Klopfenstein Broggini. Der Verband fordert die Behörden auf, rasch zu handeln, um ihre Veloinfrastruktur zu verbessern.
Von September bis November 2025 haben fast 38’000 Velofahrende aus der ganzen Schweiz die 32 Fragen zu ihren Städten beantwortet. Die Bewertung erfolgte, analog zum Schulsystem, mit Noten von 1 bis 6, mit Note 4 als Mindestanforderung.
Burgdorf erneut Spitzenreiter beim «Prix Velo»
Der «Prix Velo» wird von Pro Velo alle vier Jahre verliehen. Klassiert wurden diesmal 56 Städte, darunter 17 aus der Westschweiz und – zum ersten Mal – 3 aus dem Tessin. «Der Prix Velo ist eine Bestandsaufnahme der Velofreundlichkeit der Schweizer Städte », hält Hasan Candan, Vizepräsident von Pro Velo und Nationalrat, fest.
«Er liefert wertvolle Informationen sowohl für die teilnehmenden Gemeinden und Städte als auch für die Velofahrenden.»
Die am besten bewerteten Städte sind dieselben wie vor vier Jahren: Winterthur steht auf dem ersten Platz der Grossstädte (über 100’000 Einwohner), Köniz führt die Rangliste der mittelgrossen Städte an und Burgdorf die der Städte mit weniger als 30’000 Einwohner.
Über alle Städtekategorien gesehen hat Burgdorf die beste Note erhalten. Seit der ersten Durchführung des Prix Velo vor 20 Jahren ist die bernische Gemeinde zusammen mit Winterthur Klassenbeste.
Zürich legt deutlich zu – Tessin erstmals vertreten
Zürich, das vor vier Jahren noch die rote Laterne hatte (die diesmal nach Lugano ging), hat sich verbessert. Ebenso wie Thalwil (ZH) erhält die Stadt an der Limmat eine Auszeichnung dafür, dass sie seit der letzten Ausgabe die grössten Fortschritte erzielt hat.
In der Romandie sticht die Stadt Freiburg heraus, weil sie zusammen mit den Genfer Gemeinden Meyrin und Vernier die beste Punktzahl erzielt.
Das Tessin ist zum ersten Mal in der Rangliste vertreten. Neben Lugano (3,1 Punkte) liegen Locarno und Bellinzona mit 3,9 Punkten auf dem 19. Platz und befinden sich damit im Mittelfeld.
Mängel in vielen Bereichen
Die Auswertung der Antworten führt zu einer alarmierenden Feststellung: der Notendurchschnitt über alle Städte ist nach wie vor unter 4, also ungenügend. Weniger als ein Drittel (32 Prozent) der bewerteten Städte erreicht eine 4.
Der Durchschnitt hat sich gegenüber vor vier Jahren zwar leicht verbessert, «aber die Entwicklung verläuft viel zu langsam», sagt Hasan Candan. «Das ist ein echter Weckruf für die politischen Entscheidungsträger. Es geht – auch – um Menschenleben.»
Von den sechs untersuchten Bereichen schneidet die Sicherheit tatsächlich am schlechtesten ab (Note 3,6). Die Fragen zum Fahrkomfort (zum Beispiel ob die Ampeln auf den Veloverkehr abgestimmt sind oder die Infrastruktur in gutem Zustand ist) erreichen denselben Durchschnitt.
Bessere Infrastruktur fürs Velo gefordert
Das Klima unter den Verkehrsteilnehmern erreicht einen Durchschnitt von 4, hat sich gegenüber vor vier Jahren jedoch verschlechtert. «Das dürfte mit der steigenden Zahl von Velofahrenden zu tun haben, die sich auf unsichereren Strassen und Kreuzungen bewegen müssen», erklärt Delphine Klopfenstein Broggini.
«Genau das müssen wir ändern. Das Velo braucht mehr Platz und eine bessere Infrastruktur, so wie es das seit 2023 geltende Veloweggesetz (VWG), vorschreibt. »
Pro Velo dankt den Städten und Gemeinden. die daran arbeiten, das System Velo zu verbessern, für ihr Engagement. Das Veloweggesetz gibt allen den Weg vor. Der nächste Prix Velo wird kommen. Mindestens Note 4 muss das Ziel sein.










