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    UBS-Chef Ermotti: Befinden uns wieder an einem Wendepunkt

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Zürich,

    UBS-Chef Sergio Ermotti hat den jüngsten Ständeratsentscheid mit Blick auf schärfere Eigenmittelanforderungen für die Grossbank scharf kritisiert. Gleichzeitig verwies er darauf, dass bis zum definitiven Entscheid noch viel Zeit vergehen werde, und es für die UBS keinen unmittelbaren Handlungsbedarf gebe.

    Sergio Ermotti CEO UBS
    Sergio Ermotti ist CEO der UBS. - keystone

    Der Gesetzesentwurf, der jetzt auf dem Tisch liegt, sei keine Lösung, Finanzstabilität, Schutz der Steuerzahler und Wettbewerbsfähigkeit in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, sagte Ermotti am Mittwoch an einem Webcast mit Analysten anlässlich der Publikation der Q3-Zahlen.

    Der Ständerat hatte vor gut einem Monat strengere Eigenmittel-Regeln für systemrelevante Grossbanken beschlossen: Die UBS müsste Auslandstöchter künftig mit 90 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen. Dieser Entscheid kam überraschend, nachdem die zuständige Ständeratskommission (WAK-S) eine Unterlegung der UBS-Auslandstöchter zu 50 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen beantragt hatte. Nun ist der Nationalrat am Zug.

    Der Entscheid im Ständerat sei «sehr besorgniserregend» und ignoriere weiterhin die Bedenken einer überwältigenden Mehrheit, die sich in der Vernehmlassung zu Wort gemeldet hat. Die Kapitalanforderungen, die bereits zu den strengsten weltweit gehörten, würden übermässig verschärft, monierte der UBS-Chef.

    Die Schweiz befinde sich einmal mehr – wie im März 2023 bei der Notübernahme der Credit Suisse durch die UBS – an einem entscheidenden Wendepunkt, an dem die Weichen für die nächsten Jahrzehnte für den Finanzplatz entschieden würden, sagte Ermotti.

    Es gebe jetzt viele Spekulationen über mögliche Kompromisse, aber die UBS werde nicht jede Zahl kommentieren, sagte Ermotti weiter. Er und Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hätten sich bereits zum 50/50-Vorschlag der Ständeratskommission geäussert. Es wäre zwar immer noch eine sehr teure Lösung, sei jedoch eine ausgewogenere, so der UBS-Chef am Mittwoch.

    Derweil werde er nicht vorgreifen und öffentlich über allfällige «Notfallpläne» diskutieren, bevor regulatorische Entscheide definitiv gefallen seien. Für die UBS hätten die langfristigen Interessen der Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter weltweit oberste Priorität. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld sei entscheidend, weiterhin nachhaltig wachsen zu können und gleichzeitig strategisch an dem diversifizierten Geschäftsmodell und der globalen und regionalen Präsenz festzuhalten.

    Neue Vorschriften zur Kapitalunterlegung der Auslandsbeteiligungen dürften vermutlich später im Jahr 2027 oder erst 2028 in Kraft treten und über mehrere Jahre hinweg umgesetzt werden, so Ermotti. Die Grossbank stehe daher nicht unter Druck, jetzt irgendetwas an dem derzeitigen erfolgreichen Geschäftsmodell zu ändern.

    Im Februar 2027 mit den Ergebnissen zum vierten Quartal werde das UBS-Management aktualisierte Mittelfristpläne vorstellen, die einen Ausblick für 2028 und 2029 enthalten würden, sagte Ermotti weiter. Und dabei werde mehr oder weniger die aktuell gültige Regulierung berücksichtigt.

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    Kommentare

    User #9399 (nicht angemeldet)

    "Analytiker". Es heisst: "Analytiker".

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    moretti
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