In der Eurozone ist die Wirtschaft im Sommer stärker als erwartet gewachsen. Im dritten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent im Quartalsvergleich gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mit.
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Euro-Noten. (Symbolbild) - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Volkswirte hatten mit einem Wachstum von 2,1 Prozent gerechnet.

In diesem Ausmass war die Eurozone im zweiten Quartal gewachsen. Die Aufhebung von Corona-Beschränkungen hat vor allem den Dienstleistungssektor gestützt.

Zwischen den Ländern der Eurozone gibt es merkliche Unterschiede. Unter den grossen Mitgliedsländern verzeichnete Frankreich mit 3,0 Prozent das höchste Wachstum im Quartalsvergleich. Auch in Italien liegt es mit 2,6 Prozent überdurchschnittlich hoch. Spanien mit 2,0 Prozent und Deutschland mit 1,8 schneiden merklich schwächer ab.

Die deutschen BIP-Daten zeigten, dass der private Konsum allein nicht reiche, damit Deutschland mit schnell wachsenden Volkswirtschaften wie Frankreich mithalten könne, sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING. «Die Unterbrechung der Lieferketten wird den Zeitpunkt der Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf das Vorkrisenniveau hinauszögern», so der Ökonom.

«Insbesondere durch den Neustart bei Dienstleistungen nach den Corona-Beschränkungen hat sich das Wachstum im dritten Quartal noch ganz gut gehalten», meint Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Es werde aber ein trüber Konjunkturwinter, denn Deutschland leide wegen seiner hohen Industriedichte besonders unter den gegenwärtigen internationalen Lieferengpässen. Für die weitere Entwicklung zeigte er sich aber aber zuversichtlicher: «Die Auftragsbücher sind voll und damit sind die konjunkturellen Perspektiven für das nächste Jahr wieder recht gut.»

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