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    VW-Werk Osnabrück vor Wandel zum Rüstungsstandort

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Deutschland,

    Das VW-Werk Osnabrück soll nach dem Ende der Autoproduktion zum Standort für Sicherheits- und Verteidigungstechnik werden.

    VW-Werk
    Das VW-Werk Osnabrück soll nach dem Ende der Autoproduktion für die Rüstungsindustrie genutzt werden. (Archivbild) - keystone

    Das VW-Werk Osnabrück steht vor einem grundlegenden Wandel. Volkswagen, Niedersachsen und Aurelius Capital haben Eckpunkte für einen möglichen Verkauf vereinbart, berichtet die «Tagesschau».

    Nach dem Ende der Autoproduktion im Sommer 2027 soll der Standort schrittweise umgebaut werden. Geplant ist ein Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen, wie das «Handelsblatt» schreibt.

    Aurelius soll die Mehrheit am Werk übernehmen. Das Land Niedersachsen ist als Minderheitseigentümer vorgesehen.

    Rafael als Partner vorgesehen

    Als erstes Ankerprojekt ist eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael geplant. Zunächst soll es um die Entwicklung und Produktion von Komponenten für Luftverteidigungssysteme gehen, berichtet das «Handelsblatt».

    Rafael ist unter anderem für das Raketenabwehrsystem Iron Dome bekannt. Das Unternehmen produziert zudem das Lasersystem Iron Beam.

    Findest du die geplante Nutzung des VW-Werks Osnabrück für Rüstung sinnvoll?

    Rafael-Chef Yoav Tourgeman erklärte laut der «Tagesschau», Ziel sei eine langfristige industrielle Partnerschaft. Die Technik für den Schutz Deutschlands und Europas solle vollständig in Deutschland produziert werden.

    Rund 1400 Beschäftigte mit Perspektive

    Am Standort arbeiten derzeit rund 1800 Menschen. Für knapp 1400 Beschäftigte zeichnet sich eine Anschlussperspektive ab, berichtet die «Tagesschau».

    Durch Rente und Altersteilzeit soll die Belegschaft später auf rund 1200 Stellen sinken. Für diese Arbeitsplätze ist laut dem «Handelsblatt» eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 vorgesehen.

    Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge sollen nach dem Übergang weiterhin gelten. Auch die bisherigen Betriebsratsstrukturen sollen erhalten bleiben.

    Zukunft weiterer Beschäftigter offen

    Für Beschäftigte aus der Entwicklung ist bislang keine vollständige Lösung gefunden. Betriebsratschefin Daniela Cavallo erklärte laut dem «Handelsblatt», man arbeite weiterhin an einer Perspektive für die gesamte Stammbelegschaft.

    Auch unter den Beschäftigten herrscht der «ZDFheute» zufolge unterschiedliche Stimmung. Einige sehen vor allem die neue Beschäftigungsperspektive, andere sind wegen des Wechsels zur Rüstungsproduktion verunsichert.

    Findest du den geplanten Wandel des VW-Werks Osnabrück sinnvoll?

    Die vereinbarten Eckpunkte bedeuten noch keinen abgeschlossenen Verkauf. Weitere Vereinbarungen, Gremienbeschlüsse und behördliche Prüfungen sind laut der «Tagesschau» erforderlich.

    Vom Karmann-Werk zum neuen Industriestandort

    Der mögliche Kaufpreis ist bislang nicht bekannt. Niedersachsen will den Prozess begleiten und damit industrielle Wertschöpfung sowie Beschäftigung am Standort erhalten, berichtet das «Handelsblatt».

    Das Werk geht auf den traditionsreichen Karosseriebauer Karmann zurück. Volkswagen übernahm nach dessen Insolvenz 2009 grosse Teile des Standorts.

    Volkswagen hatte bereits im Dezember 2024 das Ende der T-Roc-Cabrio-Produktion beschlossen. Im Sommer 2027 soll damit die Autoproduktion in Osnabrück endgültig auslaufen, so die «Tagesschau».

    Weitere VW-Werke suchen nach einer Perspektive

    Die Porsche-Produktion war bereits Ende 2025 beendet worden. Einen erhofften Folgeauftrag für einen elektrischen Sportwagen hatte Porsche ebenfalls abgesagt, schreibt das «Handelsblatt».

    Die geplante Umwandlung steht laut «ZDFheute» zugleich im Zusammenhang mit der Krise der deutschen Autoindustrie. Dort werden auch frühere Umnutzungen von Industriestandorten als Beispiele für Beschäftigungssicherung genannt.

    Volkswagen VW-Werk
    Das VW-Werk Osnabrück steht vor einem Wechsel von der Auto- zur Rüstungsproduktion. (Symbolbild) - keystone

    Für weitere VW-Werke werden ebenfalls alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Dazu gehören die Standorte Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm.

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    Kommentare

    User #1619 (nicht angemeldet)

    Es ist sich hoffentlich jeder im klaren, dass damit Westdeutschland, wo die Mehrheit d. dt. Rüstungsbetriebe derzeit beheimatet ist, bald in den Fokus Moskaus geraten wird !!

    User #1447 (nicht angemeldet)

    Es ist ein Recht gegen die Waffenindustrie zu sprechen. Waffen töten Menschen und deshalb ist es kriminell und gehört bekämpft.

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