Warum Gold trotz Krisen unter Druck bleibt
Trotz geopolitischer Spannungen bleibt Gold unter Druck, da vor allem Zinsen, ein starker Dollar und Kapitalflüsse laut Experten die Entwicklung bestimmen.

Der Goldpreis steht trotz geopolitischer Krisen weiterhin unter Druck und verliert deutlich an Wert. Laut der «Bilanz» hat sich der Rückgang seit Beginn des Iran-Kriegs spürbar beschleunigt.
Seit Februar summiert sich das Minus auf fast zwanzig Prozent im internationalen Handel. Damit entfernt sich Gold vorerst von seiner klassischen Rolle als stabiler Krisenwert.
Als zentraler Belastungsfaktor gelten steigende Zinserwartungen an den globalen Finanzmärkten. Höhere Realrenditen führen dazu, dass zinslose Anlagen wie Gold an Attraktivität verlieren.
Zinsumfeld und Dollar als Belastungsfaktoren
Zusätzlich belastet der anhaltend starke US-Dollar die Nachfrage nach dem Edelmetall erheblich. Für internationale Investoren verteuert sich der Zugang zu Gold dadurch spürbar.
Die Energiepreise wirken der «Bilanz» zufolge zusätzlich inflationsverstärkend auf die Weltwirtschaft ein. ING Bank Ökonomen verweisen darauf, dass Zentralbanken deshalb an einer straffen Geldpolitik festhalten.
Diese geldpolitische Ausrichtung führt zu steigenden Renditen an den Anleihemärkten weltweit. Kapital verschiebt sich dadurch zunehmend aus Edelmetallen in verzinste Anlageklassen.
Gold: Zentralbanken kaufen, Staaten verkaufen
Der World Gold Council beobachtet zudem, dass einige Staaten Goldreserven zur Liquidität nutzen. Insbesondere Energieimporteure greifen in Krisenphasen auf Verkäufe von Beständen zurück.
Trotz des Preisdrucks bleibt die Nachfrage der Zentralbanken aber ein stabilisierender Faktor am Markt. China und Polen haben ihre Goldbestände zuletzt weiter ausgebaut.
Der World Gold Council meldet eine anhaltend robuste Nachfrage nach physischem Gold weltweit. Zugleich verweist die Organisation auf unterschiedliche Bewegungen zwischen Käufen und Verkäufen einzelner Staaten.
Frieden bewegt Märkte, Struktur stützt
Der «Morningstar» hebt in seiner Analyse strukturelle Faktoren als zentrale Stütze des Goldmarktes hervor. Dazu zählen geopolitische Unsicherheiten sowie die fortschreitende Diversifikation globaler Währungsreserven.
Das Friedensabkommen im Nahen Osten sorgt laut dem «Handelsblatt» für spürbare Marktreaktionen. Viele Erwartungen waren jedoch bereits im Vorfeld teilweise in den Kursen berücksichtigt.

Kurzfristig entsteht dadurch zusätzlicher Druck auf den Goldpreis an den internationalen Börsen. Gleichzeitig bleibt das Edelmetall aber laut Experten ein wichtiger Bestandteil diversifizierter Anlageportfolios.












