Die Baselbieter Volksschulen erhalten 50 Millionen Franken, um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu steigern. Einzig die SVP hat am Donnerstag im Landrat diese Ausgaben abgelehnt.
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Kinder- und Jugendmediziner warnen in Deutschland eindringlich vor erneuten Schulschliessungen. - dpa

Den Ausgaben für die Primar- und Sekundarschule stimmten 64 Landrätinnen und Landräte zu, 14 lehnten sie ab, und vier enthielten sich der Stimme.

Für den Kanton fallen für die Jahre 2022 bis 2028 Investitionen von 50 Millionen an. Auf die Gemeinden kommen zusätzliche Kosten von rund 12 Millionen Franken zu.

«Es kostet, bringt aber auch viel - und korrigiert die Fehler der Vergangenheit», sagte der SP-Sprecher, der auf frühere Sparmassnahmen in der Bildung anspielte.

Es sei «ein sehr hoher Betrag» stellte die FDP fest. Sie unterstütze die Vorlage aber trotzdem. Und die Fraktion CVP/GLP lobte, dass auch in die Primarschule investiert werde und nicht nur in die Sekundarschule.

Vor allem die SVP stellte kritische Fragen und reichte kurzfristig sechs Anträge ein. So verlangte sie unter anderem, dass der Kanton die Leseförderung übernimmt und nicht die Gemeinden.

Das sei eine «Zumutung» und eine «Schande», kommentierten einige Landrätinnen, weil solche Anträge früher in der vorberatenden Kommission hätten gestellt werden müssen. Gegen die Vorwürfe wehrte sich die SVP. Der Landrat lehnte alle Anträge der SVP deutlich ab.

Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) erinnerte daran, dass der Landrat zuvor 165 Millionen Franken «pro Jahr» für die Universität gesprochen habe und sie lediglich einmalig 50 Millionen für die Volksschule verlange. «Die Massnahmen kommen direkt den Schülerinnen und Schülern zugute.» Dass auch die Gemeinden finanziell belastet würden, sei ihr sehr bewusst, sagte Gschwind.

Das Programm «Zukunft Volksschule» ist auf sieben Jahre angelegt. Es hat drei Schwerpunkte: Die Sekundarschülerinnen- und schüler sollen in Deutsch und Mathematik gefördert werden, zusätzlich wird auf Primar- und Sekundarstufe das Fach Medien und Informatik zur eigenständigen Lektion aufgestuft und die Lehrpersonen sollen weitergebildet werden.

Die Gemeinden müssen vor allem die sogenannten «SOS-Ressourcen» finanzieren, damit die Schulleitungen die Mittel erhalten, störende und unmotivierte Schüler sowie schwierige Klassen zu bewältigen. Auch Lehrerinnen und Lehrer sollen profitieren, indem sie Hilfe im Unterricht erhalten, die sie vor Burnout schützen.

Grund für das Massnahmenpaket zur Verbesserung der Bildungsqualität an den Volksschulen war, dass die Baselbieter Schülerinnen und Schüler bei der nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen in den Fächern Deutsch nur durchschnittlich und in Mathematik «klar unterdurchschnittlich» abschlossen hatten.

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