Personen für einen Parteibeitritt zu gewinnen, ist nicht leicht. Daniel Tapernoux von der SP Speicher/Trogen spricht mit uns über mögliche Lösungen.
SP Speicher/Trogen
Die SP-Arbeitsgruppe Speicher mit Maria Barbara Barandun Scherrer (vorne links) und Ruth Saxer (vorne rechts), die zudem im Vorstand sitzen. - ZVG

Weltoffene, gesellschaftsliberale und bevölkerungsmässig gut durchmischte Dörfer – eines der Merkmale, die für Daniel Tapernoux, Vorstandsmitglied der SP Speicher/Trogen, die Region Mittelland in Appenzell Ausserrhoden ausmachen. Die Sektionen Speicher und Trogen fusionierten 2016 zur SP Speicher/Trogen und zählt heute 63 Mitglieder.

Wir sprechen mit Daniel Tapernoux – der dafür Inputs aus dem Vorstand und von SP-Engagierten erhalten hat – über aktuelle Themen der Ortsparteien und weshalb das Nachwuchs-Thema trotz guter Basis nicht einfach ist.

Nau.ch: Für was setzt sich die SP Speicher/Trogen allgemein ein?

Daniel Tapernoux: Als SP Speicher/Trogen setzen wir uns ein für mehr soziale Gerechtigkeit und Ausgleich zwischen verschiedenen Bevölkerungsschichten. Umwelt-, Klima- und Verkehrsthemen sind uns ebenfalls sehr wichtig. Demokratische Mitwirkung und Teilhabe der Bevölkerung an der Gemeindeentwicklung stehen auch auf der Agenda.

SP Speicher/Trogen
Elisabeth Eugster (v.l.), Daniel Tapernoux und Stefanus Bertsch aus dem Vorstand der SP Speicher/Trogen. - ZVG

Dazu werden auch Themen aus der Bevölkerung aufgenommen sowie Unterschriften für SP-Anliegen auf Kantons- und Bundesebene gesammelt.

Nau.ch: Welche Themen beschäftigt die Ortspartei aktuell?

Daniel Tapernoux: In Speicher steht die Totalrevision der Gemeindeordnung an. Wir setzen uns ein für die Förderung von Biodiversität in der Gemeinde und engagieren uns in der kommunalen Klimapolitik.

In Trogen beschäftigt uns die Finanzlage und ein Investitionsstau, welcher z. B. einen Neubau von Schulraum verhindert. Dann ist eine geplante Änderung des Temporegimes auf Strassen momentan ein wichtiger Punkt.

Service public in den Gemeinden, nachhaltige bauliche Entwicklung der Dörfer und – ganz konkret – Parkplätze sind weitere Themen in Speicher und Trogen.

Nau.ch: Was gefällt Ihnen an der Region Appenzell besonders?

Daniel Tapernoux: Die weltoffenen, gesellschaftsliberalen und bevölkerungsmässig gut durchmischten Dörfer, in denen ein Dialog zwischen verschiedensten Gruppen stattfindet, sind ein grosser Pluspunkt.

Dazu kommen ein aktives Dorfleben auch mit vielen kulturellen Veranstaltungen und die gute Anbindung mittels ÖV nach St. Gallen. Uns gefallen die grossen Mitgestaltungsmöglichkeiten im kleinen Kanton. Die schöne landschaftliche und bauliche Umgebung ist sehr reizvoll.

Nau.ch: Wie steht es um den Nachwuchs in der Partei und wie motivieren Sie die Nachwuchspolitik?

Daniel Tapernoux: Wir verfügen glücklicherweise über eine gute Basis, aber das Nachwuchs-Thema ist nicht einfach. Politisch interessierte Junge bleiben ausbildungshalber nicht am Ort und junge Eltern sind häufig stark eingespannt. Personen für ein längerfristiges Engagement in Parteien zu gewinnen, fällt daher eher schwer.

SP Speicher/Trogen
Für den Umwelt-Aktionstag hat die Ortspartei mit einer 4. Klasse zusammengearbeitet. - ZVG

Das Formen unserer Gesellschaft, also unser Zusammenleben zu gestalten, ist aber ein langfristiges Projekt und liegt uns am Herzen. Veranstaltungen können eine Zugangsmöglichkeit zu politischem Engagement sein. So hat beispielsweise die Klimajugend den Umweltaktionstag mitgestaltet, der von SP Vorstandsmitgliedern initiiert und organisiert wurde. Allerdings bleibt ein Parteibeitritt eine grosse Hürde. Häufig braucht es persönliche Kontakte und Motivation.

Nau.ch: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der SP Speicher/Trogen?

Daniel Tapernoux: Wir wünschen uns mehr Beteiligung und – nach Corona – mehr Anlässe wie den Umweltaktionstag oder den lokalen Frauenstreik. Uns würde es freuen, wenn mehr junge Mitglieder sich für unsere Partei engagieren und sie in die Zukunft tragen.

Dann ist es ein Ziel, dass wir uns mehr in den Gemeinderatsgremien beteiligen und so linke Politik auch einbringen können. Mehr Offenheit und Transparenz von politischen Gremien in den Gemeinden sind uns ein Anliegen.

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