Rüge der GPK – gar kein F-35-Fixpreis vereinbart

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Obwalden,

Kein echter Fixpreis, schlampige Verhandlungen, fehlende Kontrolle: Die GPK-N stellt dem Bund beim F-35-Deal ein vernichtendes Zeugnis aus.

Viola Amherd F-35 Fixpreis
Die frühere Verteidigungsministerin Viola Amherd. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die GPK-N wirft dem VBS mangelhafte Verhandlungsführung vor.
  • Ein kleiner Kreis verhandelte ohne klares Mandat über die Kampfjets.
  • Die Mehrkosten könnten den Kauf von rund sechs F-35 verhindern.

Der nicht eingehaltene Fixpreis bei der Beschaffung der neuen F-35-Kampfjets hat mit Behördenversagen zu tun.

Die parlamentarische Oberaufsicht lässt kein gutes Haar am Vorgehen des Bundesrats und des Verteidigungsdepartements.

Laut der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats (GPK-N) ist kein pauschaler Fixpreis mit den USA vereinbart worden. Das hiess es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

amherd
Nicht gut weg kommen unter anderem die frühere Verteidigungsministerin Viola Amherd und der ehemalige Projektleiter von «Air2030», Darko Savic. B - keystone

Vor diesem Hintergrund könne sie die so absolute Kommunikation des Verteidigungsdepartements (VBS) gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit nicht nachvollziehen.

Zudem sei die Organisation der Verhandlungen nicht zweckmässig gewesen, schreibt die parlamentarische Oberaufsichtskommission weiter. Das VBS habe die Verhandlungen zu wenig eng geführt. Der Informationsfluss sei nicht ausreichend gewesen.

Harsche Kritik

Der Bundesrat hatte vor Jahresfrist bekanntgegeben, dass der Fixpreis für die ursprünglich 36 bestellten Kampfjets nicht eingehalten werden könne. Er beantragte einen Zusatzkredit im Umfang von knapp 400 Millionen Franken. Um die von den USA geltend gemachten Mehrkosten decken zu können.

Später kommunizierte die Landesregierung, dass aufgrund der Mehrkosten nur etwa dreissig neue Kampfflugzeuge beschafft werden können.

gpk
Priska Wismer-Felder, Nationalraetin Mitte-LU, Praesidentin GPK-N, spricht neben David Roth, Nationalrat SP-LU, Praesident der zustaendigen Subkommission, und Laurent Wehrli, Nationalrat FDP-VD, waehrend einer Medienkonferenz der GPK-N zum Fixpreis des Lockheed Martin F-35A Kampfflugzeuges. - keystone

Die GPK-N ging darauf auf Spurensuche. In ihrem 95-seitigen Bericht listet sie chronologisch mehrere Kritikpunkte auf, die auf ein Behördenversagen hindeuten.

Bist du für oder gegen die Beschaffung der F-35?

Nicht gut weg kommen unter anderem die frühere Verteidigungsministerin Viola Amherd und der ehemalige Projektleiter von «Air2030», Darko Savic. Beide waren im Frühjahr 2025 von ihren Ämtern zurückgetreten.

Erst danach kam das genaue Ausmass der Mehrkosten zum Vorschein.

Negativ überrascht

Negativ überrascht hat die GPK-N, dass das VBS im Vorfeld zu den Preisverhandlungen mit den USA kein Verhandlungsmandat festgelegt hatte. Und die Verhandlungen von einem ausgesprochen kleinen Personenkreis begleitet wurden.

«In einzelnen Phasen fehlte sogar die elementarste Form der Aufsicht, konkret ein einfaches Vieraugenprinzip», heisst es im Untersuchungsbericht.

Kommentare

User #5993 (nicht angemeldet)

Der Staat und seine Wursterei Wie lange das noch gut geht Vertraut dem Staat NIE!

User #4141 (nicht angemeldet)

Amtsmissbrauch und ungetreue Geschäftsführung ,ist eigentlich gem. Art.158 StGb. ein Straftatbestand. Gilt aber wie immer nur für den Normalo.

Weiterlesen

Thomas Hurter F-35
138 Interaktionen
F35-Debakel
Martin Pfister
36 Interaktionen
Wegen F35
Süssli
41 Interaktionen
Menge

MEHR AUS OBWALDEN

5 Interaktionen
Spuren und Rissbild
7 Interaktionen
Reduzierte Hilfe
Sarnen OW
Sarnen OW