Die beiden Kirchgemeinden und die Stadt Adliswil unterstützen ein Entwicklungsprojekt mit insgesamt 120'000 Franken. 2021 stehen indigene Frauen im Vordergrund.
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Schweizer Franken. (Symbolbild) - keystone

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Adliswil, die reformierte Kirche Sihltal und die Stadt Adliswil leisten jährlich insgesamt 120'000 Franken für die gemeinsame Entwicklungszusammenarbeit Adliswil (GEZA).

Die Stadt Adliswil schlägt für das Jahr 2021 vor, das Projekt K’emenik der Organisation Helvetas für indigene Völker in Guatemala zu unterstützen. K’emenik sensibilisiert die Bevölkerung und politischen Gremien für die Rechte von Frauen und Männern sowie für ein geschlechtergerechtes Verhalten.

Es werden Führungspersonen von Basisorganisationen und Behörden geschult, damit sie die Anliegen von Frauen berücksichtigen und vertreten können.

 Indigene Frauen in Guatemala werden diskriminiert

Indigene Frauen werden in Guatemala häufig aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Ethnie und ihrer wirtschaftlichen Lage diskriminiert. Sowohl innerhalb ihrer Familien und Gemeinschaften als auch im Verkehr mit Behörden sind sie mit verschiedenen Formen von Gewalt konfrontiert.

Sie haben weniger Zugang zu Trinkwasser, Ernährung, Bildung, Einkommensmöglichkeiten, Gesundheits- und weiteren öffentlichen Dienstleistungen als Männer, gleichzeitig ist die Arbeitslast hoch: Sie sind zuständig für die Familien- und Haushaltsarbeit sowie landwirtschaftliche Produktion.

Über 80 Prozent der indigenen Frauen müssen ihre Männer um Erlaubnis fragen, wenn sie das Haus verlassen wollen und 67 Prozent können nicht über ihr Geld verfügen.

 Das Projekt K’emenik soll die Frauen unterstützen

Das Projekt K’emenik soll 174'000 Frauen und Männer in vier Projektgemeinden unterstützen. In diesen Gemeinden sind zwischen 90 und 97 Prozent der Bevölkerung indigener Abstammung.

Ziel des Projekts ist, dass mehr Frauen Führungsrollen übernehmen und sich an Entscheidungsprozessen beteiligen können. Durch Aufklärung und Schulung sollen Rollenbilder nachhaltig verändert und zu mehr Gleichberechtigung in der indigenen Bevölkerung beigetragen werden.

«Durch die Schulung und Aufklärung von Behördenmitarbeitenden können wir nachhaltig zu mehr Gleichberechtigung in der indigenen Bevölkerung beitragen», sagt Stadtpräsident Farid Zeroual.

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