Hoher römischer Offizier, dessen Küche im Gebiet Römerblick von Windisch AG ausgegraben wurde, ass neben Wild, Schweine und Singvögel auch Austern und Makrelen.
Brugg (unten) und Windisch (oben links) mit dem Bahnhof Brugg dazwischen.
Brugg (unten) und Windisch (oben links) mit dem Bahnhof Brugg dazwischen. - Wikimedia

Wie das Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau am Dienstag, 10. Mai 2022, mitteilte, müssen also im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus Meeresfrüchte aus dem Mittelmeerraum aufwändig in den heutigen Aargau transportiert worden sein.

Beim Besitzer des Hauses mit der ausgegrabenen Küche habe es sich um einen ranghohen Vertreter der elften Legion gehandelt. Das zeigten die luxuriösen Speisen und die imposante Grösse des Hauses. Eine ähnlich gut erhaltene Grossküche sei bisher nördlich der Alpen nur äusserst selten gefunden worden.

Bis zu 6000 Legionäre lebten in Windisch

Die Küche im Offiziershaus besass einen etwa zehn Quadratmeter grossen, vom Boden abgehobenen Kochherd aus Lehmziegeln und gebrannten Ziegelplatten. Für die Auswertungen, die nun in Buchform vorliegen, untersuchten die Archäologen auch einen grossen Abfallhaufen, welcher ausserhalb der Küche gefunden wurde.

Vor genau zwanzig Jahren hatten auf dem Windischer Sporn archäologische Ausgrabungen begonnen. Die damals unter anderem gefundene Offiziersküche ist heute eine Station auf dem Legionärspfad Vindonissa. Vindonissa ist der römische Name der heutigen Ortschaft Windisch. Dort lebten einst bis zu 6000 Legionäre.

Das Buch mit dem Titel «Zu Gast bei Offizieren in Vindonissa» ist in der Reihe «Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa» erschienen. Das Buch ist in digitaler Form bereits gratis zugänglich.

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