Forelle und Äsche sind im Mittelland kurz vor Aussterben
Im Mittelland sind wegen der anhaltenden Hitze zahlreiche Bäche und Flüsse ausgetrocknet. Ein Experte schlägt Alarm: Forellen und Äschen sind am Aussterben.

Das Wichtigste in Kürze
- Die anhaltende Trockenheit führt in der Schweiz zum Austrocknen von Bächen und Flüssen.
- Damit verbunden ist ein massives Fischsterben – Experten schlagen Alarm.
- Im Mittelland sind demnach Forellen und Äschen akut vom Aussterben bedroht.
Die extreme Hitze und die Trockenheit macht nicht nur uns Menschen zu schaffen, sondern vor allem auch der Natur. Jetzt schlagen Experten beim Lebensraum für die Fische den Grossalarm. Schweizweit dürften demnach schon Hunderttausende gestorben sein, weil die Flüsse und Bäche immer mehr austrocknen. Darüber berichtete am Montag «Schweiz Aktuell».
Für einen Beitrag war ein SRF-Reporter mit Alexander Roschi unterwegs. Der Mediensprecher des Schweizerischen Fischereiverbandes zeigte unter anderem, wie es bei der Sissle im Kanton Aargau aussieht. Das ist normalerweise ein 15 Meter breiter Bach – jetzt sind wüstenähnliche Zustände zu beobachten.
Noch im Juni habe es unter einer Baumgruppe ein wenig Wasser gehabt, meint Roschi. «In jeder Glungge waren tausende Kleinfische zu sehen – Elritzen, kleinere Forellen, Groppen.» Zehntausende Fische seien alleine hier verendet, betont der Experte.
Es müsste laut Roschi mehrere Wochen regnen, bis das Wasser wieder normal fliessen würde und noch viel länger, bis etwa auch die Wasserinsekten – also die Nahrung für Fische und Vögel – wieder zurückkehrten.
«In Punkto Trockenheit haben wir 2003 schon länger überschritten»
Besonders dramatisch ist die Lage derzeit im Aargauer Jura – praktisch in jedem Tal liegt dort ein Bach komplett trocken. «Viele sprechen immer über den Hitzesommer 2003», sagt Roschi, der selbst Fischer ist. «Klar war der extrem – aber in Punkto Trockenheit haben wir 2003 schon länger überschritten.»
Der Mediensprecher des Fischereiverbandes fährt den SRF-Reporter anschliessend zum Wasserschloss: Bei der einzigartigen Flusslandschaft im Kanton Aargau treffen die Aare, die Reuss und die Limmat direkt aufeinander. Das sind drei der wichtigsten Flüsse der Schweiz – und die Situation ist auch dort prekär.

«SRF» zeigt in der Folge Drohnenaufnahmen vom Wasserschloss im Sommer vor zwei Jahren – und dann den gleichen Ort im August 2026. Es gibt so wenig Wasser, dass sich kleine Inseln gebildet haben.
Die Zahlen bestätigten diese Bilder: Im Durchschnitt fliessen hier in der Aare im August 605 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Momentan sind es gerade 246 Kubikmeter pro Sekunde. Das ist nicht einmal die Hälfte.
«Dort ist es wirklich Eins vor Zwölf»
«Dieser Wasserstand ist überhaupt nicht normal», sagt Roschi und fügt an: «Klar, es hat noch Wasser, aber das heisst nicht, dass damit alles in Ordnung ist.» Was er damit meint: Die Temperatur ist in den Gewässern viel zu hoch und damit haben die Fische zu kämpfen.
Im Juli 2026 wurden in der Aare beim Wasserschloss fast 4 Grad mehr gemessen als im langjährigen Durchschnitt. Für gewisse Fischarten sind diese Bedingungen lebensbedrohlich.
«Leider muss man wirklich sagen, dass Salmoniden – also Forellen und Äschen – in der Aare, Reuss und Limmat im Mittelland vom Aussterben bedroht sind. Dort ist es wirklich Eins vor Zwölf.»











