Alina hat den sechsten Sinn
In diesem Jahr stellt Charles Linsmayer für den BärnerBär wöchentlich Lesenswertes vor. Heute: «Was Alina sah» von Alexandra Lavizzari.

Die Mazedonierin Baba Wanga sagte 1989 den Einsturz der New Yorker Zwillingstürme voraus. So spektakulär ist es nicht, womit die Titelfigur in Alexandra Lavizzaris Roman «Was Alina sah» die Umwelt verblüfft.
Immerhin aber bringt das Adoptivkind die Basler Familie, in der es mit einer Schwester zusammen lebt, ganz schön in Verlegenheit. Denn immer, wenn sie etwas vorhersieht, wenn sie eine Vision hat, die ihr im Kopf so weh tut, dass sie unbedingt darüber reden muss, ist die Reaktion natürlich, das sei dummes Zeug.

Bis dann der Herr Neumann, dessen Tod sie vorausgesagt hat, tatsächlich stirbt, der entführte Junge wirklich in dem Haus am Kanal tot aufgefunden wird, von dem sie berichtet hat, und an den Meeresstrand, wo sie eine Tote gesehen haben will, tatsächlich eine Leiche angespült wird.
Der Vater, der in seiner Garage an einem aufklappbaren Wohnwagen bastelt, weigert sich bis zuletzt, an Alinas Fähigkeiten zu glauben, während die Schwester, die die Geschichte erzählt, noch von Prophezeiungen weiss, die sie nicht weitererzählen kann.
Die in England lebende Baslerin hat mit jeden ihrer Bücher für eine Überraschung gesorgt, so spannend erzählt aber wie über diese Alina, deren Geschichte man bis zu ihrem nicht vorausgesagten Unfalltod im väterlichen Wohnwagen im italienischen Castellucchio atemlos mitverfolgt, hat sie noch nie.








