Weniger Impfstoffnachfrage: Biontech tief in Verlustzone

Keystone-SDA
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Deutschland,

Die weltweit geringere Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff hat Biontech im ersten Halbjahr 2026 einen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand in den ersten sechs Monaten ein Minus von 1,35 Milliarden Euro (Vorjahr: 802,4 Mio.), wie das deutsche Unternehmen mitteilte.

Der Verlust für das zweite Quartal belief sich demnach auf 820,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal 386,6 Mio.). Der Umsatz in dem Quartal lag mit 105,6 Millionen Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (260,8 Mio.).

Auf die Nachfrage nach dem Vakzin drückt demnach auch, dass in Deutschland bestehende Impfstoffvorräte in der Impfsaison 2026 genutzt werden können. Biontech rechnet entsprechend auch mit weniger Umsatz im Gesamtjahr 2026. Die Mainzer gehen nunmehr von Erlösen zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro aus. Noch im März hatten sie von 2 bis 2,3 Milliarden Euro gesprochen.

Verändert haben sich mit der Vorlage der Zahlen auch die angepeilten Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Gesamtjahr. Biontech spricht nun von 2 bis 2,3 Milliarden Euro, weniger als die zuvor genannten 2,2 bis 2,5 Milliarden. Es werde bei der Entwicklung neuer Produkte priorisiert, erklärte das Unternehmen und sprach von verstärkter Kostendisziplin.

Im Mai hatte Biontech angekündigt, Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 zu schliessen. Der Betrieb in Singapur soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 eingestellt werden.

Ungeachtet dieser Zahlen sieht sich Biontech auf gutem Wege bei der Entwicklung neuer Produkte, vor allem in der Onkologie. In dem Bereich sei die Pipeline deutlich vorangebracht worden, sagte Unternehmenschef Ugur Sahin.

Ein Hoffnungsträger ist etwa ein Wirkstoffkandidat namens Pumitamig, früher BNT327, zu dem späte Studien etwa für Lungen- und Brustkrebs laufen. Ausserdem setzt Biontech auf Immuntherapien auf mRNA-Basis sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Dabei sollen Wirkstoffe einer Chemotherapie mit Hilfe von Antikörpern gezielter an Krebszellen gebracht werden.

Seit Montag ist bekannt, dass Mitgründer Sahin an der Biontech-Spitze spätestens Anfang Februar kommenden Jahres von Guido Oelkers abgelöst wird. Der Manager wechselt vom schwedischen Biopharma-Unternehmen Swedish Orphan Biovitrum (Sobi), an dessen Spitze er seit 2017 stand, nach Mainz. Für das Unternehmen wird das ein echter Einschnitt werden.

Sahin betonte, Oelkers werde gemeinsam mit dem Vorstand die Erfolgsgeschichte von Biontech weiterschreiben. Sahin möchte sich in Zukunft gemeinsam mit seiner Frau Özlem Türeci der Gründung eines neuen Unternehmens widmen, Anteilseigner bei Biontech wollen sie aber bleiben.

Kommentare

User #4829 (nicht angemeldet)

Hehe die Leute haben genug davon.

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