Aarau: SVP fragt nach dem vertrockneten Casino-Park
Die SVP-Fraktion will vom Stadtrat in Aarau AG wissen, warum der Casino-Park in der Hitze austrocknete – und stellt sieben Fragen zur Bewässerung.

Urbane Hitze bekämpfen: Hat die Stadt Aarau die richtige Strategie für den Erhalt ihrer Grünflächen?
Ausgangslage Längere Hitze- und Trockenperioden stellen Städte vor neue Herausforderungen. Öffentliche Grünflächen sind dabei nicht nur Gestaltungselemente, sondern auch wichtige Infrastruktur zur Kühlung des Stadtraums, zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und zum Schutz der Bevölkerung vor Hitzebelastung.
Der Zustand des Casino-Parks während den Hitzeperioden im Juni und Juli 2026 wirft Fragen zur Bewirtschaftungsstrategie der Stadt Aarau auf. Diese zentrale Grünfläche im Herzen der Stadt ist über weite Bereiche stark ausgetrocknet und verliert damit einen wesentlichen Teil ihrer kühlenden Wirkung durch Verdunstung und erfüllt ihre Funktion als städtische «Kühloase» nur noch eingeschränkt.
Es entsteht der Eindruck einer fragwürdigen Prioritätensetzung: Während auf der Bahnhofstrasse bepflanzte Kistchen aufgestellt werden, deren Pflanzen nicht bloss während Hitzeperioden ein jämmerlich vertrocknetes Bild abgeben, stellt sich die Frage, ob insbesondere die Pflege und Bewässerung bestehender, jahrzehntealter Bäume sowie wertvoller Grünflächen ausreichend gewährleistet ist. Gerade alte Bäume sind eine der wirksamsten Massnahmen gegen urbane Hitze und verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit.
Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob die aktuelle Praxis der Stadt Aarau tatsächlich zu einer besseren Klimaanpassung führt oder ob eine einseitige Auslegung von Nachhaltigkeitszielen das Gegenteil bewirkt.
Klimaanpassung muss wirkungsorientiert erfolgen. Es ist zu prüfen, ob eine gezielte Bewässerung wichtiger innerstädtischer Grünflächen während extremer Hitzeperioden langfristig nicht sinnvoller und kostengünstiger ist als deren Austrocknung und spätere Wiederherstellung.
Der Stadtrat wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten:
1. Verfügt die Stadt Aarau über eine Strategie für die Bewirtschaftung und Bewässerung öffentlicher Grünflächen während Hitze- und Trockenperioden?
2. Gibt es eine Vorgabe, wonach bestimmte Grünflächen grundsätzlich nicht bewässert werden?
3. Welche fachlichen Grundlagen liegen dem Entscheid zugrunde, zentrale Anlagen wie den Casino-Park während längerer Hitzeperioden nicht gezielt zu bewässern?
4. Ist dem Stadtrat bewusst, dass stark ausgetrocknete Grünflächen ihre kühlende Funktion weitgehend verlieren?
5. Wurde geprüft, ob die Folgekosten durch Wiederherstellung, Nachsaat und Pflege höher sind als eine gezielte Bewässerung während kritischer Phasen?
6. Nach welchen Kriterien werden Grünflächen priorisiert, wenn Wasserressourcen während Hitzeperioden begrenzt sind?
7. Welche alternativen Lösungen prüft die Stadt (z. B. Regenwassernutzung, trockenheitsresistente Begrünungen oder angepasste Pflegekonzepte)?
Begründung
Die SVP-Fraktion unterstützt einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen und eine sachorientierte Klimapolitik. Klimaschutz und Klimaanpassung müssen jedoch wirksam und verhältnismässig umgesetzt werden.
Es darf nicht dazu kommen, dass unter dem Titel Nachhaltigkeit zentrale Grünflächen ihre eigentliche Funktion als Kühl- und Erholungsräume verlieren. Die Stadt Aarau ist deshalb aufgefordert aufzuzeigen, ob ihre heutige Bewirtschaftungsstrategie tatsächlich zu einer hitzeresilienten Stadt beiträgt.










