Hat sich FC Zürich zu wenig um die Coulibaly-Brüder bemüht?
Die talentierten Brüder Parfait (17) und Raphaël (16) Coulibaly verlassen den FC Zürich. Die Mutter der beiden Zürcher Juwelen nennt die Gründe.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Talente Parfait und Raphaël Coulibaly verlassen den FCZ-Nachwuchs.
- Die Mutter der beiden nennt gegenüber Nau.ch die Gründe.
- Der FCZ bestätigt den Abgang.
Der FCZ verliert zwei vielversprechende Nachwuchs-Spieler. Parfait Coulibaly (17) und sein jüngerer Bruder Raphaël Coulibaly (16) wechseln zum OSC Lille.
Noch vor Kurzem war dies eigentlich unvorstellbar. Parfait Coulibaly schreibt beim FCZ Ende 2024 Geschichte.
Als er 15 Jahre alt ist, wird er bei der 1:4-Niederlage der FCZ-Profis gegen Lugano eingewechselt. Er wird zum ersten Spieler in der Super League mit Jahrgang 2009.
FCZ war eine Familie für die Coulibalys
Im Club-eigenen TV sagte Parfait dann letzten Sommer, als er seinen Vertrag verlängerte: «Der FCZ ist wie eine Familie für mich.»

Jetzt der Abgang nach Frankreich. Warum? Gegenüber Nau.ch äussern sich die Mutter der beiden zu den Gründen.
«Unsere Söhne sind eingefleischte FCZler. Beide sind in der Schweiz geboren, Zürich ist ihre Heimat. Das Herz schlägt schon immer für den FCZ», sagt Mama Coulibaly.

Parfait und Raphaël seien einst bei einem Letzikids-Sichtungstraining entdeckt worden. Raphaël ging mit sieben Jahren zur U8, Parfait mit acht Jahren zur U9.
Schon früh hätten Top-Clubs aus der Schweiz und dem Ausland Interesse gezeigt.
Lille bemühte sich – und der FC Zürich?
Dann wird der Ton ernster. Und es klingt danach, als hätte sich der FCZ nicht wirklich um die Coulibaly-Brüder bemüht.
«Es war überhaupt nicht ausgeschlossen, dass unsere Söhne beim FCZ bleiben. Hätte der FCZ ein optimales Projekt gehabt, wären wir geblieben.»

Das gab es aber offenbar nicht. «Der Karriereplan von OSC Lille hat uns überzeugt, wir haben sofort ein Vertrauen gespürt. Das sportliche Projekt ist einfach besser für unsere Kinder.»
Nau.ch konfrontiert den FC Zürich mit den Aussagen. Die Antwort: «Wir bestätigen den Abgang der beiden Coulibaly-Brüder, äussern uns aber nicht weiter dazu.»
FC Zürich will eigentlich auf Talente setzen
Mittelfeld-Spieler Raphaël Coulibaly lief elf Mal für die Schweizer U16-Nationalmannschaft auf (3 Tore). Rechtsaussen Parfait Coulibaly hat neben der Schweizer auch die Staatsbürgerschaft der Elfenbeinküste.
Der FCZ betont immer wieder, dass die sportliche Ausrichtung vorsieht, auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen.
Das scheint in diesem Fall nicht gelungen zu sein.












