Goldpreis sinkt und versagt als sicherer Hafen im Krieg
Edelmetalle verlieren deutlich an Wert. Der Goldpreis sinkt bereits den neunten Handelstag in Folge und markiert den tiefsten Punkt seit Jahresbeginn.

Eine Feinunze Gold kostete am Montagmorgen nur noch 4136,20 Dollar (etwa 3730 Franken), berichtet die «Tagesschau». Das entspricht einem Rückgang von mehr als sieben Prozent an einem Tag.
Der Goldpreis sinkt damit bereits den neunten Handelstag in Folge. Der aktuelle Stand markiert den tiefsten Punkt des gesamten Jahres 2026.
In der vergangenen Woche hatte Gold den grössten Wochenverlust seit 43 Jahren erlitten. Wie die «Tagesschau» meldet, verbuchte das Edelmetall damals über zehn Prozent Minus.
Goldpreis sinkt seit Kriegsbeginn um mehr als 18 Prozent
Überraschend verhielt sich Gold im Iran-Konflikt nicht wie gewohnt.
Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe sank der Goldpreis um mehr als 18 Prozent, erklärt die «Wirtschaftswoche».
Dabei war der Preis zu Kriegsbeginn zunächst auf fast 5420 Dollar gestiegen. Von seinem Rekordhoch von knapp 5600 Dollar im Januar liegen die Verluste bei über 1500 Dollar.
Inflationssorgen zerstören Hoffnungen auf Zinssenkungen
Stark gestiegene Ölpreise haben die Inflationsrisiken erhöht, wie die «Tagesschau» erklärt. Dies verringert die Aussichten auf niedrigere Zinsen der US-Notenbank Federal Reserve.
Die Fed signalisierte für den Rest 2026 nur noch eine Zinssenkung statt der erwarteten zwei. Ohne Zinsertrag wird Gold für Anleger deutlich weniger attraktiv.
Fed-Chef Jerome Powell warnte laut «swissinfo.ch», höhere Energiepreise würden die Inflation kurzfristig nach oben treiben. Sollte sich die Teuerung nicht abschwächen, sieht er keinen Grund für Senkungen.
EZB erwägt Zinserhöhungen statt Senkungen
Die Europäische Zentralbank reagierte auf die Krise ähnlich zögerlich wie die Fed. Laut der «Tagesschau» liess die EZB ihren Leitzins unverändert bei der jüngsten Sitzung.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einem «grossen Schock» für die Institution. Nach dem Ukraine-Krieg 2022 will die EZB früher und entschlossener gegensteuern.

Die Notenbank erwartet in diesem Jahr eine Inflation von 2,6 Prozent statt bisherigen 1,9 Prozent. Diese Entwicklung verstärkt den Druck für künftige Zinserhöhungen deutlich.
Höhere Zinsen und starker Dollar belasten zusätzlich
Marktanalyst Tim Waterer von KCM Trade erklärt laut «Tagesschau, Erwartungen verschoben sich von Zinssenkungen zu möglichen Zinserhöhungen. Diese Verschiebung schmälert Golds Attraktivität erheblich.
Der US-Dollar ist seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen und fungiert jetzt als bevorzugte Krisenwährung. Da Gold in Dollar gehandelt wird, macht dies das Edelmetall für internationale Käufer teurer.
Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank sieht ein grundsätzliches Problem damit. Er sagt: «Der Goldpreis tut sich schwer, seiner Rolle als sicherer Hafen gerecht zu werden.»
Silber erleidet drastischere Verluste als Gold
Noch heftiger trifft es den Silberpreis, berichtet die «Tagesschau». Seit Ende Januar verlor Silber fast die Hälfte seines Rekordstands von knapp 122 Dollar.
Am Montagmorgen gab der Silberpreis zunächst um fünf Prozent auf 64,25 Dollar ab. Im weiteren Handelsverlauf rutschte der Preis zeitweise sogar um zehn Prozent ab.
Seit Kriegsbeginn vor über drei Wochen verbilligte sich Silber um mehr als 30 Prozent. Diese Talfahrt übersteigt die Goldverluste deutlich.















