UBS-Aktien nach Quartalszahlen unter Druck
Die Aktien der Schweizer Grossbank UBS sind am Mittwoch deutlich tiefer in den Handel gestartet. Die Bank hat mit ihrem Ergebnis für das dritte Quartal erstmals seit längerem die Schätzungen von Analysten nicht übertroffen, die wichtige Neugeldentwicklung wird allerdings sehr positiv gesehen. Belastend für den Aktienkurs bleibt zudem die Regulierungsdiskussion.

Die UBS-Aktien verloren gegen 10.30 Uhr um 1,8 Prozent auf 38,15 Franken. Zuvor hatte der Kurs seit dem Jahres- respektive Mehrjahreshoch bei 45,04 Franken deutlich nachgegeben, im bisherigen Jahresverlauf blieb bis am Vorabend noch ein Plus von 5 Prozent. Die Aktie war im Zusammenhang mit der Eigenkapitaldiskussion erst stark angestiegen und schwächte sich dann wieder deutlich ab.
Insgesamt werden die Zahlen vom Mittwoch allerdings wohlwollend beurteilt. Die UBS hat gemäss Analysteneinschätzung insgesamt solide Quartalszahlen vorgelegt. Die Kostenkontrolle ist demnach gut und die Integration kommt voran.
Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) heisst es etwa, die UBS habe erneut ein sehr gutes Resultat erzielt und die Konsenserwartungen grösstenteils übertroffen. Sie bemängelt allerdings etwas die Gewinnqualität, da vor allem die Abwicklungseinheit NCL besser als erwartet abgeschnitten habe. Diese ist für das operative Geschäft mittelfristig weniger von Bedeutung.
Die Bank Vontobel gibt sich insgesamt etwas nüchterner und bezeichnet die Zahlen als im Einklang mit den Schätzungen und den eigenen Erwartungen. Bemerkenswert sei aber, dass die UBS erstmals nach zehn Quartalen mit positiven Gewinnüberraschungen die Konsensschätzungen beim bereinigten Vorsteuergewinn nicht mehr übertroffen habe. Zuletzt hinter den Erwartungen zurückgeblieben war die UBS bei diesem Wert im vierten Quartal 2023.
Positiv wird derweil allem die Neugeldentwicklung hervorgehoben. So konnte die Grossbank im dritten Quartal einen Nettoneugeldzufluss in der Kernsparte Vermögensverwaltung von rund 55 Milliarden US-Dollar ausweisen. Das Neugeld sei der «Lichtblick» der Zahlen, heisst es bei den Analysten der kanadischen RBC dazu. Positiv hervorgehoben werden auch die tieferen Kosten und die solide Kapitalausstattung. Weniger positiv wird die Ertragsseite gesehen. So sei die Kernsparte etwas hinter den Prognosen zurückgeblieben.
Auch die Analysten des US-Hauses Jefferies sprechen von einem «starken» Neugeldzufluss. Der zuständige Analyst wurde vor allem von den hohen Zuflüssen in den USA und Asien überrascht. Die verwalteten Vermögen seien dagegen wegen Währungs- und Markteffekten etwas hinter dem Konsens zurückgeblieben.
Der seit Wochen rückläufige Aktienkurs dürfte allerdings wenig mit der operativen Entwicklung bei der Grossbank zu tun haben – sondern vielmehr mit der Regulierungsdiskussion, die zuletzt im Parlament in Fahrt gekommen ist. Der Ständerat hat vor wenigen Wochen einer ziemlich scharfen Eigenkapitalregulierung zugestimmt, im Nationalrat beugt sich diese Tage die Wirtschaftskommission über die Sache.
Die ZKB sieht die UBS-Aktien denn auch der «anhaltenden Unsicherheit und den volatilen Reaktionen auf den politischen Prozess um die Kapitalanforderungen ausgesetzt». Grundsätzlich hält sie die Investment-Story dennoch für «zunehmend attraktiv».










