Italiener (23) gibt für Ferien in St. Moritz 20'000 Franken aus
Ein junger Autoverkäufer aus Italien prahlt damit, Luxus-Ferien in St. Moritz zu verbringen: 20'000 Franken gibt er dafür jeweils aus.
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Das Wichtigste in Kürze
- Gäste debattieren in einer italienischen Talkshow über das Thema Reichtum und Armut.
- Ein junger Mann erzählt, er gebe in seinen Schweiz-Ferien um die 20'000 Franken aus.
- Es sei eine Schande, seinen Reichtum zur Schau zu stellen, kritisiert eine Frau.
Von Strandferien im eigenen Land, geschweige denn Luxus, können viele Italienerinnen und Italiener nur träumen. Der monatliche Durchschnittslohn liegt im südlichen Nachbarland bei rund 1600 Franken.
Auch Staatsangestellte sind nicht bessergestellt. So muss etwa eine Lehrperson mit einem Monatslohn von weniger als 1800 Franken auskommen.
Solche Sorgen kennt der 23-Jährige Steven nicht.
In zehn Tagen gehe er fünf, sechs Tage nach St. Moritz, sagt er. Und er verrät: «Ich denke, dass ich dort zwischen 20'000 und 25'000 Euro ausgeben werde.»
In Schweizer Franken entspricht dies rund 18'000 bis 22'000 Franken.
Suite und Spa in St. Moritz
In der noblen Engadiner Gemeinde hat der Verkäufer von Luxusautos eine Suite in einem Luxushotel gebucht.
Auch Luxusdinner und Spabesuche sind Teil seines Programms in St. Moritz. «Nach einem Skitag muss ich immer ins Spa gehen», sagt er. «So kommt man in einer oder zwei Wochen locker auf diese Summe.»
Der Italiener aus dem Publikum verteidigt mit seinen Aussagen seine Luxusferien in der Talkshow «Dritto e rovescio» auf «Rete 4». Thema der kürzlich ausgestrahlten Sendung ist unter anderem «Italien geteilt zwischen Reichen und Armen».
In einem Beitrag besucht eine Reporterin in Dubai teure Hotels und ein KI-Restaurant mit über 100 Euro teuren Menüs.
Auslöser ist die Kritik einer älteren, ins Studio zugeschalteten Frau am Umgang mit Luxus. «Ich denke, es ist eine Schande», sagt sie. «Dass Menschen zur Schau stellten, wie viel Geld sie für ein Abendessen oder ein Hotel ausgeben.»
Schliesslich kämen zugleich Millionen von Italienern nicht über die Runden.
In der Sendung entbrennt auch eine Debatte darüber, wie verdient Reichtum ist. Steven gibt an, seit rund zwei Jahren im Business zu sein.
Er habe sich nach dem Wirtschaftsstudium seine Karriere selbst aufgebaut. Sein Arbeitgeber habe ihn wegen seiner Kompetenzen genommen. «Wenn du dir etwas aufbauen kannst, kannst du alles alleine machen», hält er fest.
«Zeigen vielleicht gerne Lasagne»
Gerne zeigt der junge Senkrechtstarter auf Social Media seinen Luxus. «Wir prahlen nicht», betont er.
Und macht einen Vergleich mit dem Verhalten «älterer» Frauen: «Sie zeigen Ihren Freundinnen vielleicht gerne die Lasagne, die Sie gemacht haben.» Er hingegen poste nun mal gerne Fotos seiner Ferien in Luxushotels und -restaurants oder Flaschen, die er im Club bestelle.
Das lässt eine weitere ältere Zuschauerin nicht auf sich sitzen.
«Wir sind weder alt noch machen wir zu Hause Lasagne», kontert sie. Das Beispiel sei falsch.
Solche Angeber-Posts würden anderen Jungen das Gefühl geben, Loser zu sein, wenn sie sich gewisse Dinge nicht leisten können.
«Er hat sein Geld und kann damit machen, was er will»
Auch auf Social sorgt die Debatte für Wirbel. «Alle haben das Recht, den eigenen Reichtum zu geniessen», findet ein User. Eine Nutzerin findet: «Er hat sein Geld und kann damit machen, was er will.»
Andere User sind skeptisch.
Ein Zuschauer schreibt: Er habe noch nie von einem Verkäufer gehört, «der sich nach zwei Jahren Ferien für 20'000 bis 25'000 leisten kann.»
Er glaube es kaum. «Ansonsten Glückwunsch, solange du die Steuern bezahlt hast, kannst du mit dem Rest machen, was du willst.»
Eine Kommentierende würde auch nicht in St. Moritz Ferien machen, wenn sie 20'000 Euro vorig hätte.
St. Moritz sei «wahrscheinlich der letzte Ort», den sie besuchen würde, schreibt sie. Es erstaune sie, dass Steven dies noch an die grosse Glocke hänge.


















