Minneapolis – Eltern von Opfer: «Sagt Wahrheit über unseren Sohn»
Bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis wird erneut eine Person getötet. Wieder gibt es zwei komplett unterschiedliche Narrative.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Eltern des erschossenen Amerikaners in Minneapolis melden sich zu Wort.
- Sie fordern, dass die «Wahrheit über unseren Sohn» gesagt wird.
- Die Trump-Regierung behauptet, der 37-Jährige habe Einsatzkräfte attackiert.
In Minneapolis gibt es nach einem Einsatz von Bundesbeamten ein weiteres Todesopfer. Ein 37-jähriger US-Amerikaner wird am Samstagmorgen Ortszeit auf einer Strasse erschossen. Er arbeitete als Krankenpfleger und besass legal eine Waffe, die er tragen durfte.

Angaben der Regierung zufolge hätten Agenten einen illegalen Einwanderer wegen Körperverletzung festnehmen wollen. Doch es kam, wie schon in den Wochen zuvor, zur Konfrontation mit Bürgerinnen und Bürgern.
Das Todesopfer trug laut Regierungsvertretern eine geladene Waffe auf sich und habe den Einsatz der Beamten behindern wollen. Schliesslich hätte er sich der Festsetzung der Beamten gewaltsam widersetzt. Da er bewaffnet gewesen sei, habe ein Agent aus der Defensive heraus auf den Mann geschossen.
Trumps Vizestabschef Stephen Miller stempelt das Opfer als «inländischen Terroristen» ab.
Eltern wehren sich gegen Narrativ
Demokratische Politiker nennen die Erklärung der Trump-Regierung «Lügen». Die Eltern des Verstorbenen sagen in einem Statement: «Bitte sagt die Wahrheit über unseren Sohn. Er war ein guter Mann.»
Über die Vorgänge in Minneapolis und den USA sei er «sehr aufgebracht» gewesen, «so wie Millionen andere Menschen auch». Er habe es schrecklich gefunden, wenn Beamte «Kinder entführen, einfach Leute auf der Strasse schnappen. Er sorgte sich um diese Menschen und wusste, dass es falsch war, also nahm er an Protesten teil.»
Was nun über ihren Sohn von Regierungsseite erzählt werde, sei «widerlich». Er habe versucht, eine Frau zu schützen und sei mit Pfefferspray besprüht worden.

Die Trump-Regierung führt in Minneapolis seit Wochen Einsätze gegen angeblich kriminelle und illegale Einwanderer durch. Bislang sind über 3000 Menschen festgenommen worden, teilte das US-Heimatschutzministerium mit.
Vor Wochen wurde bereits eine 37-jährige Mutter erschossen. Diese Woche gab es Berichte, wonach Agenten einen Fünfjährigen als Köder benutzt haben, um seinen Vater zu verhaften.
Videos zeigen: Mann zückte keine Waffe
Online kursieren, wie schon nach dem Tod einer 37-jährigen Frau vor wenigen Wochen, Videos zum Vorfall. Diese scheinen den Angaben der Behörden erneut zu widersprechen.
Auf den Aufnahmen ist zu keinem Zeitpunkt zu sehen, dass der Mann seine Waffe zückt oder Gefahr ausstrahlt. Eine Analyse der «New York Times» zeigt, wie er ein Handy in der Hand hält und anderen Personen helfen will, bevor ihn die Agenten zu Boden drücken.
Dort kommt es zum Gerangel.

Plötzlich rufen Agenten, der Mann habe eine Waffe bei sich. Ein Beamter ist in der Folge zu sehen, wie er eine Waffe aufliest und sich vom Gerangel entfernen will. Bei der Waffe handelt es sich wohl um diejenige, die den Behördenangaben zufolge dem Opfer gehörte.
Unmittelbar danach fällt der erste Schuss. Innert Sekunden knallt es mindestens zehnmal – auch dann, als der Mann bereits bewegungslos am Boden liegt.












