Vontobel verlegt Hauptsitz nach Baar
Vontobel zieht von Zürich nach Baar, während der Standortwechsel politische Kritik auslöst und gleichzeitig starke Halbjahreszahlen präsentiert.

Vontobel plant, seinen Hauptsitz von Zürich nach Baar im Kanton Zug zu verlegen und dort einen neuen Campus aufzubauen. Ab 2030 sollen mehr als 1500 Mitarbeitende an einem gemeinsamen Standort im Lindenpark zusammenarbeiten.
Der geplante Neubau umfasst rund 15'000 Quadratmeter Bürofläche und soll moderne sowie energieeffiziente Arbeitsplätze bieten. Laut «Private Banking Magazin» begründet Vontobel den Wechsel mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der guten Verkehrsanbindung der Region.
Zürich bleibt dennoch ein wichtiger Standort, denn am Bleicherweg sollen künftig mehr als 300 Mitarbeitende die Kundenbetreuung übernehmen. Damit zieht sich Vontobel nicht vollständig aus Zürich zurück, verliert dort jedoch den Status als Konzernhauptsitz.
Vontobel sorgt in Zürich für Kritik
Der Entscheid beschäftigt auch die Zürcher Politik, weil mit dem Hauptsitz wichtige Arbeitsplätze und Steuereinnahmen wegfallen könnten. Laut «TSRI» rechnet die Zürcher FDP mit jährlichen Steuerausfällen von mehr als 80 Millionen Franken.
Die FDP-Kantonsräte verlangen deshalb Auskunft darüber, welche finanziellen Vorteile Baar bietet und warum Zürich nicht zum Zug kam. Finanzvorsteher Daniel Leupi widerspricht jedoch und betont, die Steuerbelastung sei nicht ausschlaggebend für Vontobels Entscheid gewesen.
Gleichzeitig verweist Leupi auf steigende Unternehmenssteuereinnahmen und sieht keine allgemeine Abwanderungsbewegung finanzstarker Firmen aus Zürich. Damit steht dem politischen Unmut ein insgesamt weiterhin wachsender Wirtschaftsstandort gegenüber.
Rekordgewinn stärkt Vontobel
Während der Umzug Fragen zum Standort aufwirft, entwickelt sich Vontobel finanziell deutlich positiv und meldet ein aussergewöhnlich starkes Halbjahr. Laut «Swiss-Press» stieg der Halbjahresgewinn um 87 Prozent auf 216 Millionen Franken.

Die Erträge erhöhten sich um 24 Prozent auf 852 Millionen Franken, während die verwalteten Vermögen auf 252,2 Milliarden Franken zunahmen. Auch das Nettoneugeld legte zu und erreichte 2,5 Milliarden Franken nach zwei Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum.
Zusätzlich verbesserte sich die Cost-Income-Ratio von 77,9 auf 67,9 Prozent und lag damit unter dem eigenen Zielwert. Vontobel investiert gleichzeitig weiter in Technologie, neue Angebote und internationale Standorte, darunter Los Angeles und Düsseldorf.












