Seit 10 Jahren plant die Region Kiesental, ob ein Zusammenschluss von ARA-Betrieben sinnvoll wäre. An der Informationsveranstaltung orientierte die ARA Kiesental AG über den Stand der Planung.
Ifo Institut für Wirtschaftsforschung
Der Helm eines Bauarbeiters. (Symbolbild) - Keystone

Die Abwasserreinigung ist ein sehr wichtiger Service Public. Seit 1980 werden die Gewässer in der Schweiz immer sauberer, sogar in Basel ist heute ein Sprung in den Rhein bedenkenlos.

Dies ist der Verdienst der ARA’s und der Landwirtschaft. In der Schweiz dürfen wir zu Recht stolz sein auf den Gewässerschutz und damit verbunden auf gesundes Trinkwasser.

Seit 2009 plant die Region, ob ein Zusammenschluss von ARA-Betrieben sinnvoll ist. Die Regionalstudie, die uns Fr. 500‘000.- gekostet hat, kommt zum Schluss, dass ein Zusammenschluss von Grosshöchstetten, Konolfingen und Kiesen günstigeren und besseren Gewässerschutz bringen kann.

Herr Hasler, früherer Chef im AWA, hat mir versprochen: «Nur wenn das Projekt günstigeren und besseren Gewässerschutz verspricht, nur dann bauen wir eine neue ARA!» Das Grossprojekt mit dem Zusammenschluss in Münsingen wäre gemäss der gleichen Regionalstudie wesentlich teurer gekommen.

Das Abwasser hätte aufwändig gepumpt werden müssen und der Standort war noch unklar. Seit der Zustimmung der Gemeinden im Einzugsgebiet der ARA’s Grosshöchstetten Konolfingen und Kiesen hat die ARA Kiesental AG die Planung mit Standort Kiesen intensiviert.

Wir sind nun an in der Planungsphase «Vorabklärung zum Bauprojekt». Die Kredite dafür in der Höhe von Fr. 700‘000.- wurden letztes Jahr von den Trägerschaften bewilligt.

Der nächste Planungsschritt, zwischen 2020 und 2022, wird das Bauprojekt umfassen. Diese Phase wird Kosten in der Höhe von Fr. 1,3 Mio. auslösen.

Danach ist das Projekt reif, damit die Gemeinden in der Region über die neue ARA Kiesental AG befinden. Vorausgesetzt, die politischen Instanzen und die Bevölkerung stimmen dem Projekt mit dem verbesserten Gewässerschutz zu, bauen wir zwischen 2023 und 2028 unsere neue ARA Kiesental AG am heutigen Standort in Kiesen.

Wie hoch ist das Planungsrisiko?

Die gesamte Planung des Zusammenschlusses wird Kosten in der Höhe von Fr. 2,5 Mio. verursachen. Nach Abzug der kantonalen Beiträge bleibt ein Betrag von Fr. 1,5 Mio., den die drei ARA-Betriebe übernehmen müssen.

Die ARA in Kiesen übernimmt ein maximales Risiko von Fr. 375'000.-. Die Planung einer neuen ARA ist komplex.

Zum Glück haben wir Max Schachtler im Team. Er vermittelt uns das gute Gefühl von solider Ingenieursarbeit – Schritt für Schritt bis zum Ziel.

Die Risikoanalyse ergibt ein maximales Planungsrisiko von Fr. 375'000.-. Mit dieser Sicherheit, mit dem Vertrauen in den Ingenieur und mit der nötigen Zuversicht dürfen wir die Planung des anspruchsvollen Zusammenschlusses getrost fortsetzen.

Das Land

Ohne Land gibt es keinen Zusammenschluss der ARA’s in der Region, somit ist die Landfrage entscheidend. Die Rechtsamegemeinde Kiesen ist Besitzerin der notwendigen Landfläche für die regionale Kläranlage.

Während der Regionalstudie gab die Rechtsamegemeinde bereits ein positives Zeichen und unterbreitete damals ein Angebot, das von der Planungsgesellschaft wohlwollend entgegengenommen wurde.

Wer ist die Rechtsamegemeinde Kiesen?

Die Rechtsamegemeinde Kiesen gibt es schon lange, länger als die Einwohnergemeinde Kiesen. Sie ist eine Gesellschaft nach altbernischem Recht und zählt heute vierzehn Mitglieder.

Ich bin eines davon und Sekretär der Rechtsamegemeinde. In Fragen des Landhandels trete ich seit 1. März 2019 im Verwaltungsrat ARA Kiesental AG in den Ausstand.

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