Die Kantonspolizei Bern verstärkt den Kampf gegen die verschiedenen Formen der Internet-Kriminalität. Seit gut zehn Monaten hat sie dafür ein eigenes «Kompetenzzentrum».
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Ein Hacker in Aktion. (Symbolbild) - Keystone

Das Dezernat Digitale Kriminalität nahm am 1. April 2021 seine Arbeit auf und zählt 18 Mitarbeitende. Diese unterstützen die ermittelnden Polizisten, befassen sich selber mit besonders komplexen Fällen, sind national wie international vernetzt und kümmern sich auch um die Prävention.

Adrian Nyffeler, Chef Spezialfahndung 5 bei der Kriminalpolizei, zog am Montag vor den Medien eine positive erste Bilanz. An Arbeit mangelt es der neuen Stelle nicht; die Fälle steigen auch im Kanton Bern stark an. 2020 erreichten sie mit über 2500 Fällen einen neuen Höchststand - die Zahlen für 2021 werden demnächst publiziert.

«Jeder 20. Eintrag im Polizeijournal betrifft Cybercrime», sagte Polizeikommandant Christian Brenzikofer. Für Schlagzeilen sorgen oft Sexualverbrechen; Delikte zum Beispiel von Pädokriminellen und von Sex-Erpressern machen etwa elf Prozent aller Fälle aus.

Der Grossteil entfällt mit 84 Prozent auf diverse Formen der Wirtschaftskriminalität. Das geht von den zahlreichen kleinen Fällen, bei denen jemand einem Mail-Betrüger auf den Leim ging, bis hin zu gezielten Cyberattacken, die grössere Firmen lahmlegten und in denen es um Erpressungsforderungen in Millionenhöhe ging.

Die Ermittlungen gegen die oft hoch professionell agierenden Internet-Betrüger seien aufwendig, sagte Kapo-Kommandant Brenzikofer. Aber das sei kein Grund, nicht mit allen Mitteln dagegen vorzugehen.

«Dafür brauchen wir Equipment und Personal», betonte Regierungsrat Philippe Müller (FDP). Umso wichtiger sei es, dass die Personalaufstockung bei der Polizei zum Teil für den Kampf gegen die Cyberkriminalität eingesetzt werde.

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